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Körper und Seele: Dauerstress fördert Entzündung

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Körper und Seele: Dauerstress fördert Entzündung
 


Körper und Seele sind untrennbar miteinander verbunden. Die Wechselwirkungen zwischen Nerven-, Hormon- und Immun­sys­tem zu erforschen, sei Ziel der Psycho­neuro­immuno­logie (PNI), berichtete Professor Dr. Christian Schubert von der Medi­zi­ni­schen Universität Innsbruck beim BKK-Tag in München. Die Erkenntnisse der PNI könnten einen Paradigmenwechsel in der bisher sehr körper- und defizitorientierten Medizin einleiten.
 
Das Immunsystem und das neuroendokrine System des Körpers haben eine «gemeinsame biochemische Sprache», erklärte Schubert. Das bedeutet, dass Neurotransmitter, Hormone und Zytokine von beiden «verstanden» würden. Als wichtigen Mediator stellte er Interleukin-6 vor: IL-6 wirkt proinflammatorisch, was in akuten Stresssituationen günstig ist. So unterstütze es die Abtötung von Viren, locke Immunzellen in eine Wunde und reguliere Körpertemperatur und Stoffwechsel. Unter chronischem Stress schlägt der Effekt jedoch ins Gegenteil um: Das Immunsystem wird gehemmt. Personen, die demenzkranke Angehörige pflegten, hatten in einer Studie vierfach höhere IL-6-Spiegel als nicht pflegende Gleichaltrige. Andauernder Pflegestress führe zu vorschnellem Altern und verkürze die Lebenserwartung, resümierte Schubert.
 
Psychischer Stress könne auch Krebs fördern, da das Nervensystem direkt mit Tumorzellen korrespondiert. «Die Angst vor dem Rückfall ist ein Killer.» Die Aktivierung des sympathischen Nervensystems steigere die Resistenz gegen Chemotherapeutika und triggere die Vermehrung und Metastasierung von Krebszellen. Umgekehrt konnten Betablocker, die den Sympathikus dämpfen, bei Frauen mit Brustkrebs das Risiko für Metastasen und die Mortalität deutlich senken. 
 
Körper und Seele können natürlich auch positiv interagieren. Menschen, die sich wohlfühlen, in guten Beziehungen leben und ausgeprägte Lebensziele haben, hatten in einer Studie geringere IL-6-Spiegel. Dies galt auch für Menschen, die regelmäßig in die Kirche gehen. Laut Schubert habe die Studie eine lineare Beziehung zwischen der Häufigkeit des Kirchgangs und der Abnahme von IL-6-Werten und Mortalität gezeigt. «Spiritualität wirkt immunprotektiv, aber das wichtigste Lebenselixier sind positive menschliche Beziehungen.» (bmg)
 
10.02.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Lulu
 

 

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