Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Ebola-Impfstoffe: Klinische Studien beginnen

MEDIZIN

 
Ebola-Impfstoffe

Klinische Studien beginnen


Von Christina Hohmann-Jeddi / Gleich mehrere Phase-I-Studien mit Vakzinen gegen das Ebola-Virus stehen kurz vor dem Start. Bereits diese Woche soll mit dem experimentellen Impfstoff VRC 207 eine erste Studie zur Sicherheit und Effektivität an 20 gesunden Freiwilligen in den USA beginnen

ANZEIGE


Die Probanden im Alter zwischen 18 und 50 Jahren erhalten eine einzelne intramuskuläre Injektion des Impfstoffs und werden anschließend über eine Dauer von 48 Wochen neunmal klinisch untersucht. Dies meldet das US-amerikanische National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in Bethesda, Maryland, das den Impfstoff zusammen mit dem britischen Unternehmen Glaxo-Smith-Kline entwickelt hat. Die Studie sei die erste in einer Reihe von weiteren Untersuchungen, die im Herbst in England, Mali und Gambia folgen sollen, so das NIAID in einer Pressemitteilung.

 




Ebolaviren auf der Oberfläche einer Affenzelle. Weltweit wird derzeit nach einem Impfstoff gegen den Erreger von hämorrhagischem Fieber gesucht.

Foto: NIAID


Der Impfstoff enthält Chimp-Adenovirus Type 3 (ChAd3) – ein abgeschwächtes Erkältungs-Virus von Schimpansen – als Vektor, der das genetische Material von zwei Typen des Ebola-Erregers enthält: Ebola-Virus Zaire und Ebola- Virus Sudan. Der Vektor selbst reproduziert sich nicht, liefert aber der menschlichen Zelle die Bauanleitung für ein einziges Ebola-Protein, das eine Immunreaktion gegen das Virus bewirken soll. »Diese Vakzine konnte nicht humane Primaten sehr effizient vor Ebola-Infektionen schützen«, sagt Dr. Anthony Fauci, Direktor des NIAID. Zusätzlich zu dieser bivalenten Vakzine soll auch eine monovalente Form, die nur genetisches Material von dem Zaire-Typ des Erregers enthält, getestet werden. Dieser ist für den derzeitigen Ausbruch in Westafrika mit bislang mehr als 3050 Erkrankten und 1546 Toten verantwortlich.

 

Im Herbst sollen zudem noch Phase-I- Studien mit VSV-EBOV starten, einem weiteren Vakzinekandidaten. Dieser enthält veränderte Vesikuläre Stoma­titis-Viren (VSV), bei denen ein Ober­flächenprotein gegen eines des Ebola-Virus ausgetauscht wurde. Der Impfstoff wurde ursprünglich von der kanadischen Gesundheitsbehörde entwickelt und wird von dem US-amerikanischen biopharmazeutischem Unternehmen NewLink Genetics Corp. in Iowa hergestellt.

 

Die verschiedenen Vakzinekandidaten wurden schon vor mehr als zehn Jahren entwickelt, bislang fehlten aber Gelder für klinische Studien. Die Situation hat sich in der Zwischenzeit deutlich geändert. So unterstützt der Wellcome Trust, eine gemeinnützige Stiftung, zusammen mit dem britischen Medical Research Council und dem britischen Entwicklungshilfe-Ministerium die Phase-I-Studien mit insgesamt 3,5 Millionen Euro. Die Weltgesundheits­orga­nisation (WHO) geht davon aus, dass sich die Zahl der Erkrankten auf 20 000 erhöhen könnte. Sie hat einen Notfallplan aufgestellt, der helfen soll, die Weiterverbreitung des Erregers in den kommenden sechs bis neun Monaten zu stoppen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 36/2014

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 












DIREKT ZU