Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Mit Augentropfen gegen grauen Star

NACHRICHTEN

 
Mit Augentropfen gegen grauen Star
 


Eine neue Therapie gegen grauen Star (Katarakt) hat ein chinesisch-US-amerikanisches Forscherteam entwickelt: Lanosterol-haltige Augentropfen verbessern die Transparenz der Linsen in Versuchen mit Hunden, heißt es in einer «Nature»-Publikation. Dies sei der erste Schritt hin zu einer medikamentösen Behandlung der Linsentrübung, die weltweit die häufigste Erblindungsursache darstellt. Bislang lässt sich die Trübung nur operativ durch Austausch der Linse beheben.
 
Forscher um Ling Zhao von der Sichuan Universität in Chengdu und Kollegen von der University of California in San Diego hatten bei der genetischen Analyse von zwei Familien mit angeborenem Katarakt eine Mutation in einem Gen entdeckt, das an der Synthese von Lanosterol beteiligt ist. Dieses Steroid ist amphipathisch, besitzt also einen hydrophoben und einen hydrophilen Anteil, und kommt in der Linse in hoher Konzentration vor. Es scheint dort die Aggregation der Strukturproteine der Linse, der Kristalline, zu verhindern, schreiben die Forscher.
 
Es kann auch bestehende Aggregate auflösen und die Linsentrübung reduzieren, wie Versuche an Hunden zeigen. Bei Tieren mit natürlichem Katarakt konnte eine sechswöchige Therapie mit Lanosterol-haltigen Augentropfen, die zweimal täglich appliziert wurden, die Klarheit der Linse deutlich verbessern. Auch in Kulturen von humanen Linsenzellen, die aufgrund verschiedener Mutationen Katarakte aufwiesen, ließen sich die Aggregate durch Lanosterol beseitigen.
 
Das Team bereite nun klinische Untersuchungen vor, berichtet der Seniorautor der Studie, Dr. Kang Zhang, laut einer Pressemitteilung der University of California. Mit einer hohen Toxizität sei nicht zu rechnen, da die Substanz ja im Auge produziert werde. Die Augentropfen seien aber eher für die Behandlung oder Prävention von altersbedingtem grauen Star als für die angeborene Variante geeignet. Sie könnten in einigen Jahren die erste medikamentöse Katarakt-Therapie darstellen. (ch)
 
DOI: 10.1038/nature14650
 
24.07.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Föge
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Apothekenmarkt droht Umbruch, Politik schaut zu

Der Angriff der ausländischen Versandapotheken droht den Apothekenmarkt in Deutschland komplett aufzumischen, wenn die Politik nicht...



Hepatitis C: Zwei neue Präparate in den Startlöchern

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat zwei neue Kombinationspräparate zur Behandlung von...



Gesundheitskompetenz: Apotheker als Lotsen

Damit Patienten sich über ihre Gesundheit besser auskennen und entsprechende Informationen leichter verstehen, sind Apotheken eine ideale...



Acht neue Präparate: Anstrengende Woche für die EMA

In der zu Ende gehenden Woche war der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) alles andere als...

 
 

Celesio: Durchwachsenes Ergebnis
Der international agierende Pharmagroß- und Einzelhändler Celesio hat im Geschäftsjahr 2017 einen Konzernumsatz von rund 20,6 Milliarden...

Tag des Cholesterins: Lipoprotein-(a)-Wert checken lassen!
Anlässlich des heutigen Tags des Cholesterins weist die Deutsche Lipid-Liga in einer Pressemitteilung darauf hin, den Blutfettwert...

Krebsmittel als Orphan Drugs: Kostentreiberei?
Pharmaunternehmen beantragen für neue Krebsmittel immer häufiger eine Zulassung als Orphan Drug, um sich der frühen Nutzenbewertung zu...

Prognose: Lebenserwartung steigt auf über 90 Jahre
In diesem Jahr geborene Mädchen könnten im Schnitt älter als 90 Jahre werden. Das berichtet das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden....

Psychisch kranke Eltern: Kinder besser versorgen!
Der Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, für eine bessere Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern zu sorgen. Das...

112: Notärzte als Notnagel
Im lebenswichtigen Einsatz der Notärzte geht es um Minuten - und das immer öfter. «Der Rettungsdienst wird immer häufiger zu Notfällen...

Zwangsbehandlung: Bundestag schließt Gesetzeslücke
Eine ärztliche Zwangsbehandlung von psychisch kranken Patienten ist künftig auch außerhalb geschlossener Einrichtungen möglich. Ein...

Tausende Ebolafälle durch sichere Bestattungen verhindert
Freiwillige Helfer des Roten Kreuzes haben einer neuen Studie zufolge während der Ebola-Krise in Westafrika zwischen knapp 1500 und gut...

Studie arbeitet Nazi-Erbe der Gesundheitsministerien auf
Wie sind die Gesundheitsministerien der BRD und der DDR nach dem Krieg mit dem schweren Erbe der Nationalsozialisten umgegangen? Nach...

EMA-Sitz: Entscheidung über neuen Standort im November
Die deutschen Bewerberstädte Bonn und Frankfurt am Main werden erst im November erfahren, ob sie nach dem Brexit eine der aus London...

Der Medikationsplan – das Phantom
Der papiergebundene Medikationsplan ist weitgehend nutzlos und kommt in der Praxis nur selten zum Einsatz. Darin sind sich Ärzte, Apotheker...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU