Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

USA: Neuer Antikörper für Hochrisiko-Neuroblastome

NACHRICHTEN

 
USA: Neuer Antikörper für Hochrisiko-Neuroblastome
 


Die US-Arzneimittelbehörde hat den monoklonalen Antikörper Dinutuximab (Unituxin®) als Erstlinien-Therapie bei Kindern mit Hochrisiko-Neuroblastomen in einem beschleunigten Verfahren zugelassen. Diese seltene Krebsart tritt vor allem bei Kindern unter fünf Jahren auf und bildet sich aus unreifen Nervenzellen. Patienten mit dem Hochrisiko-Typ haben trotz aggressiver Therapie nur eine 40- bis 50-prozentige Chance zu überleben. Hersteller United Therapeutics hat auch in der Europäischen Union eine Zulassung beantragt.

Der chimäre Antikörper Dinutuximab ist so designt, dass er an die Oberfläche der Neuroblastom-Zellen bindet und ihre Auflösung induziert. Der Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierende Faktor (GM-CSF), Interleukin-2 und Isotretinoin sollen die Wirkung unterstützen und daher gemeinsam mit Dinutuximab eingesetzt werden bei Kindern, die zumindest teilweise auf eine multimodale Therapie mit Chemotherapeutika, Operation, Bestrahlung und Knochenmarktransplantation angesprochen haben.

In einer klinischen Studie mit 226 Kindern mit Hochrisiko-Neuroblastomen erhielten zusätzlich zur multimodalen Therapie entweder Isotretinoin allein oder Dinutuximab plus GM-CSF, Interleukin-2 und Isotretinoin. Drei Jahre nach der Therapie hatten 63 Prozent mit der Dinutuximab-Therapie überlebt und waren frei von Tumorwachstum gegenüber 46 Prozent in der Vergleichsgruppe.

Da Dinutuximab zelltoxisch auf Neuronen wirkt, sind zahlreiche schwere Nebenwirkungen möglich, unter anderem starke Schmerzen, die mit intravenösen Narkotika behandelt werden müssen, Nervenschäden, lebensbedrohliche Infusionsreaktionen, Infektionen, Elektrolytstörungen und Knochenmarksuppression.

Die Erkrankung nimmt ihren Anfang meist in den Nebennieren, kann sich aber auch im Bauch- und Brustraum oder entlang der Wirbelsäule entwickeln. Neuroblastome machen rund 7 Prozent aller Krebserkrankungen bei Kindern aus. In Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise 130 Kinder neu an diesem soliden Tumor. (dh)
 
Mehr zum Thema Krebs und Zytostatika
 
11.03.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Frantab
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


ABDA-Wahl: Schmidt und Arnold kandidieren

Am 7. Dezember wählt die Mitgliederversammlung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände turnusmäßig ihre neue Spitze. Mit...



Antibiotika-Verordnung: Laborärzte gegen Schnelltests

Mithilfe von Schnelltests auf bestimmte Laborparameter will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den unnötigen Einsatz von...



Arzneistudien mit Kindern: Eltern häufig misstrauisch

Für geschätzte 90 Prozent aller Medikamente liegen keine speziellen Zulassungen für die Kinderheilkunde vor. Nur für wenige Medikamente...



Foodwatch: Erfrischungsgetränke enthalten zu viel Zucker

Mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk in Deutschland enthält nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch zu viel Zucker. Bei...

 
 

Linken-Politikerin: Zuzahlungen für Zahnersatz abschaffen
Die zunehmende Armut in Deutschland kann man nach den Worten der stellvertretenden Vorsitzenden der Linken-Fraktion, Sabine Zimmermann,...

Gehirn räumt im Schlaf auf
Im Schlaf sinkt die allgemeine Aktivität der Synapsen, die meisten Verbindungen werden geschwächt, manche sogar ganz abgebaut. Das konnten...

Gastrologen veröffentlichen «Klug entscheiden»-Empfehlungen
Krankheitsschübe bei Morbus Crohn lassen sich durch die dauerhafte Gabe von Cortison nicht wirksam verhindern, die normale Bevölkerung...

Myrcludex B vielversprechend gegen Hepatitis D
Myrcludex B, der erster Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse gegen Hepatitis B und D, hat sich in einer klinischen Phase-I-Studie als gut...

Vorsicht im Sommer: Babys wird’s schnell zu heiß
Wenn es draußen heiß ist, sollten Babys und Kinder möglichst zwischen 10 und 16 Uhr zuhause bleiben und ausreichend trinken. Niemals dürfe...

Rabattverträge: ABDA gegen Exklusivvergabe
Schließen die Krankenkassen mit lediglich einem Arzneimittelhersteller einen Rabattvertrag ab, erhöht dies das Risiko für Lieferengpässe....

Zivile Verteidigung: Notversorgung betrifft auch Arzneimittel
Die Bundesregierung will mit einer neuen «Konzeption Zivile Verteidigung» lebenswichtige Grundbedürfnisse der Menschen im Fall eines...

Zytostatika: Krankenhäuser wollen Patienten selbst versorgen
Nach dem Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen kritisiert nun auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)...

Orlistat: Daten zu Nebenwirkungen geschönt
Die Daten zur Verträglichkeit des Lipasehemmers Orlistat wurden in den Zulassungsstudien womöglich beschönigt. Zu diesem Schluss kommt ein...

Kindervorsorge: Neue Regeln für U-Untersuchungen
Von September an gelten neue Regeln für die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt. Mit dem neuen Programm (U1 bis U9) wird auch das...

Onkologen: Chaos bei Versorgung mit Krebsmedikamenten
Nach dem Start eines Ausschreibungsverfahrens für Krebsmedikamente in mehreren Bundesländern berichten Ärzte von teils chaotischen...

Erste lokale Zika-Übertragungen in Miami bestätigt
Die Behörden des US-amerikanischen Bundesstaats Florida haben eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami...

Grüne: Fitness-Apps gefährden Solidargedanken
Die Grünen haben vor einer Aushöhlung des Solidargedankens in der Krankenversicherung durch Gesundheits-Apps gewarnt. «Beitragsermäßigungen...

Bayern: Huml für GKV-Spitzenverbände auf Länderebene
Als realitätsfern und zentralistisch hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) den GKV-Spitzenverband bezeichnet. «Das Monopol...

Stada: Machtkampf um Aufsichtsrat tobt
Beim Pharma-Hersteller Stada gibt es bereits vor der Hauptversammlung am 26. August Krach: Nach dem Rücktritt des Vorstandschefs Hartmut...

Noch mehr Meldungen...












DIREKT ZU