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Werbung für Bachblüten nur ohne Gesundheitsbezug!

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Werbung für Bachblüten nur ohne Gesundheitsbezug!
 


An Bachblüten scheiden sich schon lange die Geister. Einen Wirksamkeitsnachweis für die Behandlung mit den 37 Essenzen gibt es nicht, dennoch schwören manche Menschen darauf - vermutlich zu unrecht. Die Richter am Oberlandesgericht (OLG) Hamm sehen zumindest keinen Hinweis auf eine medizinische Wirksamkeit von Bachblüten. Deshalb haben sie einem Apotheker aus Rheda-Wiedenbrück untersagt, mit gesundheitsbezogenen Aussagen für die Produkte zu werben. Die von dem Apotheker gemachten Behauptungen, dass Bachblüten «in emotional aufregenden Situationen verwendet werden» oder «uns unterstützen können, emotionalen Herausforderungen zu begegnen» seien nur dann legal, wenn es europarechtlich zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Bachblüten gibt, die diese unspezifischen Aussagen stützen.
 
Bachblüten sind keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel. Für diese darf nicht ausschließlich mit unspezifischen Gesundheitsaussagen geworben werden. Was erlaubt ist, regelt seit 2007 die Health-Claims-Verordnung. Sie hat das Ziel, Verbraucher in der EU vor irreführenden oder wissenschaftlich nicht belegten Angaben und irreführender Werbung zu gesundheitsfördernden oder krankheitsverhindernden Eigenschaften von Lebensmitteln zu schützen. Da es keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben für Bachblüten gibt, kann es auch keine legale Werbung zu gesundheitlichen Effekten der umstrittenen Pflanzenteile geben.
 
Nach dem Urteil der OLG-Richter suggerieren die beklagten Aussagen des Apothekers eine nicht nachgewiesene Wirksamkeit von Bachblüten in Angstsituationen oder bei emotionalen Herausforderungen. Diese Behauptung wäre nur dann statthaft, wenn belegte spezifische Aussagen zu Bachblüten in der Health-Claims-Verordnung aufgelistet wären. Dabei sei es unerheblich, dass die in der Verordnung zusammengestellten Listen noch nicht vollständig sind. Das Urteil (4 U 138/13) ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision ist zugelassen. (dr)
 
09.12.2014 l PZ
Foto: Fotolia/Schlierner (Symbolbild)
 

 

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