Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Das Ende vom Anfang

EDITORIAL

 

Das Ende vom Anfang


Als das Perspektivpapier »Apotheke 2030« auf dem Deutschen Apo­thekertag 2014 verabschiedet wurde, war so manches Auge feucht. Die Freude über den gefundenen Konsens und die Anstrengungen des langen Weges haben sich bei den Verantwortlichen da gleichermaßen Bahn gebrochen. Und es ist in der Tat beachtlich, was der Berufsstand in einem basisdemokratischen Prozess erarbeitet hat. Allerdings war und ist das Perspektivpapier nicht der Endpunkt eines Prozesses, sondern nur dessen erste Etappe, quasi das Ende vom Anfang: Es hat eine Mission (Apotheker sind die Experten für Arzneimittel) und eine Vision (systematisches Medikationsmanagement im heilberuflichen Netzwerk) beschrieben. Doch jetzt geht es um die strategische Umsetzung der Vorstellungen und ihre Operationalisierung mittels konkreter Maßnahmen.

 

Das Perspektivpapier hat dabei eine Kompassfunktion. Es hilft, sich im Tagesgeschäft auf die richtigen Fragen zu konzentrieren: Was zum Beispiel bedeutet seine Zielsetzung für die IT-Strategie der ABDA? Wie kann man die Datenbasis für ein Medikationsmanagement durch Apotheken schaffen? Muss man die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen nicht nach Kräften fördern, weil sie zukünftig der Transportweg für den elektronischen Medikationsplan der Patienten und damit essenziell für die Arbeit der Apotheke sein wird? Wann muss der elektronische Heil­berufe­ausweis für Apotheken da sein? Und wäre das weiland aus anderen Gründen so kritisch beäugte E-Rezept im neuen Kontext nicht nachgerade notwendig?

 

Derart heruntergebrochen auf das konkrete Handeln vermag das Perspektiv­papier die Richtung für die politische Arbeit und die Kommuni­ka­tions­aufgaben der apothekerlichen Berufsorganisationen heute und morgen vorzugeben. Einem Teil dieser PZ-Auflage liegt deshalb ein Magazin zur »Apotheke 2030« bei. Es dokumentiert den Fortgang der Umsetzungsarbeiten. Es soll aber auch Anregung und Aufforderung an Apo­theken­inhaber und ihre Teams sein, die Kompassfunktion des Perspektivpapiers für den eigenen Marsch in die Zukunft zu nutzen: Was sind die entscheidenden Zukunftsfragen für die eigene Offizin? (Wie) Ist sie für das veränderte Versorgungsgeschehen der Zukunft aufgestellt? Es mag banal klingen, aber am Ende des Tages entscheidet jede einzelne Apotheke mit, ob und wie die Vision des Perspektivpapiers mit Leben erfüllt wird.


Dr. Reiner Kern 

Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

 



Beitrag erschienen in Ausgabe 17/2015

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 











DIREKT ZU