Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

Pille danach: SPD legt Freigabe weiter auf Eis

NACHRICHTEN

 
Pille danach: SPD legt Freigabe weiter auf Eis
 


Die Debatte um eine Rezeptfreiheit von Levonorgestrel ist im Gesundheitsausschuss des Bundestags erneut vertagt worden. Die SPD ließ per Mehrheitsbeschluss vier entsprechende Anträge von Linksfraktion und Grünen von der Tagesordnung der gestrigen Ausschusssitzung streichen. Als Grund nannte sie weiteren Beratungsbedarf in der Partei über das Thema. Mit diesem Argument hatte die SPD bereits Ende September eine abschließende Beratung des Themas im Plenum verhindert. Die Debatte spaltet die Große Koalition. Während die Sozialdemokraten grundsätzlich für die Freigabe der Pille danach sind, sprechen sich Union und Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) deutlich dagegen aus.
 
Linken-Gesundheitspolitikerin Kathrin Vogler zufolge versteckt die Union ihre Ablehnung aus ideologischen Gründen hinter vorgeschobenen und unwissenschaftlichen Argumenten. «Wenn Minister Gröhe nicht von der europäischen Ebene zum Handeln gezwungen werden will, sollte er schnell selbst eine Verordnung für die Rezeptfreiheit von Levonorgestrel erlassen», sagte Vogler.
 
Damit spielte sie auf eine mögliche Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA für die Rezeptfreiheit des Notfallkontrazeptivums Ulipristal (ellaOne®) an. Eine solche Entscheidung würde den Druck auf die Union, Levonorgestrel aus der Rezeptpflicht zu entlassen, steigern. Vonseiten der Linksfraktion heißt es, der zuständige Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA werde voraussichtlich Ende November über das Thema beraten.
 
Laut Geschäftsordnung des Bundestags kann eine zu lange Beratungszeit einer Partei auch Konsequenzen haben. Demnach kann eine Fraktion nach Ablauf von zehn Sitzungswochen nach Überweisung eines Antrags oder auch Gesetzentwurfs verlangen, dass der Ausschuss dem Bundestag über den Stand der Beratungen berichtet. Diese Frist sei bereits abgelaufen, so die Linksfraktion. Sobald sich ein neuer Sachstand ergebe oder aus anderen Gründen eine erneute Debatte im Bundestag sinnvoll erscheine, werde die Linke unter Umständen vom Recht auf Berichterstattung Gebrauch machen. Laut den Linken ist die Blockade der SPD in dieser Sache zwar ärgerlich, jedoch aus Gründen der Koalitionsräson nicht unverständlich. (ys)
 
13.11.2014 l PZ
Foto: Fotolia/blobbotronic
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Philippinen: Terrorgefahr für Apotheker ohne Grenzen

Hilfsorganisationen sollen ihre deutschen Mitarbeiter wegen akuter Terrorgefahr von der philippinischen Insel Mindanao abziehen. Nach...



Orphan Disease: Herausforderung für Arzt und Patient

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland haben besondere Symptome. Sie stellen Ärzte oft jahrelang vor Rätsel, bis klar ist: Der Patient...



Kinder: Psychotherapie zu Hause statt in der Praxis

Psychiater und Psychotherapeuten wollen die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher verbessern. Ein Kernelement sei dabei der...



Gröhe: Kindergesundheit besser und früher stärken

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat eine gemeinsame Kraftanstrengung von Eltern, Kitas, Schulen, Ärzten sowie Verbänden gefordert,...

 
 

Stiftung Warentest: Gutes Urteil für teurere Inkontinenzhilfen
Die Stiftung Warentest hat 19 Inkontinenzhilfen im Labor und mit knapp 200 Männern und Frauen getestet. Neunmal gab es die Note «gut» – vor...

Nutzenbewertung: VdPP kritisiert EU-Pläne
Der Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP) kritisiert die Initiative der EU-Kommission, das...

TK: Mit Migräne-App gegen Kopfschmerzen
Migräne-Apps können die ärztliche Therapie bei Schmerzpatienten wirksam unterstützen. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Berlin...

Kranke Kinder: Jeder vierte Vater bleibt zu Hause
Väter melden sich nach einer Studie der DAK-Gesundheit mittlerweile öfter von der Arbeit ab, um ihre kranken Kinder zu Hause zu pflegen....

Hamburg bewirbt sich um Sitz der EMA
Von der Themse an die Elbe: Hamburg will die in London ansässige Europäische Arzneimittelagentur EMA nach dem Austritt Großbritanniens aus...

Cholesterol-Werte: Ziel verfehlt durch Statin-Nebenwirkungen
Statin-spezifische Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen verdreifachen das Risiko, dass ein Patient den angestrebten LDL-Zielwert unter...

Krebs: Sterberate sinkt, doch nicht bei Frauen mit Lungenkrebs
Die Sterberate für Krebs sinkt in der Europäischen Union (EU) insgesamt, allerdings bei Frauen weniger stark als bei Männern. 2017 werden...

Bayer: Monsanto-Übernahme kommt gut voran
Unsicherheiten bei der geplanten Übernahme des US-amerikanischen Saatgutriesen Monsanto bringen den Bayer-Konzern nicht aus dem Tritt. Bei...

Morbus Pompe: Enzymersatz ist langfristig wirksam
Patienten mit der seltenen Glykogen-Speicherkrankheit Morbus Pompe profitieren auch langfristig von einer Enzymersatztherapie (EET) mit...

Studie: Lebenserwartung wird 90 Jahre übersteigen
Die Lebenserwartung von Kindern in Industrienationen, die im Jahr 2030 zur Welt kommen, könnte einer Studie zufolge auf über 90 Jahre...

Prämie: 1 Milliarde Euro für neues Antibiotikum
Pharmahersteller sollen für den Markteintritt eines neuen, innovativen Antibiotikums eine einmalige Prämie von 1 Milliarde Euro erhalten....

Fettes Essen schadet dem Körper sofort
Schon eine einzige fettreiche Mahlzeit kann sich schädlich auf den Zuckerstoffwechsel und die Leber auswirken. Zu diesem Ergebnis kamen...

Links- oder Rechtshänder: Das Rückenmark entscheidet
Bisher ging man davon aus, dass die Ursache dafür, ob Menschen Rechts- oder Linkshänder sind, im Gehirn liegt. Eine neue Studie deutet nun...

4,5 Prozent mehr: Ausgaben für Gesundheit steigen weiter
Die Ausgaben für Gesundheit steigen in Deutschland immer stärker. 2015 flossen insgesamt 344,2 Milliarden Euro in den Sektor. Das waren 4,5...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU