Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Marburg-Fieber: Ebola-ähnlicher Virus in Uganda aufgetaucht

NACHRICHTEN

 
Marburg-Fieber: Ebola-ähnlicher Virus in Uganda aufgetaucht
 


In Uganda ist ein 30-jähriger Mann an dem eng mit Ebola verwandten Marburg-Fieber gestorben. Das teilten die Behörden des ostafrikanischen Landes mit. 80 Menschen, mit denen der Patient in Kontakt stand, stünden derzeit in Quarantäne unter Beobachtung, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheits­dienstes, Jane Aceng, heute der Nachrichtenagentur dpa.
 
Das Gesundheitsministerium habe alle medizinischen Notfallteams reaktiviert, die über Erfahrung bei der Bekämpfung von Marburg-, Ebola- und ähnlichen lebensgefährlichen Viren verfügen. Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden. Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren, Berührungen zu vermeiden und mit den Gesundheitshelfern zu kooperieren.
 
Marburg wie auch Ebola sind in Uganda bereits mehrfach ausgebrochen. Zwischen Ende 2000 und Anfang 2001 starben bei der bislang schwersten derartigen Epidemie in dem Land 224 Menschen an Ebola. Marburg war dort zuletzt 2012 ausgebrochen, neun Menschen kamen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ums Leben. Wie Ebola gehört das Marburg-Virus zu den Filoviren. Infektionen mit dem Marburg-Virus haben sich bisher aber nicht so weit ausgebreitet wie Ebola.
 
Die sehr oft tödlich verlaufende Krankheit beginnt laut WHO mit Kopfschmerzen und Unwohlsein. Hohes Fieber, Organversagen und Herz-Kreislauf-Beschwerden seien weitere Symptome. Zwischen dem fünften und siebten Tag komme es oft zu schweren Blutungen aus Körperöffnungen und in den inneren Organen (hämorrhagisches Fieber). Es gebe weder einen schützenden Impfstoff noch eine Therapie. Die Todesrate lag bei den bisherigen Ausbrüchen zwischen 24 und 88 Prozent.
 
Erstmals beobachtet wurde das Virus im Sommer 1967 im Labor eines pharmazeutischen Unternehmens im hessischen Marburg, wodurch es seinen Namen bekam. Der Erreger war mit erkrankten Versuchsaffen aus Uganda nach Deutschland gelangt. Er verbreitete sich von Marburg auch nach Frankfurt am Main und Belgrad. Von den damals insgesamt 31 Patienten starben sieben. Wirtstier für das Virus sind wahrscheinlich afrikanische Flughunde. Forscher hatten die Tiere in Westuganda und Kongo-Brazzaville untersucht und in vier von 283 Nilflughunden Erbgut von Marburg-Viren gefunden. Die Tiere werden dort von Menschen gejagt und verzehrt.
 
06.10.2014 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/decade3d
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Werben um Versicherte: Der Kassenkampf tobt

Krankenkassen gehen mit Apothekern nicht zimperlich um. Das wird keinen Apotheker verwundern. Die Apotheker sollten die Ruppigkeit der...



Gesundheitsminister für mehr Amts- und Hausärzte

Mit einer gezielten Nachwuchsgewinnung soll nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern der öffentliche Gesundheitsdienst...



Plastikmüll: Apotheker rufen zum Verzicht auf Tüten auf

Deutschlands Apotheker wollen Kunststofftragetaschen nicht mehr kostenlos abgeben und ihre Kunden zum Verzicht aufrufen, wie die ABDA –...



Zika-Virus: Zwei Impfstoffe im Tierversuch erfolgreich

Einer effektiven Impfung gegen das Zika-Virus sind US-amerikanische Forscher einen Schritt näher gekommen. Eine einzelne Dosis von zwei...

 
 

Abnehmen: Energiedichte entscheidet
Wer abnehmen will, sollte auf die Energiedichte seiner Ernährung achten. Professor Dr. Johannes Erdmann von der Hochschule...

ABDA: Hans-Meyer-Medaille geht an drei Apotheker
Die höchste Auszeichnung der deutschen Apothekerschaft haben heute Heinz-Günter Wolf, Monika Koch und Peter Homann (Foto, v.l.) erhalten....

Studie: Zika nicht allein durch Schädelfehlbildung erkennbar
Das mysteriöse Zika-Virus lässt sich bei Neugeborenen nicht allein durch Schädelfehlbildungen erkennen. Das ist das Ergebnis einer...

Kammer Brandenburg kürzt ABDA-Beitrag
Die Kammerversammlung der Apothekerkammer Brandenburg hat heute beschlossen, ihren Beitrag zur ABDA – Bundesvereinigung Deutscher...

TK-Gesundheitsreport 2016: Kinder halten gesund
Menschen der sogenannten Sandwichgeneration zwischen 30 und 44 Jahren müssen Karriere, Kinder, Hausbau und oft auch die Pflege der Eltern...

Urteil: Pharmagroßhändler sind beim Preisnachlass beschränkt
Arzneimittel-Großhändler dürfen sich nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg nur begrenzt gegenseitig im Preisnachlass überbieten....

Glyphosat: EU-Kommission verlängert Zulassung
Die EU-Kommission verlängert die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Europa um bis zu 18 Monate. Das teilte...

Monsanto pokert weiter mit Bayer
Der von Bayer umworbene US-Saatgutspezialist Monsanto lässt sich bei der Milliarden-Offerte des Konkurrenten nicht in die Karten schauen....

Tätowierungen: Minister will Risiken minimieren
Tätowierungen in Deutschland sollen sicherer werden. Der für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständige Bundesminister Christian...

Steigende Haftpflicht: Hebammen fordern dauerhafte Lösung
Die Hebammen in Deutschland sehen sich nach wie vor von steigenden Haftpflichtprämien in ihrer Existenz bedroht. Sie fordern dauerhaft...

Glyphosat: Gnadenfrist erzürnt Umweltschützer und Industrie
Umweltschützer und Pestizid-Hersteller haben den Kompromiss bei der Zulassung des Unkrautkillers Glyphosat kritisiert. Beide Seiten...

Keine Panik wegen Rx-Boni: Preisverordnung bleibt
«Nach den jüngsten Entwicklungen am Europäischen Gerichtshof gilt es, Augenmaß und Sachverstand an den Tag zu legen. Panikmache ist nicht...

Noch mehr Meldungen...












DIREKT ZU