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Cannabis: In der Medizin ja, Legalisierung nein

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Cannabis: In der Medizin ja, Legalisierung nein
 


Die Bundesregierung will schwerkranken Menschen den Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtern. Das hat die Drogenbeauftrage der Regierung, Marlene Mortler (CSU), heute in Berlin noch einmal bekräftigt. «Cannabis hat als medizinisches Präparat seine Berechtigung», sagte sie bei der Vorstellung des aktuellen Drogen- und Suchtberichts. Krankenkassen müssten die Kosten für entsprechende Arzneimittel daher übernehmen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir zeitnah eine entsprechende Reglung auf den Weg bringen werden. »

 

Eine allgemeine Legalisierung von Cannabis ist für die Bundesregierung hingegen keine Option. Auf einen solchen Schritt hatten zuletzt etwa Grüne und FDP gedrängt. «Die Risiken sind viel zu groß», sagte Mortler. Cannabis berge ernsthafte Gesundheitsgefahren vor allem für junge Menschen. «Wir dürfen den Konsum nicht verharmlosen.»

 

Dem Suchtbericht zufolge ist Cannabis nach wie vor die mit Abstand am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland. Beinahe jeder Vierte (23,2 Prozent) zwischen 18 und 64 Jahren hat schon einmal Erfahrungen mit Cannabis gemacht. Abhängig sind etwa 0,5 Prozent der Deutschen. Den stärksten Anklang findet die Droge bei den Unter-25-Jährigen. In dieser Altersgruppe sei Cannabis inzwischen der Hauptgrund für eine ambulante oder stationäre Behandlung bei Problemen mit illegalen Drogen, so Mortler. «Die Nachfrage nach Beratung und Behandlung aufgrund von Cannabiskonsum steigt.»

 

Kleine Erfolge konnte die Bundesregierung bei den legalen Drogen Alkohol und Tabak verbuchen. So sind 2013 rund 12,8 Prozent weniger Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden als 2012. Tabak rauchte 2014 zwar immer noch fast jeder vierte Erwachsene (24,5 Prozent), bei den 12- bis 17-Jährigen waren es aber nur noch 9,7 Prozent. «Damit liegt die Quote erstmals unter 10 Prozent», sagte Mortler. 2001 hatten noch 28 Prozent der Jugendlichen geraucht.

 

Die Opposition sieht sich mit Blick auf die Zahlen zum Cannabiskonsum insbesondere junger Menschen bestätigt. Die Zahlen zeigten «wie erfolglos die ideologische Verbotspolitik der Bundesregierung ist», sagte Harald Terpe von den Grünen. «Der Schwarzmarkt kennt keinen Jugendschutz.» Linken-Drogenexperte Frank Tempel lobte die geplanten Erleichterungen für den Einsatz von Cannabis in der Medizin. «Offenbar hat der Druck aus Gesellschaft und Opposition hier zu einem späten Umdenken geführt.» (sch)

 

21.05.2015 l PZ

Foto: Fotolia/sarra22

 

 

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