Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Kleine Anleitung zum betrieblichen Scheitern

NACHRICHTEN

 
Kleine Anleitung zum betrieblichen Scheitern
 


Unter dem Titel «Richtig Abstürzen – die Apotheke bin ich» zeigte der österreichische Wirtschaftskabarettist Christian Pongratz (Foto) auf dem PZ-Management-Kongress in Palma de Mallorca den schnellen Weg zur Unternehmenszerstörung auf. Grundvoraussetzung für einen erfolglosen Tag im Unternehmen wäre ein gesunder «Anzipf», das österreichische Wort für die unterste Motivationsstufe. Mit diesem sollte man möglichst morgens schon aufstehen, was einiger Übung bedürfe, und dann in den Betrieb mitnehmen, um ihn dort in alle Ebenen weiterzureichen. Gerade das Weitergeben sei ein wichtiger Faktor, so Pongratz, das entlaste auch mental.
 
Ein Betriebsdesaster würde sich nur dort einstellen, wo die Grundeinstellung stimmt. Daher seien die vier Arten der Grundmotivation Stolz, Sicherheit, Spaß und Profit die Hauptfeinde. Besonders Spaß an der Arbeit sei gefährlich, weil hier kein ordentlicher Anzipf aufkommen könne. Allein mit Mitarbeitern, die vom Profit angetrieben werden, ließe sich arbeiten, weil hier die Grundloyalität fehle, erklärte der promovierte Betriebswirt und Gründer des Kärtner Büros für Unternehmungszerstörung. Herzstück des Betriebsdesasters seien Fehler. Diese müsse man nicht nur machen, sondern auch wiederholen, unter den Teppich kehren, wo sie sich vermehren können, bis es irgendwann zur Explosion kommt. Beim Umgang mit auftauchenden Fehlern ließen sich zwei Arten unterscheiden. Wurde der Fehler nicht in der Führungsebene gemacht, ist eine Abreibung fällig. Stammt der Fehler aber aus der Führungsebene sollte man Ruhe bewahren und den Fehler als neuen Standardprozess ausgeben.
 
Ein wichtiger Faktor sei auch die korrekte Kommunikation im Unternehmen, bei der drei Grundregeln zu beachten seien. Die erste laute: Lauter ist immer besser. Wer seine Mitarbeiter wertschätzende anspreche, habe schon verloren. Hilfreich seien auch Formulierungen wie «Da gebe ich Ihnen Recht», weil dies impliziere, das man das Recht besitze und nach Belieben verteilen könne. Außerdem sei klarzustellen, dass bei Missverständnissen zwischen Unternehmensleitern und Mitarbeitern grundsätzlich die Ursache  bei den Mitarbeitern liegt: Entweder sie erklären schlecht oder sie verstehen die Erklärungen der Unternehmensführung nicht richtig. Anschließend befasste sich der Referent mit dem Begriff «Unternehmer». In diesem stecken die Worte unten und nehmen. «Wollen wir das wirklich sein? », fragte Pongratz. «Jemand der unten etwas nimmt? » Dafür gebe es schließlich Banken und Finanzämter. Besser man fühle sich als «Übergeber», was noch zu aktiv formuliert ist, oder als «Überlasser», was ausreichend passiv ist, um das Betriebsdesaster zu garantieren. (ch)
 
16.04.2015 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Heimversorgung: Lagerraum als Arbeitsstätte zulässig

Apotheken dürfen die Heimversorgung auch von einem externen angemieteten Lagerraum aus regeln. Das hat das Bundesverwaltungsgericht...



Ärzte gegen Übergewicht: Softdrink-Steuer soll Trend stoppen

Im Kampf gegen Übergewicht haben Ärzte eine Softdrink-Steuer, mehr Schulsport und Ernährungskunde als Unterrichtsfach vorgeschlagen. Mehr...



Neue Arzneimittel: Zulassungskrimi ohne Sieger

Eteplirsen versus Drisapersen: Zwei Wirkstoffe zur Behandlung von Patienten mit Morbus Duchenne lieferten sich zuletzt ein...



Medizinprodukte-Verordnung: Endlich EU-Kompromiss

Das Ringen hat ein Ende. Gestern haben sich die Vertreter des Europäischen Parlaments und des Ministerrats auf eine bessere...

 
 

Mehr Krebstote durch Finanzkrise
Die globale Finanzkrise hat zu einem Anstieg der Krebstodeszahlen geführt. Infolge von Arbeitslosigkeit und Einschnitten im...

Am Lebensende: Wertschätzung für pflegende Angehörige

«Fürs Sterben muss man Kraft haben.» Der Theologe Herrmann Reigber, der die Christophorus-Akademie in München...

Arzneiformen für Senioren: Der Trick mit dem Klick

Senioren bekommen oft viele verschiedene Arzneimittel gleichzeitig verschrieben. Mit zunehmendem Alter lassen jedoch die...

Persönlichen Kundenkontakt als Trumpf ausspielen

Das Gesundheitswesen steht vor einem grundlegenden Wandel: Mit dem E-Health-Gesetz, das Anfang dieses Jahres in Kraft...

Neue Arzneistoffe: ein ziemlich guter Jahrgang
36 neue Wirkstoffe, davon zehn Sprung- und 17 Schrittinnovationen: Der Jahrgang 2015 war in puncto neue Arzneimittel «ziemlich gut»,...

Opioide: Obstipation im Fokus
«Opioide sind die potentesten Analgetika, die wir kennen», sagte der Präsident der Deutschen Schmerzliga, Privatdozent Dr. Michael Überall...

Neuropathischer Schmerz: Eine Herausforderung
Nervenläsionen, diabetische Neuropathie oder Trigeminusneuralgie: Die Behandlung von Patienten mit neuropathischen Schmerzen stellt...

Entlassmanagement: ABDA kritisiert Rahmenvertragsentwurf
Die Apothekerschaft hält einige Punkte der im März in Kraft getretenen Änderung der Arzneimittelrichtlinie ohnehin für praxisfern. Nun...

Erdnüsse schützen nachhaltig vor Erdnussallergie
Wenn Kinder mit einem Risiko für Lebensmittelallergien regelmäßig in ihrer frühesten Kindheit Erdnüsse zu sich nehmen, senkt dies das...

Ärzte: Arzneimittelpreise überfordern Gesundheitssystem
Deutschlands Ärzte haben die Bundesregierung aufgefordert, gegen steigende Arzneimittelpreise vorzugehen. Dringender Verbesserungsbedarf...

PZ-Innovationspreis 2016: Nivolumab ausgezeichnet
Ein Immuntherapeutikum gegen Hautkrebs hat den 22. Innovationspreis der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) gewonnen: der Antikörper Nivolumab...

Essen im Hellen erhöht Insulinresistenz
Ein romantisches Candlelight-Dinner hat gegenüber der Nahrungsaufnahme in einer grell erleuchteten Kantine viele Vorteile. Einer davon ist,...

Gesundheitsministerium bezuschusst Antibiotika-Forschung
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) unterstützt mit 500.000 Euro die neu gegründete Globale Partnerschaft für Antibiotika-Forschung und...

Herzinsuffizienz: Entresto in Leitlinie aufgenommen
Das Arzneimittel Entresto® haben Experten in die aktualisierte Leitlinie zur Diagnose und Therapie der chronischen...

Nikotinvergiftung: Kinderarbeiter auf Tabakplantagen gefährdet
Tausenden Kindern droht Menschenrechtlern zufolge bei der Arbeit auf Tabakplantagen in Indonesien eine Vergiftung durch Nikotin und...

Schutz bei Atomunfall: NRW kauft Iod auf eigene Rechnung
Um die Bevölkerung bei einem Atomunfall besser schützen zu können, will Nordrhein-Westfalen Iodtabletten für alle Schwangeren und...

Depression: Screening mit Zwei-Fragen-Test
Bei älteren und alten Menschen zeigt sich eine Depression oft unspezifisch mit vielen Symptomen. Professor Dr. Gerhard W. Eschweiler (Foto)...

Pandemien schneller bekämpfen: G7 wollen WHO unterstützen
Die sieben reichen Industrienationen (G7) wollen die internationale Reaktion auf den Ausbruch von Pandemien verbessern und beschleunigen....

Milliarden-Angebot abgelehnt: Monsanto lässt Bayer auflaufen
Bayer muss bei seiner geplanten Milliardenübernahme des umstrittenen US-Agrarchemiekonzern Monsanto nachbessern. Monsanto lehnt das...

HAV öffnet sich der digitalen Revolution in der Apotheke
Maschinen verfügen zunehmend über Kompetenzen, die bislang Menschen vorbehalten waren – bis hin zur medizinischen Beratung von Patienten....

Nullretax bei Formfehlern: Heilung in Sicht
Apotheker dürfen Formfehler künftig heilen. Das geht aus dem geänderten Rahmenvertrag hervor, auf den sich Apotheker und Kassen im...

Pflegeheimbewohner: Stärkerer Fokus auf die Nieren
Patienten in Alten- und Pflegeheimen sind prädisponiert für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Beim Fortbildungskongress Pharmacon...

Elektronische Arztbriefe: Uniklinik startet Pilotprojekt
In der Rostocker Universitätsklinik hat ein Pilotprojekt zur sogenannten vernetzten Medizin begonnen. Erstmals wurden testweise Arztbriefe...

Kein Hokuspokus: Placebo ist Teil der Therapie
Nein, ein Placebo ist kein unwirksames Präparat. Placebo hat in vielen Fällen eine nicht unerhebliche Wirkung, sagt Professor Dr. Christian...

Noch mehr Meldungen...













DIREKT ZU