Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Studie: Übergewicht bald Haupt-Krebsursache

MEDIZIN

 
Studie

Übergewicht bald Haupt-Krebsursache


Von Rolf Thesen / Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) erhöht das Risiko für die Entwicklung von zehn der häufigsten Krebsarten. Das ist das Ergebnis der derzeit größten Studie ihrer Art über den Zusammenhang zwischen BMI und Krebs, die nun im Fachjournal »The Lancet« veröffentlicht wurde.

ANZEIGE


Die Forscher an der London School of Hygiene & Tropical Medicine und dem Farr-Institut für Medizinische Informatik berücksichtigten die Daten von fünf Millionen Erwachsenen im Vereinigten Königreich. Sie schätzen, dass jedes Jahr in Großbritannien mehr als 12 000 Fälle von zehn der häufigsten Krebserkrankungen durch Übergewicht oder Fettleibigkeit verursacht werden. Laut ihrer Berechnung könnten jedes Jahr mehr als 3790 zusätzliche Tumoren entstehen, wenn der durchschnittliche BMI in der Bevölkerung um 1 kg/m2 weiter steigt.

 




Abspecken lohnt sich. Jedes Pfund weniger senkt das Krebsrisiko.

Foto: Fotolia/ Heidi Mehl


Da vor allem in den Industrienationen Übergewicht und Fettleibigkeit aufgrund von Fehlernährung ständig zunehmen, während gleichzeitig der Tabakkonsum seit Jahren rückläufig ist, könnte damit das Rauchen in Zukunft den ersten Rang als Hauptursache von Krebserkrankungen verlieren. Gleichzeitig würden, wie nicht anders zu erwarten, Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen in Folge der wachsenden Zahl übergewichtiger Menschen zunehmen, so der Leiter der Studie, Dr. Krishnan Bhaskaran.

 

Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang zwischen BMI-Zunahme und Gebärmutter-, Gallenblasen- und Nierenkrebs. Je Zunahme um 5 kg/m2 im BMI, so die Ergebnisse der Studie, erhöhte sich das Risiko eines Karzinoms des Uterus um 62 Prozent, der Gallenblase um 31 Prozent und der Niere um 25 Prozent. Beim Zervixkarzinom nahm das Risiko um 10 Prozent zu, beim Schild­drüsenkarzinom und der Leukämie um 9 Prozent, berichten die Forscher (doi: 10.1016/S0140-6736(14)60892-8). Höhere BMI-Werte erhöhen auch das Gesamt­risiko von Leber- (19 Prozent Steigerung), Dickdarm- (10 Prozent), Eierstock- (9 Prozent) und Brustkrebs (5 Prozent). Jedoch variierten die Auswirkungen auf diese Krebsarten bei Zugrundelegung des BMI und individueller Faktoren wie Geschlecht und Menopausenstatus.

 

Selbst innerhalb normaler BMI-Werte gab es eine Assoziation zwischen höherem BMI und einem erhöhten Risiko einiger Krebsarten. Es gab jedoch auch Hinweise, dass Personen mit hohen BMI ein etwas reduziertes Risiko von Prostatakrebs und prämenopausalem Brustkrebs hatten. Basierend auf den Studienergebnissen schätzen die Forscher, dass in Großbritannien Übergewicht und Fettleibigkeit für 41 Prozent der Tumoren der Gebärmutter und 10 Prozent oder mehr der Gallenblase, der Niere, der Leber und des Dickdarms verantwortlich sind. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 34/2014

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 











DIREKT ZU