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Rotes Kreuz: Ebola-Helfer brauchen mehr Schutz

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Rotes Kreuz: Ebola-Helfer brauchen mehr Schutz
 


Das Rote Kreuz hat dazu aufgerufen, Helfer in Ebola-Gebieten besser zu schützen. Angriffe und Proteste gegen sie müssten beendet werden, mahnte die Organisation in Genf. In Guinea hatte eine Gruppe bewaffneter Männer in der vergangenen Woche eine Delegation aus Regierungsvertretern, Medizinern und Journalisten angegriffen und acht Menschen getötet, darunter Helfer des Roten Kreuzes. Unterdessen wird die wegen Ebola verhängte Ausgangssperre in Sierra Leone nach Angaben freiwilliger Helfer eingehalten.
 
Das Internationale Rote Kreuz rief Regierungen und Kommunen auf, die Helfer in Westafrika zu schützen. «Angriffe wie diese, hervorgerufen aus Frustration und Angst vor der Krankheit, sind nicht akzeptabel.» Jede Aktion, die Hilfe erschwere, trage zur Verbreitung der Krankheit bei. In Orten, wo medizinische Hilfe nicht möglich sei, habe die Zahl der Ebola-Fälle zugenommen.
 
Die Hilfsdelegation war im Südosten Guineas unterwegs, um über die Gefahren durch das Virus zu informieren. Sechs Tatverdächtige wurden nach offiziellen Angaben festgenommen. In Sierra Leone waren auch am zweiten Tag der dreitägigen Ausgangssperre viele Wege nach Augenzeugenberichten leer. Nur Sicherheitspersonal war in allen größeren Straßen positioniert. Die einzigen Menschen, die sich im Land bewegen durften, waren 28.000 ehrenamtliche Helfer. Sie gingen von Tür zu Tür, um Ebola-Infizierte zu finden und 1,5 Millionen Stück Seife an die rund 6 Millionen Einwohner zu verteilen. «Jedermann ist daheim und wartet darauf, dass das Medizinteam zu seinem Haus kommt», sagte die Helferin Rebecca Sesay in der Hauptstadt Freetown. «Die Menschen halten sich an den Aufruf der Regierung.»
 
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte die Maßnahme. Sie könnte die Menschen dazu bewegen, mögliche Ebola-Kranke zu verstecken und zudem das Verhältnis zwischen Einwohnern und Medizinern weiter verschlechtern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wies die Kritik der Organisation an der deutschen Hilfe für die Ebola-Opfer in Westafrika zurück. «Diese kritischen Stimmen sollten auch berücksichtigen, dass wir mit Blick auf Syrien, Nordirak, die Ostukraine sowie die Flüchtlingsströme im Libanon und Jordanien mit mehreren humanitären Großkrisen gleichzeitig konfrontiert sind», sagte Steinmeier der Zeitung «Welt am Sonntag».
 
Voraus-Teams der Sondermission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie sollen bereits heute nach Westafrika entsandt werden. Das hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Wochenende in New York angekündigt. Die Sondermission soll noch in diesem Monat nach Westafrika geschickt werden.
 
22.09.2014 l dpa
Foto: Fotolia/St.Op
 

 

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