Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

HIV bei Frauen häufig spät erkannt

NACHRICHTEN

 
HIV bei Frauen häufig spät erkannt
 


Unnötig viele Frauen in Deutschland erkranken an Aids, weil ihre HIV-Infektion zu spät erkannt wird. Darauf weist die Deutsche Aids-Hilfe in einer Pressemitteilung hin. Da Frauen nicht zu einer der Hauptrisikogruppen zählen, werden sie häufig trotz entsprechender Symptomatik nicht auf HIV getestet. Die Folge: Frauen sind überproportional häufig von Spätdiagnosen betroffen. So erfolgten 41 Prozent der HIV-Diagnosen bei Frauen im Jahr 2013 bei bereits weit fortgeschrittenem Immundefekt, wobei der Durchschnitt in Deutschland bei 31 Prozent liegt, informierte die Deutsche Aids-Hilfe. Eine Auswertung von Daten von 550 Patientinnen der Uniklinik Düsseldorf ergab, dass bei 80 Prozent von diesen die Zahl der Helferzellen bei der HIV-Diagnose bereits unter 350 pro Mikroliter Blut lag, also unter der Grenze, ab der eine Therapie dringend empfohlen wird.
 
Frauen, die ein HIV-Risiko gehabt haben könnten, sollten sich testen lassen. «Der Test ermöglicht im Fall einer HIV-Infektion eine rechtzeitige Therapie und damit ein langes und weitgehend normales Leben», betont Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe. «Ärzte sollten sich zu den Symptomen von HIV fortbilden und in Erwägung ziehen, dass ihre Patientinnen infiziert sein könnten, auch wenn die Frauen nicht zu den klassischen Betroffenengruppen gehören.»
 
Auf eine HIV-Infektion können Symptome wie Nachtschweiß, Fieber, hartnäckiger Husten, Durchfall, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen und eine erhöhte Infektanfälligkeit hindeuten. Viele nicht auf HIV spezialisierte Ärzte können Folgeerkrankungen der Infektion wie rezidivierende Pilzerkrankungen und bakterielle Lungenentzündungen nicht richtig deuten. Weder die Ärzte noch die Frauen denken an eine HIV-Infektion, weil die Patientinnen nicht zu den am stärksten betroffenen Gruppen wie schwulen Männern oder Drogenkonsumenten gehören. So kommt es zu vermeidbaren schweren Gesundheitsschäden, teilweise mit tödlichen Folgen. (ch)
 
Mehr zum Thema HIV und Aids
 
09.03.2015 l PZ
Foto: Fotolia/DenisNata
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Glücksspielsucht: Experten wollen Prävention fördern

Menschen mit Glücksspielsucht und ihre Angehörigen sollten öfter die Beratungsstellen um Hilfe bitten. Dazu hat heute in Potsdam...



Deutsche Unfallchirurgen: Vorbereitung auf Terroropfer

Die deutschen Unfallchirurgen und die Bundeswehr bereiten sich gemeinsam auf die Versorgung von Terroropfern vor. Kriegswaffen wie...



Millionen Menschen sterben wegen verschmutzter Luft

An den Folgen übermäßiger Luftverschmutzung sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich mehr als sieben Millionen...



Kassen vergeben die Hälfte aller Lose exklusiv

Die exklusive Vergabe von Rabattlosen ist bei den Krankenkassen nach wie vor beliebt: In den ersten acht Monaten 2016 zielten rund 52...

 
 

Digitale Arbeit: DGB warnt vor wachsenden Risiken
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Politik aufgefordert, Risiken für die Gesundheit durch digitale Arbeit einzudämmen. Die...

Arzneiverordnungsreport: AOK kritisiert Preispolitik
AOK-Chef Martin Litsch fürchtet mit Blick auf den Referentenentwurf des Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetzes (AM-VSG) um die...

Pakistan: Erneut groß angelegte Polio-Impfaktion
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sollen in Pakistan binnen drei Tagen 37 Millionen Kinder gegen Polio geimpft werden. Tausende...

Brandenburg: «Wir erwarten faire Honorierung»
«Die Patienten und die Gesellschaft dürfen von uns Apothekern eine hohe Leistungsqualität erwarten. Im Gegenzug erwarten wir eine faire...

Pfizer: Keine Aufspaltung der Sparten
Der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer hat Gedankenspiele zur eigenen Aufspaltung vorerst ad acta gelegt. Derzeit wolle man die zwei...

Nach Urteil: «Welle der Unsicherheit» bei Patientenverfügungen
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat dem Gesetzgeber vorgeworfen, den Bürger bei der Erstellung von Patientenverfügungen allein zu...

Bund will Zulassungsregeln für Heilpraktiker verschärfen
Die Bundesregierung erwägt nach Medienberichten strengere Zulassungsregeln für Heilpraktiker. Damit würden die Hürden für neue...

Verhütung: Unter Umständen zwei Pillen danach notwendig
Zur Verhütung einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr werden unter anderem Levonorgestrel-haltige Notfallkontrazeptiva...

Medikationsplan: Apotheker sehen Schwachstellen
Ab dem 1. Oktober haben gesetzlich Krankenversicherte, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen, Anspruch auf einen...

Sprachstörungen: Ursache immer klären!
Sprachstörungen, auch Aphasien genannt, sind immer eine rote Flagge, die Ursache dafür muss geklärt werden. Das machte der Notfallmediziner...

Volksleiden Nykturie: Oft ist es ein Alarmsignal
Häufiges nächtliches Wasserlassen, die Nykturie, kann ein Warnsignal für eine behandlungsbedürftige Erkrankung sein. «Fälschlicherweise...

Gesetzentwurf nach KBV-Skandal: Neue Vorschriften in Sicht
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zieht Konsequenzen aus dem Skandal um hohe Pensionszahlungen und rechtswidrige...

Legal Highs: Umfassendes Verbot beschlossen
Der Bundestag hat ein umfassendes Verbot von modernen künstlichen Drogen verabschiedet. Bisher konnten die Hersteller von sogenannten Legal...

Zahngesundheit: An die Dritten denken!
Gesunde Zähne hat bekanntermaßen nur, wer sie regelmäßig und richtig putzt. Oft übersehen wird aber, dass auch bei Teil- und Vollprothesen...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU