Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Ostdeutschland: Länger leben dank der Wende

NACHRICHTEN

 
Ostdeutschland: Länger leben dank der Wende
 


Die Wiedervereinigung hat dazu geführt, dass die Menschen in den neuen Bundesländern heute länger leben als zu Mauerzeiten. Das ist ein Ergebnis der Studie «So geht Einheit», die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in dieser Woche veröffentlicht hat. Die Forscher haben dafür Zahlen unter anderem des Statistischen Bundesamts und des Robert-Koch-Instituts ausgewertet. Demnach lebten Männer im Osten 1990 im Schnitt 3,2 Jahre kürzer als im Westen, bei Frauen waren es 2,3 Jahre. Ursachen waren unter anderem eine stärkere Verbreitung von Adipositas und Bluthochdruck. Auch tranken die DDR-Bürger mehr Alkohol und die Männer rauchten häufiger.
 
Inzwischen ist der Unterschied in der Lebenserwartung der Studie zufolge bei den Frauen ganz verschwunden, bei den Männern liegt er nur noch bei 1,4 Jahren. Ein heute in den neuen Bundesländern geborenes männliches Baby wird der Studie zufolge im Schnitt sechs Jahre älter als eines, das dort kurz vor der Wende geboren wurde. Bei Mädchen beträgt der Unterschied vier bis fünf Jahre. Heutzutage hinge die Lebenserwartung nicht mehr vom Geburtsort, sondern von sozio-ökonomischen Faktoren wie Arbeits- und Einkommensverhältnissen oder dem Bildungsstand ab, so die Autoren.
 
Nach wie vor gibt es in den neuen Bundesländern jedoch mehr Menschen mit starkem Übergewicht und bestimmten Erkrankungen. 2012 etwa lagen diese fünf Länder bei der Herzinfarkt-Sterblichkeit vorne. Am Schlechtesten schneidet bei Herzerkrankungen regelmäßig Sachsen-Anhalt ab, hier haben Männer mit 75,8 Jahren auch deutschlandweit die geringste Lebenserwartung (der Durchschnitt liegt bei 79 Jahren). Allerdings kommen in diesem Bundesland eben auch Risikofaktoren wie Arbeitslosigkeit und geringe Bildung besonders häufig vor.
 
In Sachen Suchtmittelkonsum gleichen sich die Deutschen zwar an, dennoch gibt es in den neuen Bundesländern nach wie vor mehr Sterbefälle infolge von Alkoholkonsum. Zwar war bereits vor der Wiedervereinigung Bier in beiden Teilen der Republik das beliebteste Genussmittel. An zweiter Stelle lag jedoch im Westen Wein, im Osten der weitaus gefährlichere Schnaps. 1989 lag der jährliche Schnapskonsum in der DDR bei 15 Litern, in der BRD nur bei 6,2 Litern. Noch heute zeigen besonders die Männer in den neuen Bundesländern häufiger ein riskantes Trinkverhalten. Einzig der Bierkonsum gehe seit Jahren länderübergreifend in ganz Deutschland zurück, so die Studienautoren. (ah)
 
23.07.2015 l PZ
Foto: Fotolia/creedline
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Rivaroxaban-Kritik: Bayer wehrt sich

Bayer hat die wiederholte Kritik an der Zulassungsstudie seines Gerinnungshemmers Rivaroxaban (Xarelto®) zurückgewiesen. Nachdem...



Zytostatika: Weitere Großausschreibung startet

Knapp ein Viertel des bundesweiten Gesamtmarkts für parenterale Zubereitungen kommt neu unter Rabattvertrag. Nach einigen AOKen und der DAK...



Antibiotika-Einsatz: Grüne sehen Regierung unter Zugzwang

Die Grünen haben der Bundesregierung vorgeworfen, keine umfassende Strategie gegen den Missbrauch von Antibiotika zu haben. Die...



Pharmagesetz: «Deutschland muss Apotheke der Welt bleiben»

Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), verteidigt die Ergebnisse des Pharmadialogs und den daran...

 
 

Diskussion: Wieder Parität, aber neue Strukturen
Welche Herausforderungen kommen auf die Gesundheitspolitik zu? Dieser Frage widmeten sich die gesundheitspolitischen Sprecherinnen der...

Opioid-Therapie: Tipps für die Umstellung von oral auf TTS
Sollen Patienten von einer oralen Opioid-Medikation auf ein transdermales System (TTS) wechseln, brauchen sie eine gute Beratung in der...

Fälschungen bereiten Pharma-Konzernen Milliardenverluste
Den Pharma-Unternehmen der Europäischen Union entgehen aufgrund von Medikamentenfälschungen jedes Jahr rund zehn Milliarden Euro. Das seien...

Grüne: Psychisch Kranke ambulant besser versorgen
Die Grünen haben eine bessere Versorgung psychisch Kranker in Deutschland gefordert. Die Bundesregierung müsse endlich ein umfassendes...

Zika: USA warnen Schwangere vor Reisen nach Südostasien
Schwangere Frauen sollen wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Zika-Virus nach dem Rat der obersten US-Gesundheitsbehörden nicht nach...

Antibiotikaresistenzen: Koalition macht Ernst
Die Bundesregierung will in den kommenden vier Jahren 21 Millionen Euro für die Wirkstoffforschung bereitstellen. Im Haushaltsjahr 2017...

Zytostatika-Ausschreibungen: Expertengespräch im Bundestag
Der Bundestag hat sich in den Streit zwischen Krankenkassen und Apothekern um die Ausschreibung von Zytostatika eingeschaltet: Am 19....

AMG-Novelle: Endgültige Gesetzänderung erst im November
Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat am 28. September die vierte geänderte Fassung des sogenannten Arzneimittelgesetzes (AMG) in...

OTC-Markt: Arznei- und Gesundheitsmittel boomen
Vitamine, Mineralstoffpräparate und Nahrungsergänzungsmittel (NEM) gehören zu den in der Apotheke am häufigsten nachgefragten rezeptfreien...

ARMIN: Mehr als ein Medikationsplan
Patienten, die regelmäßig mindestens drei verschrei­bungs­pflichtige Arzneimittel einnehmen, haben ab dem 1. Oktober Rechtsanspruch auf...

Große Studie: Herzrisiko von NSAR neu beurteilt
Klassische nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) und Hemmer der Cyclooxygenase (COX) 2 können das Risiko für eine Herzinsuffizienz...

DAV und AXA vereinbaren Arzneiberatung
Ab Oktober können Vollversicherte Kunden der privaten Krankenversicherungen AXA und DBV in vielen Apotheken einen neuen Service in Anspruch...

Ärzte-Kritik an Gröhe wegen «Eingriff in die Selbstverwaltung»
Die Bundesärztekammer (BÄK) hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) massive Eingriffe in die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens...

Neue Köpfe im BAH-Vorstand
Die Führungsspitze bleibt, eine Etage darunter gibt es neue Gesichter. Nach der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der...

Rivaroxaban: Neue Zweifel an Zulassungsstudie
Ging bei der Zulassungsstudie des Gerinnungshemmers Rivaroxaban (Xarelto®) alles mit rechten Dingen zu? Das «British Medical...

Private Krankenversicherungen: Höhere Beiträge in Sicht
Viele privat Krankenversicherte müssen nach einem Medienbericht bald mit zum Teil massiven Beitragserhöhungen rechnen. Nach Informationen...

Studie: Herzinfarkt-Vorwissen kann Leben retten
Wer Symptome eines Herzinfarkts kennt, kann im Ernstfall einen lebensrettenden Zeitvorsprung haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutschen...

Ärzte und Kassen: Keine Finanzprobleme durch Flüchtlinge
Krankenkassen und Ärzteschaft sind Darstellungen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry entgegengetreten, es gebe im deutschen Gesundheitssystem...

Medikationsplan: Fachärzte wollen Apotheker einbinden
Die Apotheker haben kürzlich mit Blick auf die für den 1. Oktober geplante Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans erneut ihrem...

Leukämie: Alter Bekannter wird neues Target
Forscher haben ein neues Angriffsziel für Arzneistoffe zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) identifiziert. Wie ein von...

Arzneimittelverschrei­bungen: Apotheker darf ergänzen
Apotheker dürfen künftig ein Rezept um den fehlenden Vornamen und die Telefonnummer des verordnenden Arztes eigenverantwortlich ergänzen....

Masern in Amerika offiziell für ausgerottet erklärt
Der amerikanische Kontinent ist offiziell komplett frei von Masern. «Das ist ein historischer Tag für die Region und auch für die Welt»,...

Kerntransfer: Baby mit Erbgut dreier Menschen geboren
Unter Federführung US-amerikanischer Ärzte ist erstmals ein Baby zur Welt gekommen, das mittels Kerntransfer drei genetische Eltern hat....

Schulpsychologen: Bedarf erheblich höher als Angebot
In vielen Schulen ist die Versorgung mit Schulpsychologen aus Sicht ihres Berufsverbands nur mangelhaft. «Wir können in den letzten Jahren...

Glücksspielsucht: Experten wollen Prävention fördern
Menschen mit Glücksspielsucht und ihre Angehörigen sollten öfter die Beratungsstellen um Hilfe bitten. Dazu hat heute in Potsdam...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU