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Bluthochdruck: Zu viele Medikamente für Heimbewohner

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Bluthochdruck: Zu viele Medikamente für Heimbewohner
 


Etwa ein Drittel der Pflegeheimbewohner, die blutdrucksenkende Therapie erhalten, bekommen zu viel des Guten. Das ermittelten Professor Dr. Reinhold Kreutz und Kollegen vom Institut für klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité Berlin. Sie nahmen die Medikation der Bewohner von zwölf stationären Pflegeeinrichtungen in Berlin unter die Lupe und maßen den Probanden dreimal über einen Zeitraum von sechs Monaten den Blutdruck. 90 Prozent der 177 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 84 Jahren waren von einer Hypertonie betroffen. 84 Prozent erhielten mindestens ein blutdrucksenkendes Medikament; bei 41 Prozent waren es sogar drei oder vier Wirkstoffe, schreiben die Pharmakologen in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift».

Bei 30 Prozent der behandelten Senioren lag der systolische Blutdruck zwar noch über der Grenze von 140 mmHg. Bei 34 Prozent sank der Blutdruck allerdings unter den für Patienten dieser Altersgruppe empfohlenen Wert von 120 mmHg. Nicht nur die Zahl der Medikamente war nach Einschätzung von Kreutz zu hoch, auch die Auswahl der Wirkstoffe sei problematisch gewesen. Mehr als 60 Prozent der Patienten erhielten Diuretika, unter denen es bei zu geringer Trinkmenge zu Elektrolytstörungen mit kardiovaskulären Problemen oder kognitiven Störungen kommen kann. Um eine Überbehandlung zu vermeiden, empfiehlt Kreutz, die Therapie regelmäßig durch Blutdruckkontrollen zu überprüfen und anzupassen. Tatsächliche klinische Ereignisse, die mit der Medikation zusammenhängen könnten, erfassten die Forscher nicht. (dh)

DOI: 10.1055/s-0034-1387422
 
04.12.2014 l PZ
Foto: Fotolia/Pressmaster
 

 

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