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Chikungunya: Virus breitet sich in Lateinamerika aus

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Chikungunya: Virus breitet sich in Lateinamerika aus
 


Das Chikungunya-Virus breitet sich rasch in Lateinamerika und der Karibik aus. Das von Mücken übertragene Fieber grassiert dort seit mehr als neun Monaten, immer mehr Länder melden Erkrankungen. Von über 100 Toten und Hunderttausenden Verdachtsfällen ist die Rede. Betroffen sind vor allem die Karibikstaaten, aber auch in Mittelamerika scheint sich das Virus unaufhaltsam zu verbreiten.
 
In der vergangenen Woche wurde der erste Todesfall in Südamerika bekannt. Ein elf Monate altes Kind starb in Kolumbien an dem Fieber, das starke Muskel- und Gelenkschmerzen verursacht. In dem Andenstaat wurden bislang 49 Erkrankungen registriert, im benachbarten Venezuela 400. Auch Brasilien vermeldete einen sprunghaften Anstieg der Ansteckungen von 2 auf 16 innerhalb einer Woche. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (OPS) registrierte in ganz Amerika bereits über 10.000 Erkrankungen seit Dezember 2013, als der erste Fall bekannt wurde.
 
In Mittelamerika erreicht der Ausbruch in El Salvador ein bedrohliches Ausmaß. Die Erkrankungsrate sei viel größer als etwa beim Dengue-Fieber, weil das Land es zum ersten Mal mit dem Chikungunya-Virus zu tun habe, glaubt der salvadorianische Vize-Gesundheitsminister Eduardo Espinoza. Die Gesundheitsbehörden gehen dort gegenwärtig von über 29.000 Ansteckungen aus, weit mehr als von der OPS gemeldet. Allein in der Hauptstadt San Salvador seien über 17.000 mögliche Fälle bekannt, erklärte Espinoza der Nachrichtenagentur dpa. In der Region haben laut OPS auch Panama (17), Nicaragua (16) und Costa Rica (1) Infektionen registriert.
 
Insbesondere die tropischen Klimabedingungen scheinen die Verbreitung des Virus zu begünstigen, das ähnlich wie das in der Region grassierende Dengue-Fieber von den Mückenarten Aedes albopictus und Aedes aegypti übertragen wird. Nach Angaben der OPS sind bislang 113 Menschen in der Karibik an der Krankheit gestorben. Auch wenn sie bis 19. September insgesamt erst 10.845 bestätigte Erkrankungen in ganz Amerika registriert hat, so gibt sie doch eine wesentlich höhere Zahl an Verdachtsfällen an. Allein in der Dominikanischen Republik gibt es demnach 486.000 Verdachtsfälle. Auf den Karibikinseln Guadeloupe und Martinique sind es 77.240 respektive 61.860.
 
Die in Asien und Afrika weit verbreitete Krankheit verursacht Muskel- und Gelenkschmerzen und kann bei geschwächten Patienten tödlich enden. Bislang gibt es weder wirksame Medikamente noch einen Impfstoff gegen die Krankheit.
 
29.09.2014 l dpa
Foto: Fotolia/mrfiza
 

 

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