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Studie: Haarausfall gibt Hinweis auf Prostatakrebs-Risiko

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Studie: Haarausfall gibt Hinweis auf Prostatakrebs-Risiko
 


Männer mit einer bestimmten Form von frühem Haarausfall haben ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, später an aggressivem Prostatakrebs zu erkranken, so das Ergebnis einer Studie, die kürzlich im «Journal of Clinical Oncology» veröffentlicht wurde. Kennzeichnend bei dieser Form der Alopezie noch vor dem 45. Lebensjahr sind tiefe Geheimratsecken und lichte Stellen am oberen Hinterkopf. Dieses spezifische Muster des Haarverlustes ist typisch für die androgenetische Alopezie, die meist Folge einer vermehrten Testosteronproduktion ist.

 

Da das männliche Sexualhormon bekanntermaßen das Wachstum eines Prostatakarzinoms fördert, lag es nahe, einen möglichen Zusammenhang zwischen Alopezie und Prostatakarzinom zu untersuchen. Forscher vom US-National Cancer Institute in Bethesda um den Epidemiologen Michael Cook analysierten anhand von Fragebögen die Daten von 39.070 Männern im Alter von 55 bis 74 Jahren. Die Untersuchung erfolgte im Rahmen einer prospektiven Studie zur Krebsfrüherkennung, der US-PLCO Cancer-Screening-Studie (Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening Trial). Die Probanden sollten unter Zuhilfenahme einer schematischen Abbildung angeben, unter welchem spezifischem Muster von Haarausfall sie im Alter von 45 Jahren gelitten hatten.


Während der Follow-up-Periode wurde bei 1138 der Männer Prostatakrebs diagnostiziert. 572 (51 Prozent) der Karzinome wurden als aggressiv eingestuft. Die Analyse ergab, dass Männer, die speziell im Frontalbereich und am oberen Hinterkopf Haarausfall hatten, zu circa 40 Prozent häufiger an einem aggressivem Prostatakrebs erkrankten als die Männer, die keinen Haarausfall hatten. Allerdings fanden die Forscher keinen generellen Zusammenhang zwischen Haarausfall und einem erhöhten Risiko für nicht aggressiven Prostatakrebs. Das lässt vermuten, dass ein hoher Testosteronspiegel wohl nicht Ursache eines Prostatakarzinoms sein dürfte, sondern dazu beitragen könnte, dessen Wachstum zu beschleunigen.

 

Zwei weitere Studien sind geplant, um den Zusammenhang zwischen androgenetischer Alopezie und dem erhöhten Risiko eines aggressiven Prostatakarzinoms näher zu beleuchten. So sollen die Probanden in einer Studie vor Studienbeginn dermatologisch untersucht werden, da man sich damit verlässlichere Daten erhofft als bei einer Selbsteinschätzung durch die Patienten per Fragebogen.


Obwohl die bisherigen Ergebnisse noch durch weitere Studien bestätigt werden müssen, sind die Forscher der Meinung, dass die genaue medizinische Beurteilung von Haarausfall dabei hilfreich sein könnte, Männer zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für aggressiven Prostatakrebs haben. (rt)

doi: 10.1200/JCO.2014.55.4279).

 

23.09.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Dmitri MIkitenko

 

 

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