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Masern schwächen Immunsystem drei Jahre lang

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Masern schwächen Immunsystem drei Jahre lang
 


Wer einmal an Masern erkrankt, bleibt bis zu drei Jahre danach anfälliger für andere Infektionen. Die Impfung gegen Masern hat daher einen positiven Effekt auf die Sterblichkeit, der über den Schutz vor der Maserninfektion hinausgeht. Das berichten Forscher um Michael Mina von der US-amerikanischen Princeton University im Fachjournal «Science».

Masernviren attackieren im Körper T-Lymphozyten, die das Gedächtnis des Immunsystems bilden. Etwa einen Monat nach der Infektion kehren die T-Zellen zurück, haben dann aber ihre Erinnerung an andere Krankheitserreger verloren und sind nahezu ausschließlich gegen Masernviren gerichtet. Dieses Phänomen, das auch als immunologische Amnesie bezeichnet wird, war aus früheren Untersuchungen bereits bekannt. Bislang ging man davon aus, dass es nur ein bis zwei Monate lang anhält.

Anhand von Populationsdaten aus den USA, England, Wales und Dänemark fanden Mina und Kollegen jetzt allerdings heraus, dass die Masern-induzierte Vergesslichkeit des Immunsystems etwa 28 Monate lang anhält. In den untersuchten Populationen aus 1- bis 14-jährigen Kindern und Jugendlichen gab es während dieses Zeitraums eine statistisch signifikante Korrelation zwischen einer durchgemachten Maserninfektion und der Sterblichkeit an anderen Krankheiten. «Aufgrund der indirekten Effekte auf das Immunsystem scheint eine Reduktion der Maserninzidenz zu einem Abfall der Sterblichkeit an anderen Infektionskrankheiten zu führen», kommentiert Seniorautor Professor Dr. Bryan Grefell.

Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung der Masernimpfung. Sie bietet offenbar – abgesehen vom direkten Schutz vor einer potenziell tödlich verlaufenden Maserninfektion – auch einen immunologischen Schutz vor weiteren Infektionskrankheiten. Dieser Zusammenhang sollte in weiteren Studien untersucht werden. Die Autoren der vorliegenden Studie wollen sich nun der Langzeitwirkung der immunologischen Amnesie auf die Morbidität widmen. (am)

DOI: 10.1126/science.aaa3662
 
08.05.2015 l PZ
Foto: CDC/Goldsmith, Bellini
 

 

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