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Reizdarm: Zwei Wirkstoffe in den USA zugelassen

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Reizdarm: Zwei Wirkstoffe in den USA zugelassen
 


Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei Wirkstoffe zur Behandlung des Reizdarm-Syndroms mit Durchfall zugelassen. Eluxadolin (Viberzi® von Patheon Pharmaceuticals) wirkt als Agonist an μ-Opioid-Rezeptoren und Antagonist an δ-Opioid-Rezeptoren im Nervensystem und kann so Darmbewegungen reduzieren. Es muss zweimal täglich mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Wirksamkeit und Sicherheit bei einer Behandlung über 26 Wochen wurden in zwei klinischen Studien mit insgesamt 2425 Patienten gegenüber Placebo nachgewiesen. Als häufigste Nebenwirkung traten Verstopfung, Übelkeit und Bauchschmerzen auf. Gefährlicher sind Krämpfe des Sphincter Oddi, des Schließmuskels von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang ins Duodenum, die beobachtet wurden. Dies kann  zu Pankreatitis führen. Daher kommt der Arzneistoff nicht für Patienten mit Gallengangsobstruktion, Pankreatitis, schwerer Leberschädigung, schwerer Obstipation sowie beim Konsum von mehr als drei alkoholischen Getränken am Tag infrage.
 
Rifaximin (Xifaxan® von Salix Pharmaceuticals) wird dreimal täglich über 14 Tage eingenommen und soll Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall lindern. Falls die Symptome zurückkehren, kann die Behandlung jeweils im Abstand von zehn Wochen zweimal wiederholt werden. Rifaximin ist ein Antibiotikum und ein Abkömmling des Rifampicins. Es ist in den USA bereits zugelassen zur Behandlung von Reisediarrhö verursacht durch E.-coli-Bakterien sowie bei Patienten mit Risiko für das Wiederauftreten einer hepatischen Enzephalopathie. Wie genau Rifaximin bei Reizdarm-Patienten wirkt, ist nicht bekannt. Vermutet wird eine Änderung der Darmflora. Getestet wurde es in drei placebokontrollierten Studien an rund 1900 Patienten. Häufigste Nebenwirkungen waren Übelkeit und ein Anstieg des Leberenzyms Alanin-Aminotransferase (ALT). Bessert sich der Durchfall nicht unter Rifaximin oder wird schlimmer, sollte untersucht werden, ob sich eine Enterocolitis verursacht durch Clostridium difficile entwickelt hat. (dh)
 
28.05.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Bouaziz
 

 

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