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Multiresistente Keime: VRE breiten sich aus

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Multiresistente Keime: VRE breiten sich aus
 


Die Zahl Vancomycin-resistenter Enterokokken (VRE) steigt in Deutschland stark an. Das berichtete Professor Dr. Marianne Abele-Horn vom Universitätsklinikum Würzburg beim Pharmacon in Meran. «Je höher die Rate, desto größer ist auch die Gefahr von Resistenzübertragungen», betonte die Medizinerin und Pharmazeutin. Der Grund für die Verbreitung sei vor allem Hygienemangel, aber auch über die Nahrung könnten VRE übertragen werden. Mediziner blickten besorgt auf diese Entwicklung, denn VRE seien im Vergleich zu Methicillin-resistenten Keimen vom Typ Staphylococcus aureus (MRSA) schwerer zu behandeln, so Abele-Horn.

Die Enterokokken können nosokomiale Infektionen verursachen, zum Beispiel Harnwegsinfektionen, eine Peritonitis oder Bakteriämie. Zur Therapie stehen Ärzten derzeit nur die Antibiotika Linezolid, Daptomycin und Tigecyclin zur Verfügung. Die Therapieerfolge seien jedoch unterschiedlich, so Abele-Horn. Daptomycin zum Beispiel müsse für die Therapie sehr hoch dosiert werden. Bei einer unkomplizierten Zystitis könnten außerdem Fosfomycin und Nitrofurantoin gegeben werden. Als Reserveantibiotikum stehe Chloramphenicol zur Verfügung.

Im Gegensatz dazu geht die MRSA-Infektionsrate in Deutschland langsam zurück. Mittlerweile gebe es hierzulande eine Resistenzrate von durchschnittlich 17 Prozent, in einzelnen Kliniken seien aber durchaus noch Resistenzraten von 50 Prozent oder mehr möglich. «Infektionen mit MRSA lassen sich häufig gut mit Vancomycin behandeln», sagte Abele-Horn. Daneben stehen Linezolid, Daptomycin, Tigecyclin, Ceftarolin sowie die neuen Antibiotika Telavancin und Oritavancin zur Verfügung. (va)
 
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01.06.2015 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller
 

 

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