Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

Symptome googeln: Wenn sich der Arzt einschaltet

NACHRICHTEN

 
Symptome googeln: Wenn sich der Arzt einschaltet
 


Amerikanische Internetnutzer sollen künftig per Webcam mit einem Arzt verbunden werden, wenn sie zuvor Krankheitssymptome gegoogelt haben. Das bestätigte der Suchmaschinen-Marktführer Google dem amerikanischen News-Portal engadget.com und weiteren Medien. In Deutschland berichteten unter anderem Spiegel Online und chip online darüber.
 
Den Berichten zufolge befindet sich das Angebot des Internetriesen derzeit in der Testphase. Öffentlich gemacht hatte es ein amerikanischer Internetnutzer, der in einem Blog erklärte, er habe nach «Schmerzen im Knie» gegoogelt. Daraufhin habe sich ein Fenster mit folgendem Text geöffnet: «Anhand deiner Suchanfrage vermuten wir, dass du eine Krankheit verstehen willst. Hier findest du Gesundheitsexperten, die du per Video konsultieren kannst. Die Sprechstundenkosten werden innerhalb der Testphase von Google übernommen.»
 
Schon seit dem vergangenen Jahr bietet Google über seinen Dienst Helpouts Sofortkontakt zu Experten aus verschiedenen Branchen an, allerdings kostenpflichtig. Das Online-Arztgespräch scheint ein Teil von Helpouts zu werden, steht bislang aber nur wenigen Nutzern zur Verfügung. Wann eine breite Öffentlichkeit darauf zurückgreifen können soll, teilte Google noch nicht mit.
 
In den USA ist das Konzept nicht völlig unbekannt. Dort existieren bereits andere Internetsites, über die Patienten sich ärztlichen Rat per Videochat einholen können. In Deutschland dagegen verbietet die Berufsordnung für Ärzte solchen Angebote. «Ärztinnen und Ärzte dürfen individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Auch bei telemedizinischen Verfahren ist zu gewährleisten, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Patientin oder den Patienten unmittelbar behandelt» heißt es dort.
 
Dass das unkritische Googeln von Krankheitssymptomen der Genesung nicht unbedingt zuträglich ist, weiß man allerdings auch hier. Schon seit einigen Jahren ist von dem bislang nicht wissenschaftlich definierten Krankheitsbild der Cyberchondrie die Rede. Es bezeichnet einen pathologischen Zustand von Menschen, deren Neigung zur Hypochondrie durch die Internetrecherche zu Krankheiten ausgelöst oder verstärkt wird. (ah)
 
13.10.2014 l PZ
Foto: Fotolia/apops
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Schutz für Kinder: Initiative will Rauchen in Autos verbieten

Die Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) hat an Bundesregierung und Bundestag appelliert, das Rauchen im Auto im Beisein von Kindern...



Patientenschützer fordern strengere Kontrolle von Apotheken

Nach Manipulationsvorwürfen gegen einen Apotheker in Nordrhein-Westfalen hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz schärfere Kontrollen der...



Krebs: Pilz-Halluzinogen lindert Depression und Angst

Das in psychedelischen Pilzen vorkommende Halluzinogen Psilocybin kann bei Krebspatienten im Endstadium Angst und Depression mildern. Wie...



Sensible Kundendaten: Apotheker passen auf

Deutsche Apotheker denken, dass sie sensible Daten ihrer Kunden ausreichend schützen. Das ist das Ergebnis einer Apokix-Umfrage des...

 
 

Hepatitis-C-Therapie: PRAC bestätigt Hepatitis-B-Reaktivierung
Unter einer Therapie mit direkt wirkenden antiviralen Arzneimitteln gegen Hepatitis C kann eine schlummernde Hepatitis B wieder aufflammen....

Fitnessarmbänder: Mängel beim Datenschutz
Eine bundesweite Überprüfung von Fitnessarmbändern hat Lücken beim Datenschutz aufgezeigt. 16 solcher Geräte wurden getestet, keines habe...

IQWiG: Nutzen von Gentests bei Brustkrebs fraglich
Bei bestimmten Brustkrebs-Patientinnen eingesetzte Gen-Tests bringen nach derzeitigem Stand keinen klaren Erkenntnisgewinn bei der...

Digitalisierung: Gesundheitswesen hinkt hinterher
Die deutsche Gesundheitswirtschaft läuft nach Ansicht des Soziologen Josef Hilbert Gefahr, auf wichtigen Feldern der Digitalisierung den...

Handicaps: Jeder Vierte in Europa sieht sich eingeschränkt
Jeder Vierte in der Europäischen Union sieht sich durch gesundheitliche Handicaps im Alltag eingeschränkt. Die Zahl nannte die europäische...

Nuklearer Notfall: NRW stockt Iodtabletten-Vorrat auf
Das Land Nordrhein-Westfalen will bei einem Atomunfall bis zu drei Millionen Haushalte mit Iodtabletten versorgen. Dafür wurden zusätzlich...

Demenz: Vorhofflimmern und Blutverdünner als Risikofaktoren
Patienten mit Vorhofflimmern (VHF), die zur Prävention von Schlaganfällen das Antikoagulanz Warfarin einnehmen, haben ein höheres Risiko...

Körpereigene Nanopartikel zum Antibiotika-Transport
Eine neue Forschergruppe am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) will eine Technologie entwickeln, mit der...

Kammer informiert Berufsberater über Apothekenberufe
Um mehr junge Leute für einen Apothekenberuf zu begeistern, geht die Apothekerkammer Westfalen-Lippe nun auch verstärkt den indirekten Weg....

Falsch dosierte Zytostatika: Apotheker unter Betrugsverdacht
Im Fall des Bottroper Apothekers, der massenhaft Krebsmedikamente in betrügerischer Absicht zu niedrig dosiert haben soll, fordern...

Crystal Meth: Neue S3-Leitlinie vorgestellt
Seit heute ist Deutschland das erste Land mit einer S3-Leitlinie, die Empfehlungen zum Umgang mit Crystal-Meth-Abhängigen macht. «Der...

Berufsstarter unter Stress: «Generation Z» schaltet auf Abwehr
Selbst Berufsstarter plagen sich laut einer Gesundheitsstudie schon häufig mit typischen Volkskrankheiten herum. Mehr als jeder dritte der...

UN entschuldigen sich für Cholera-Ausbruch in Haiti
Nach jahrelangem Zögern hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Schuld der Vereinten Nationen für den Cholera-Ausbruch 2010 in Haiti mit...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU