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Fäkaltransplantation auch über Kapseln möglich

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Fäkaltransplantation auch über Kapseln möglich
 


Eine Stuhltransplantation ist auch mithilfe von tiefgefrorenen Kapseln, die aufbereitete Exkremente von gesunden Spendern enthalten, möglich. Durch die orale Einnahme dieser säureresistenten Kapseln konnten in einer Pilotstudie 90 Prozent der Patienten mit chronischen Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) geheilt werden. Das berichten Forscher um Dr. Ilan Youngster vom Massachusetts General Hospital in Boston im US-amerikanischen Ärzteblatt «JAMA».

 

In vorhergehenden Studien hatte die Übertragung des Mikrobioms von Gesunden auf Patienten mit CDI gute Ergebnisse gebracht. Bislang erfolgte die Transplantation allerdings meist mit frisch aufbereiteten Kotspenden, die in Lösung gebracht und über eine Nasensonde in den Darm der Erkrankten geleitet wurden. Einen einfacheren Applikationsweg haben nun die Forscher aus Boston an 20 Patienten mit CDI erprobt. Für ihre Untersuchung rekrutierten die Wissenschaftler gesunde Erwachsene, die eingehend auf Infektionserkrankungen untersucht worden waren und über mehrere Tage vor Abgabe der Stuhlprobe auf den Verzehr von allergenen Nahrungsmitteln verzichten mussten. Die Proben wurden in Lösung gebracht, gefiltert, verdünnt und dann in Kapseln eingeschlossen, die sofort auf - 80 °C eingefroren wurden. In diesem Zustand wurden die Kapseln vier Wochen aufbewahrt, um die Spender ein weiteres Mal auf Infektionen testen zu können.

 

Jeder CDI-Patient erhielt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen 15 dieser Kapseln. Wenn sich der Zustand der Patienten nicht innerhalb von 72 Stunden nach Applikation verbesserte, erhielten sie eine zweite Dosis. Bei 14 der 20 Patienten reichte eine zweitägige Behandlung aus, um die Symptome vollständig verschwinden zu lassen, berichten die Forscher. Sie waren in dem achtwöchigen Nachbeobachtungszeitraum symptomfrei. Von den sechs weiteren Probanden sprachen fünf auf eine zweite Dosis an, einer von diesen erlitt in den folgenden acht Wochen einen Rückfall. Insgesamt waren somit 18 der 20 Patienten symptomfrei, was einer Quote von 90 Prozent entspricht. 

 

«Die Verwendung von Kapseln erleichtert die Transplantation immens und könnte die Methode einer größeren Population zugänglich machen», sagt Youngster laut einer Pressemitteilung. Zuvor müssten aber die Ergebnisse in größeren placebokontrollierten Studien bestätigt und Langzeitdaten zur Sicherheit und Effektivität der Methode gewonnen werden. (ch)

 

DOI: 10.1001/jama.2014.13875

 

14.10.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Wollertz (Symbolbild)

 

 

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