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Becker bemängelt Lieferprobleme

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Becker bemängelt Lieferprobleme
 


Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Fritz Becker, hat sich besorgt über Lieferengpässe bei Medikamenten in Deutschland gezeigt. Immer häufiger seien wichtige Arzneimittel wie bestimmte Antibiotika nicht zu bekommen, sagte Becker (Foto) heute auf einer Veranstaltung von Pro Generika.
 
Erst gestern habe er versucht, Erythromycin-Tabletten für einen Patienten zu besorgen. Drei Großhändler hätten das Mittel jedoch nicht vorrätig gehabt, sodass er es schließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt gegen ein anderes Antibiotikum ausgetauscht habe, sagte Becker. «Noch haben wir nur Liefer-, keine Versorgungsengpässe.» Die meisten Medikamente ließen sich gegen andere Präparate austauschen. Schwierigkeiten bei der Lieferung von Medikamenten häuften sich jedoch, sodass künftig auch Engpässe in der Versorgung nicht ausgeschlossen werden könnten. «Das darf am Standort Deutschland nicht passieren», warnte der DAV-Vorsitzende.
 
Er wünsche sich auch, so Becker, dass mehr Arzneimittel für spezielle Patientengruppen wie Kinder entwickelt würden. Diese müssten die Apotheker nach wie vor häufig off Label selbst herstellen. Dabei ist sich der DAV-Vorsitzende durchaus des Preisdrucks bewusst, unter dem insbesondere die Generikahersteller stehen. Mittlerweile würden die Zuschläge für Rabattverträge häufig an Unternehmen gehen, die nur noch ihren Vertrieb in Deutschland unterhielten, die Medikamente aber billig im Ausland produzieren ließen. «Die Preisschraube ist überdreht und wir müssen aufpassen, dass sie nicht abbricht», sagte Becker. «Warum wird zum Beispiel kein FSME-Impfstoff mehr in Deutschland produziert?» Durch solche Zustände komme es zu Lieferproblemen.
 
Auch der Geschäftsführer von Ratiopharm, Markus Leyck Diecken, erklärte, die Generikahersteller hätten arg mit dem Preisdruck zu kämpfen. Selbst viele Kassen würden mittlerweile eingestehen, dass ein möglichst günstiger Preis bei der Rabattvertragsausschreibung nicht das einzige Kriterium für den Zuschlag sein dürfe. Auch Qualität, zuverlässige Produktions- und gute Arbeitsbedingungen müssten eine Rolle spielen. Dies sei über das europäische Vergaberecht jedoch nur sehr schwer umzusetzen. «Hier müssen sich alle Beteiligten zusammensetzen und eine Lösung finden», so Leyck Diecken. (ah)
 
02.12.2014 l PZ
Foto: ABDA
 

 

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