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Vitamin D: Mehr als gesunde Knochen

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Vitamin D: Mehr als gesunde Knochen
 


Die Bedeutung von Vitamin D für die Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts und damit für den Knochenaufbau ist lange bekannt. Aber auch bei weiteren verschiedenen Erkrankungen vermuten Forscher einen Zusammenhang mit dem Vitamin-D-Status, sagte Professor Dr. Burkhard Kleuser von der Universität Potsdam beim Fortbildungskongress Pharmacon in Meran. In einer Metaanalyse korrelierte die Sterblichkeit bei kardiovaskulären Erkrankungen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel, und zwar unabhängig davon, ob die Probanden bereits zu Studienbeginn ein Herzleiden aufwiesen oder ob sie erst im Laufe der Beobachtungszeit erkrankten. Bei Krebserkrankungen war die Mortalität bei einem Vitamin-D-Mangel hingegen nur bei den Patienten erhöht, die bereits vor Studienbeginn an Krebs erkrankt waren. «Das könnte darauf hindeuten, dass Vitamin D keinen Einfluss auf die Entstehung einer Krebserkrankung hat, aber eventuell die Tumorprogression hemmen kann», sagte Kleuser.

Die Frage der Kausalität sei jedoch noch nicht abschließend geklärt, betonte er. So könnte ein niedriger Vitamin-D-Spiegel auch einfach auf einen schlechten Gesundheitszustand hindeuten. Langfristige Interventionsstudien fehlen noch. Bisher ist der Nutzen einer Vitamin-D-Gabe bei Krebs, kardiovaskulären Erkrankungen oder Stoffwechselkrankheiten nicht belegt. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) fallen mit einer täglichen Zufuhr von 20 µg beziehungsweise einem empfohlenen Serumspiegel von 50 nmol/l daher noch ziemlich moderat aus. «Hier gibt es noch einen großen Spielraum nach oben», sagte Kleuser. Normal seien Serumspiegel zwischen 50 und 150 nmol/l. Studien hätten gezeigt, dass beispielsweise das Sturzrisiko bei Senioren erst ab Konzentrationen von mindestens 60 nmol/l gesenkt wird. Als optimaler Wert für die Knochengesundheit habe sich in einer Studie 75 nmol/l erwiesen. Der von der DGE empfohlene Serumspiegel müsste daher kritisch beurteilt werden, so Kleuser. (va)
 
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08.06.2015 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller
 

 

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