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IQWiG lobt Immuntherapien gegen Krebs

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IQWiG lobt Immuntherapien gegen Krebs
 


Die PD1-Rezeptor-Antikörper Nivolumab (Nivolumab BMS®) und Pembrolizumab (Keytruda®) haben bei der Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gut abgeschnitten. Nachdem das IQWiG Nivolumab vor Kurzem bereits einen Zusatznutzen für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom attestiert hatte, kam es nun auch beim zweiten Indikationsgebiet, dem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom, zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie besteht.
 
Bei Unter-75-Jährigen mit relativ gutem Allgemeinzustand gebe es einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen, für Über-75-Jährige mit relativ gutem Allgemeinzustand einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Für Patienten mit schlechterem Allgemeinzustand sei ein Zusatznutzen mangels Studiendaten dagegen nicht belegt.
 
Im Fall von Pembrolizumab, das bisher nur bei Hautkrebs zugelassen ist, lässt sich dem Institut zufolge für verschiedene Patientengruppen ein Zusatznutzen ableiten. So treten bei vorbehandelten Patienten, für die der Antikörper Ipilimumab als nächste Therapie geeignet ist, schwere Nebenwirkungen sowie Abbrüche wegen Nebenwirkungen unter Pembrolizumab später auf. Daraus ergebe sich insgesamt ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.
 
Weiter kommt das IQWiG zum Schluss, dass nicht vorbehandelte Patienten, deren Tumor keine BRAF-V600-Mutation aufweist, unter Pembrolizumab länger überleben als unter Ipilimumab. Zudem könne Pembrolizumab den Zeitpunkt hinauszögern, zu dem sich die soziale Teilhabe verschlechtert. Aus den Vorteilen beim Gesamtüberleben und bei sozialer Teilhabe als Aspekt der gesundheitsbezogenen Lebensqualität lasse sich für diese Patientengruppe jeweils ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Pembrolizumab im Vergleich zu Ipilimumab ableiten.
 
Sowohl Nivolumab als auch Pembrolizumab sind Antikörper, die gegen den Checkpoint-Rezeptor PD-1 auf aktivierten T-Zellen gerichtet sind. Sie greifen damit den Tumor nicht direkt an, sondern aktivieren die körpereigene Immunantwort, sind also Immuntherapien. (ss)
 
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17.11.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Beboy
 

 

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