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Melanom: Neuartiges Medikament erfolgreich getestet

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Melanom: Neuartiges Medikament erfolgreich getestet
 


Das Pharmaunternehmen Bristol-Myers-Squibb (BMS) hat eine Phase-III-Studie mit dem neuen Wirkstoff Nivolumab bei Melanom-Patienten frühzeitig abgebrochen – nicht wegen mangelnder Wirksamkeit oder Sicherheitsbedenken, sondern weil der neue Wirkstoff dem Kontroll-Arzneimittel Dacarbazin deutlich überlegen war. Studienteilnehmer aus der Kontrollgruppe können sich nun mit Nivolumab weiterbehandeln lassen, meldet BMS.

Nivolumab wirkt als Inhibitor des sogenannten Checkpoint-Rezeptors PD-1 (Programmed Cell Death Protein 1). Aktivierte T-Zellen exprimieren diesen Rezeptor auf ihrer Oberfläche. Körpereigene Liganden stimulieren PD-1, was zu einer Signalkaskade führt, an deren Ende eine Immunsuppression steht, vermuten Forscher. Viele Krebszellen produzieren einen solchen Liganden (PD-L1) im Übermaß und entgehen so der Immunabwehr. Die kompetitive Blockade von PD-1 durch den monoklonalen Antikörper Nivolumab soll das Gegenteil bewirken und das Immunsystem in die Lage versetzen, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören.

BMS untersucht Nivolumab nach eigenen Angaben derzeit bei mehreren Tumoren in insgesamt 35 Studien mit mehr als 7000 Patienten, darunter nicht kleinzelliger Lungenkrebs, Nierenzellkarzinom und Glioblastome. An der jetzt frühzeitig beendeten CheckMate-066-Studie nahmen 418 Patienten mit unbehandeltem, inoperablem Melanom ohne BRAF-Mutation in Stadium III oder IV teil. Die frühzeitige Auswertung der Daten zeigte, dass das Gesamtüberleben unter Nivolumab höher war als unter Dacarbazin. Der Nivolumab-Arm soll nun unverblindet weitergeführt werden, um das Langzeitüberleben zu untersuchen. (db)
 
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09.07.2014 l PZ
Foto: Fotolia/Peter Atkins
 

 

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