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Beipackzettel: Nicht verunsichern lassen

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Beipackzettel: Nicht verunsichern lassen
 


Die Auflistung von Nebenwirkungen in Beipackzetteln verunsichert viele Patienten, vor allem wegen der Angaben zu ihrer Häufigkeit. «Wenn eine Nebenwirkung laut Packungsbeilage ‹häufig› auftritt, entspricht das nicht dem, was man landläufig darunter versteht», sagt Gabriele Overwiening (Foto) aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer.

 

‹Häufig› bedeute, es leiden darunter weniger als einer von zehn Anwendern, ‹gelegentliche› Nebenwirkungen beträfen weniger als einen von 100 Anwendern. Overwiening: «Bevor man aus Angst vor Nebenwirkungen ein Medikament nicht einnimmt, sollte man mit dem Apotheker über Risiken sprechen. Durch sachliche Information und das persönliche Gespräch kann er die Einnahmetreue in vielen Fällen verbessern.»

 

Die im Beipackzettel aufgelisteten Nebenwirkungen träten zudem nicht bei jedem Patienten auf. Die Hersteller seien aber verpflichtet, Patienten über alle bekannten Nebenwirkungen zu informieren und die jeweilige Häufigkeit anzugeben. Dadurch entstünden teilweise lange Listen, die auf Patienten abschreckend wirken können. Overwiening: «Hat jemand den Verdacht, unter einer Nebenwirkung zu leiden, sollte er seinen Apotheker darüber informieren.» Die Apotheker melden dies der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

 

Bereits im 16. Jahrhundert prägte der Arzt Paracelsus den Grundsatz, dass jedes Medikament mit erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Overwiening: «Das gilt grundsätzlich auch für rezeptfreie Medikamente, auch wenn sie in vielen Fällen sehr gut verträglich sind. Aber auch hier bedarf es der Beratung durch das pharmazeutische Fachpersonal in der Apotheke. Das sorgt für die größtmögliche Arzneimitteltherapiesicherheit.»

 

23.06.2015 l ABDA

Foto: AKWL

 

 

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