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Bisphenol A: Blutdruckanstieg durch Verpackung

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Bisphenol A: Blutdruckanstieg durch Verpackung
 


Der Weichmacher Bisphenol A (BPA), der als Beschichtung in Getränke- oder Lebensmitteldosen verwendet wird, kann zu erhöhten systolischen Blutdruckwerten führen. Hinweise darauf liefert eine koreanische Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin «Hypertension»  veröffentlicht sind. Die randomisierte Crossover-Studie aus Korea knüpft an frühere Arbeiten an, in denen ein Zusammenhang zwischen BPA-Exposition und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzfrequenz-Veränderungen gezeigt werden konnte.
 
Für ihre Untersuchung rekrutierten die koreanischen Autoren um Yun-Chul Hong und Sanghyuk Bae 60 Probanden über 60 Jahre (vor allem Frauen). Diese erhielten bei drei Studienbesuchen nach dem Zufallsprinzip jeweils zwei Portionen Sojamilch auf drei verschiedene Arten: einmal aus zwei Glasflaschen (geringster BPA-Gehalt), einmal aus zwei BPA-beschichteten Dosen (höchster BPA-Gehalt) und einmal aus einer Glasflasche und einer Dose. Zwei Stunden nach Einnahme des Getränks wurden Harnproben genommen. Erwartungsgemäß waren die BPA-Werte bei den Probanden am höchsten, die Sojamilch aus den zwei Dosen getrunken hatten. Sie lagen um 1600 Prozent höher als bei denen, die die Sojamilch aus zwei Glasflaschen getrunken hatten. Außerdem lagen deren systolische Blutdruckwerte etwa 4,5 mm Hg höher als nach den zwei Getränken aus den Glasflaschen – nach Ansicht der Autoren ein Indikator für eine klinisch signifikante Zunahme der Gefahr von kardiovaskulären Störungen wie Herzerkrankungen und peripheren arteriellen Erkrankungen.

Besonders gefährdet wären demnach Patienten mit Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Patienten mit diesen Erkrankungen sollten sich daher der möglichen Gefährdung bewusst sein, wenn sie häufig Gerichte oder Getränke aus beschichteten Dosen konsumieren. Als Alternative zu Konserven oder Getränkedosen sollten frische Lebensmittel oder Getränke aus Glasflaschen bevorzugt werden. Zudem, so die Autoren, wäre es wünschenswert, wenn die Industrie zur Auskleidung von Dosenbehältern Alternativen zu BPA entwickeln würde.

Bisphenol A ist eine weitverbreitete Chemikalie, die unter anderem als Innenbeschichtung für Getränke- und Konservendosen verwendet wird, sich aber auch als Weichmacher in einer Vielzahl von Plastikartikeln und Plastikflaschen und sogar in Zahnfüllungen findet. Lange Zeit galt der Stoff als unbedenklich. In den vergangenen Jahren geriet BPA jedoch häufiger in Misskredit. So ist die Substanz schon seit Längerem, vor allem wegen ihrer hormonellen Wirkung, in die Kritik geraten.
 
Aufgrund ihrer estrogenartigen Wirkung stört sie nachweislich bei einigen Organismen die Fortpflanzung und die Ausbildung der Fortpflanzungsorgane. Unter anderem soll die Spermienqualität gemindert und die Gehirnentwicklung von Embryos negativ beeinflusst werden. Vorsichtshalber wurde in Deutschland die Verwendung der umstrittenen Substanz zur Produktion von Babyfläschchen ab März 2011 verboten. (rt)

doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.114.04261
 
15.12.2014 l PZ
Foto: Fotolia/monticellllo
 

 

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