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Pille danach: Frauenärzte kritisieren ABDA-Leitfaden

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Pille danach: Frauenärzte kritisieren ABDA-Leitfaden
 


Mehrere Frauenärzteorganisationen kritisieren die Handlungs- und Beratungsempfehlungen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apthekerverbände zur rezeptfreien Abgabe der Pille danach als unzureichend. In einem Brief an Bundes­ge­sund­heitsminister Hermann Gröhe (CDU) äußern sie Besorgnis, da ihrer Ansicht nach grundlegende Beratungsinhalte sowohl in den Empfehlungen als auch in der Checkliste zur Beratungs­do­ku­mentation fehlten.
 
Es sei zu befürchten, dass «unverzichtbare Informationen» nicht in jedem Fall mit der gebotenen Dringlichkeit an Mädchen und Frauen in der Apotheke weitergegeben würden, heißt es in dem Schreiben, das von den Präsidenten des Berufsverbands der Frauenärzte, der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Deutschen Gesellschaft  für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin unterzeichnet ist.
 
«Die derzeit festgelegten Inhalte für die Beratung in den Apotheken geben Anlass zu der Befürchtung, dass die Abbruchraten als Folge einer lückenhaften Aufklärung künftig ansteigen könnten», heißt es in dem Brief. Insbesondere fehlen den Unterzeichnern Hinweise auf die möglicherweise nachlassende Wirkung von Levonorgestrel (LNG) bei einem Körpergewicht über 75 kg sowie auf die nachlassende Wirkung von Ulipristalacetat (UPA) bei einem Körpergewicht von über 90 kg. Auch werde der Tatsache, dass es nach der Einnahme der Notfallkontrazeptiva im weiteren Verlauf des Zyklus zu einem Eisprung kommen kann, selbst dann, wenn mit der Pille verhütet wird, nicht genügend Bedeutung beigemessen.
 
Grundsätzlich kritisieren die Frauenärzte auch, dass die nun vorgesehene Regelung zur Abgabe der Notfallverhütungsmittel Missbrauch nicht genügend verhindert. So sei es nach derzeitigem Stand möglich, dass das Arzneimittel auch an Dritte verkauft werde und so eine persönliche Beratung der Betroffenen unterbleibt. Zudem könne mit dem jetzigen Modell eine Vorratshaltung nicht ausgeschlossen werden. Die Frauenärzte befürworten daher, dass das Arzneimittel bereits in der Apotheke eingenommen werden muss.
 
Der ABDA seien alle diese Argumente bekannt, sie seien jedoch nicht in den Handlungs­em­pfehlungen zur Abgabe der Pille danach umgesetzt worden, so die Kritik. Die Frauenärzte fordern nun, die Einführung der Rezeptfreiheit für die Notfallverhütungsmittel über einen Zeitraum von fünf Jahren durch eine Evaluation zu begleiten. Dies hatte auch schon die Bundesärztekammer angeregt. Dabei sollten jährlich Zwischenberichte zu Nebenwirkungen der besagten Notfallkontrazeptiva erstellt werden sowie Statistiken der Schwangerschafts­ab­brüche. Auch die Entwicklung der Zahl der verkauften Packungen sollte regelmäßig erhoben werden. (et)
 
03.03.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Peter Atkins
 

 

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