Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Laumann: Ja zum freien Heilberuf

NACHRICHTEN

 
Laumann: Ja zum freien Heilberuf
 


Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU; Foto), hat sich klar für den freien Apothekerberuf ausgesprochen. «Die Präsenzapotheke steht nicht zur Disposition. Die bestehenden Strukturen im Gesundheitssystem sind so in Ordnung und sollen so erhalten bleiben», sagte Laumann beim Neujahrsempfang der Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf. Freiberuflichkeit sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Mensch im Mittelpunkt des Gesundheitssystems stehen könne. Denn wenn ein hilfsbedürftiger Patient Beratung brauche, müsse der Apotheker diese nach bestem Wissen und Gewissen leisten. Dabei dürfe er keinesfalls in Abhängigkeit von anderen Institutionen, beispielsweise Pharmaunternehmen, handeln, so Laumann. Er bekräftigte, dass die Bundesregierung keine Revolution im Gesundheitswesen plane.
 
Zwar sei der Gesundheitsmarkt ein gewaltiger Wirtschaftssektor, aber eben kein normaler Markt, betonte Laumann. Ein Patient, insbesondere ein lebensbedrohlich erkrankter, sei kein rationaler Marktteilnehmer, sondern ein hilfsbedürftiger Mensch. «Ohne ein persönliches Gespräch und ohne eine ganzheitliche Betrachtung kann eine gute Betreuung nicht gelingen.»
 
Die größte Herausforderung des Gesundheitssystems in der Zukunft sei es, so Laumann, Strukturen für die Versorgung Hochbetagter und Pflegebedürftiger zu schaffen. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Arzneimittelsicherheit. «Wir können darauf setzen, dass die Apotheker die Arzneimittelsicherheit auch in Zukunft gewährleisten werden», zeigte sich Laumann überzeugt. Die ausführliche Beratung des Apothekers werde in einer immer älter werdenden Gesellschaft und bei der steigenden Anzahl von Patienten mit Polymedikation zukünftig einen viel größeren Stellenwert einnehmen. Welche Medikamente ein Patient einnimmt, sollte Laumann zufolge daher zukünftig auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Dies biete dem Apotheker die Möglichkeit einer ganzheitlichen Beratung. (va)
 
12.01.2015 l PZ
Foto: AKNR/Alois Müller
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Nullretax bei Formfehlern: Heilung in Sicht

Apotheker dürfen Formfehler künftig heilen. Das geht aus dem geänderten Rahmenvertrag hervor, auf den sich Apotheker und Kassen im...



Pflegeheimbewohner: Stärkerer Fokus auf die Nieren

Patienten in Alten- und Pflegeheimen sind prädisponiert für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Beim Fortbildungskongress Pharmacon...



Elektronische Arztbriefe: Uniklinik startet Pilotprojekt

In der Rostocker Universitätsklinik hat ein Pilotprojekt zur sogenannten vernetzten Medizin begonnen. Erstmals wurden testweise Arztbriefe...



Kein Hokuspokus: Placebo ist Teil der Therapie

Nein, ein Placebo ist kein unwirksames Präparat. Placebo hat in vielen Fällen eine nicht unerhebliche Wirkung, sagt Professor Dr. Christian...

 
 

Flüchtlinge: Ärztepräsident fordert Gesundheitskarte
Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery dringt auf die generelle Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Vor Beginn des Ärztetags...

Hilfswerk: Kinder und Mütter weltweit besser schützen
Die reichen Industrienationen müssen nach Überzeugung von Entwicklungsorganisationen mehr für Kinder und Mütter tun. Vor dem Gipfel der...

WHO warnt: Welt ist nicht genügend vor Erregern geschützt
Der große Zika-Ausbruch in Südamerika ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch Folge eines vernachlässigten Kampfes...

Schiedsstellenverfahren: Einigung bei Nullretax
Es hat schon kaum mehr jemand daran geglaubt, aber Apotheker und Kassen haben sich am Montag in der Retax-Frage geeinigt. Beim vierten...

Diabetes: Hormonspritze normalisiert Blutzuckerwerte
Eine einzelne Injektion des Wachstumsfaktors FGF1 in das Gehirn von Mäusen mit Typ-2-Diabetes hat in einer Studie die Erkrankung über einen...

Chronische Schmerzen: Multimodal therapieren
Chronischer Schmerz hat keine Warnfunktion, sondern ist eine eigenständige Erkrankung mit biopsychosozialen Ursachen. Die Patienten sollten...

DPP-4-Hemmer: Kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko
Die Einnahme von Dipeptidylpeptidase (DPP)-4-Inhibitoren erhöht bei Typ-2-Diabetikern das Herz-Kreislauf-Risiko nicht. Zu diesem Schluss...

Schmerzen: Ätiologie entscheidet über Therapie
Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Mediziner unterscheiden zwischen Schmerztypen wie physiologischem und neuropathischem Schmerz sowie...

Kopfschmerzen: «Red flags» erkennen
Kopfschmerzen können akut lebensbedrohlich sein. Die Warnzeichen («red flags») müssten Arzt und Apotheker beim Erstkontakt mit dem...

Innovative Versorgung: G-BA begutachtet Förderanträge
Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat mit der Begutachtung von Projektskizzen begonnen, die sich um...

KBV will Problem umstrittener Zahlungen klären
Die Führung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist zuversichtlich, die ihr drohende Zwangsverwaltung abwenden zu können. Das...

BAH-Umfrage: Gleiche Versorgung für Flüchtlinge
81 Prozent der Deutschen sind dafür, dass Flüchtlinge den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung haben sollten wie Bundesbürger. Das...

Zika-Impfstoff: Erste Tests schon im November
Brasilien und die USA kommen bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Zika-Virus schneller voran als gedacht. Im November sollen die...

Monsanto-Übernahme: Bayer bietet 62 Milliarden Dollar
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will die größte Übernahme in der Firmengeschichte ohne den Verkauf eigener Unternehmensteile stemmen....

Eröffnung Pharmacon: Ohne Ernährungssicherheit kein Frieden
Der Kampf gegen den weltweiten Hunger ist eine internationale Herausforderung. Ausreichende Ernährung zähle zu den Menschenrechten und sei...

Noch mehr Meldungen...













DIREKT ZU