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Ärzte warnen: Baby-Beikost oft zu süß

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Ärzte warnen: Baby-Beikost oft zu süß
 


Säuglingsnahrung braucht strengere gesetzliche Standards. Das forderten heute Kinder- und Zahnärzte gemeinsam mit der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. «Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist prägend. Deshalb ist es wichtig, eine zu starke Süßgewöhnung im Säuglingsalter zu vermeiden», betonte Professor Dr. Wieland Kiess, Direktor der Uni-Kinderklinik in Leipzig. «Wir brauchen dafür endlich gesetzliche Leitplanken.»

 

Vor allem das Dauernuckeln an süßem Tee oder Säften sowie süße Zwischenmahlzeiten führten zudem dazu, dass Karies bei Kindern unter drei Jahren zunehme. Jedes 6. Kind sei davon betroffen, ergänzte Prof. Dietmar Oesterreich, Vize-Präsident der Bundeszahnärztekammer, in Berlin. Kleinkindkaries könne auch zu Schäden am bleibenden Gebiss führen, gesunde und komplette Milchzähne seien zudem auch für das Kauen und Sprechenlernen wichtig. Ungesüßte Kräutertees oder schlicht Wasser zu trinken geben, lautet deshalb das Mantra, das Kinder- und Zahnärzte seit Jahren vorbeten.

 

«Aber es ist auch ein Bildungsproblem», sagt Kiess. Solange solche Produkte mit Zusätzen wie «gesund» oder «mit wertvollem xyz» beworben werden, greifen bildungsferne Eltern oft zu unkritisch zu. Zahlreiche Hersteller haben Produkte im Sortiment, die zwar als

babygerecht beworben, von Medizinern jedoch nicht für Säuglinge empfohlen werden.

 

«Wir brauchen deshalb auch ein Werbeverbot für Säuglingsnahrung in den Entbindungsstationen der Krankenhäuser», ging Kiess noch einen Schritt weiter. Gemeinsam mit Foodwatch-Vizegeschäftsführer Matthias Wolfschmidt machten die Ärztevertreter sich dafür stark, die Belange der ganz Kleinen auch im künftigen Präventionsgesetz des Bundes maßgeblich zu berücksichtigen. Kiess sagt: «In der frühen Kindheit wird auch für unsere Gesundheit der Grundstein gelegt: Wir sind auch das, was wir gegessen haben. Und in Sachen Adipositas legt sich der Schalter schon im Alter von drei, vier Jahren um.» Wer dann schon deutlich zu dick ist, der wird es häufig bleiben.

 

25.09.2014 l dpa

Foto: Fotolia/Oksana Kuzmina

 

 

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