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Neue Aids-Kampagne: Jugendliche bislang vernachlässigt

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Neue Aids-Kampagne: Jugendliche bislang vernachlässigt
 


Eine neue Kampagne der Vereinten Nationen will Jugendliche früher für das Thema HIV und Aids sensibilisieren. Die Immunschwächekrankheit ist bei 15- bis 19-Jährigen in Afrika die häufigste Todesursache.
 
Vor allem junge Frauen sind von Neuinfektionen betroffen. In Südafrika beispielsweise infizierten sich UN-Angaben zufolge im Jahr 2013 pro Woche etwa 860 Mädchen mit HIV aber nur 170 Jungen. Insgesamt gelten 2,1 Millionen Jugendliche weltweit als HIV-positiv, etwa 120.000 starben 2013 an den Folgen von Aids.
 
Jungen, oftmals aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Frauen fehlen das Wissen und das Selbstbewusstsein, beim Geschlechtsverkehr auf die Verwendung von Kondomen zu bestehen. Das ist ein Grund für die vergleichsweise hohe Infektionsrate bei jungen Frauen. Zudem können bei ihnen kleine oft unbemerkte Verletzungen der noch relativ dünnen Schleimhaut dazu führen, dass sie sich beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr leichter als Männer mit Aids infizieren. Mit der Kampagne soll auch gegen das Stigma angekämpft werden, das viele Jugendliche in Afrika weiter davon abhält, sich testen zu lassen oder ärztliche Hilfe zu suchen.
 
Unter dem Motto «All In» ist die Kampagne gleichermaßen ein Eingeständnis, dass dem Aids-Problem bei Jugendlichen bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. «Wir müssen die Jugendlichen erreichen», sagt Unicef-Direktor Anthony Lake. Die 15- bis 19-Jährigen sind die einzige Alterskohorte, in der die Zahl der Aids-bedingten Todesfälle nicht zurückgeht. Durch bessere Kooperation der verschiedenen Hilfsorganisationen, einer Neuausrichtung von Programmen und gezielten Informationskampagnen soll die Zahl der Neuinfektionen bei Jugendlichen bis 2020 um drei Viertel zurückgehen, die Zahl der Todesfälle soll um 65 Prozent reduziert werden.
 
Antiretrovirale Medikamente werden in manchen afrikanischen Staaten umsonst von der Regierung zur Verfügung gestellt, wie etwa in Südafrika, wo 15 Prozent aller weltweit HIV-positiven Jugendlichen leben. Doch genauso wichtig ist es, für ein Ende der Stigmatisierung von HIV-Positiven zu kämpfen, sagt Lebo Ramafoko vom Soul City Institut für Gesundheitskommunikation in Johannesburg. Sie hofft, die Tabus der sozial konservativen Gesellschaft aufzubrechen. «Wir können die Aids-Epidemie nicht mit Medikamenten besiegen, wir brauchen sozialen Wandel und eine Veränderung der Mentalität.»
 
17.02.2015 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/tang90246
 

 

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