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Im Team arbeiten

EDITORIAL

 

Im Team arbeiten


Auf dem Deutschen Apothekertag in dieser Woche in München werden wir unser Perspektivpapier »Apotheke 2030« abschließend diskutieren und verabschieden. In den vergangenen Wochen hat dieses Papier in der Öffentlichkeit und bei unseren Partnern im Gesundheitswesen Aufmerksamkeit erregt. Es ist auf Interesse, Zustimmung und Widerspruch gestoßen. Das ist ein gutes Zeichen.

 

Viele Fragen ranken sich um unseren Begriff des »therapeutischen Teams«. Wir verstehen darunter ein Angebot und eine Forderung zugleich. Wir wollen gleichberechtigte Partner sein und bringen dafür unsere speziellen Kenntnisse und Kompetenzen zum Nutzen der Patienten und der anderen Heilberufler und Therapeuten ein.

 

Das setzt Kommunikation und Vernetzung voraus, vor allem aber gegenseitigen Respekt und die Anerkennung der Kernkompetenzen aller Professionen im Team. Genau hier setzen die meisten Fragen an. Unser Gesundheitswesen wird von vielen Menschen als extrem sektoriert und wenig vernetzt erlebt. Der Glaube daran, dass die Apothekerinnen und Apotheker tatsächlich eine nachhaltige Veränderung initiieren werden, fällt offenbar nicht leicht. Dabei liegt das auf der Hand: Wenn ein Mensch krank wird, führt der erste Gang fast immer zur Apotheke. Wird er später ärztlich behandelt, gehören Arzneimittel in den allermeisten Fällen zum Therapieprogramm. Muss er ins Krankenhaus, übernehmen die Kollegen dort seine Versorgung mit Arzneimitteln. Am Tag der Entlassung wird er dann wieder unser Patient in der Offizin. Wir sind immer dabei, und wir sind immer verantwortlich. Wer also gehört ins therapeutische Team, wenn nicht die Apothekerinnen und Apotheker? Viele unserer Kollegen arbeiten bereits unter solchen Bedingungen, doch wir wollen uns nichts vormachen: Bis es diese Teams überall in Deutschland und für alle Patienten gibt, ist es noch ein weiter Weg. Wir werden ihn entschlossen und gemeinsam gehen, diese Woche in München und an jedem Tag in unseren Apotheken.

 


Friedemann Schmidt 

Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände



Beitrag erschienen in Ausgabe 38/2014

 

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