Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Homöopathie: Anwender setzen auf Erfahrung

NACHRICHTEN

 
Homöopathie: Anwender setzen auf Erfahrung
 


Wirksamkeitsnachweis? Den brauchen die meisten Homöopathie-Anwender nicht. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) unter 1000 erwachsenen Deutschen gaben 48 Prozent der Befragten an, schon einmal ein homöopathisches Arzneimittel angewendet zu haben. 76 Prozent von ihnen waren mit den Ergebnissen der Therapie zufrieden, unter den weiblichen Anwendern waren es sogar 81 Prozent. 52 Prozent meinen, dass positive Erfahrungen der Anwender ein ausreichender Beleg für die Wirksamkeit eines Arzneimittel sind, während 39 Prozent wissenschaftliche Untersuchungen fordern. Erstaunlicherweise halten signifikant mehr Personen mit mittlerem Schulabschluss, Abitur oder Studium Wirksamkeitsstudien für entbehrlich als Hauptschulabsolventen. 68 Prozent der Befragten mit Abitur haben bereits ein Homöopathikum ausprobiert im Gegensatz zu 32 Prozent der ehemaligen Hauptschüler.

Bei den Unter-30-Jährigen ist die Skepsis deutlich größer als bei Älteren. 51 Prozent von ihnen wollen Studien sehen, 49 Prozent reichen Erfahrungswerte. Frauen vertrauen der Homöopathie eher als Männer und wenden sie auch häufiger an. 60 Prozent der Befragten halten die Kritik an der alternativen Heilmethode für überzogen. Andererseits finden 51 Prozent die Kritik hilfreich für Menschen, die noch keine Erfahrungen mit Homöopathie haben. Nur 37 Prozent empfinden die Berichterstattung in den Medien als meist sachlich und aufklärend. 34 Prozent fühlen sich bevormundet.

Die DHU wollte auch wissen, was Homöopathie-Anwender von den Herstellern erwarten. So wollen 65 Prozent ihre Globuli und Tinkturen lieber in Glas- als in Plastikfläschchen. 57 Prozent erwarten, dass Hersteller die Heilpflanzen selbst anbauen. 43 wünschen sich ein Komplettsortiment an Globuli, Kombinationsmitteln und Schüßler-Salzen. Nur 32 Prozent dagegen legen Wert darauf, dass die Hersteller nah am Vorbild des Homöopathie-Begründers Samuel Hahnemann arbeiten und zum Beispiel die Verdünnungen per Hand statt mit Maschinen verschütteln. Hier sind Ostdeutsche deutlich traditionsbewusster als Westdeutsche, obwohl sie Homöopathika seltener anwenden und weniger zufrieden mit der Wirkung sind.

Das bekannteste von sieben abgefragten homöopathischen Mitteln ist Arnica. 82 Prozent der Befragten haben es schon einmal ausprobiert oder davon gehört. Es folgen relativ weit abgeschlagen Belladonna (57 Prozent), Calendula (55 Prozent) und Chamomilla (32 Prozent). Auf den hinteren Plätzen liegen Aconitum und Nux vomica mit je 22 Prozent sowie Hekla Lava mit 6 Prozent. (db)

Lesen Sie dazu auch

Viele Apotheken setzten auf Homöopathie, PZ 47/2013
Homöopathie: Glaubenskrieg um Globuli, PZ-Titelbeitrag 35/2013

 

08.07.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Ludovic LAN

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


ADKA: Stationsapotheker bundesweit benötigt

Die ADKA – Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker spricht sich ausdrücklich für die verpflichtende Einführung von Stationsapothekern...



Secukinumab auch Firstline mit beträchtlichen Nutzen

Benötigen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis erstmals eine systemische Therapie, hat der monoklonale Antikörper...



Erfolg beim zweiten Anlauf: Investoren übernehmen Stada

Die Übernahmeschlacht um den Generikahersteller Stada ist beendet. Wie die Erwerbsgesellschaft der Investoren Bain Capital und Cinven, die...



Rheuma: Antibabypille könnte Erkrankungsrisiko senken

Frauen erkranken doppelt bis dreifach so häufig an einer rheumatischen Gelenkentzündung wie Männer. Um mehr über das geschlechtsspezifische...

 
 

Den Deutschen mangelt es an Jod und Vitamin D
Die deutsche Bevölkerung ist insgesamt nicht ausreichend mit Jod und Vitamin D versorgt. Zu diesem Ergebnis kommt die «Studie zur...

Versandapotheken: LAV will «gleiche Spielregeln für alle»
Wie angespannt die Situation der Apotheken auf dem Land teilweise ist, zeigte am 15. August eine Diskussion zum Thema «Gleiche Spielregeln...

Jemen: 500.000 Cholera-Verdachtsfälle
Die Zahl der Cholera-Verdachtsfälle im Jemen ist auf eine halbe Million gestiegen. Das meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mitte...

Niedersachsen: «Wir brauchen Landärzte und Landapotheken»
Mit einem klaren Bekenntnis zur wohnortnahen Apotheke hat Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) am Abend des 17. August...

Drogenbeauftragte warnt vor Verharmlosung von Cannabis
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat eindringlich vor einer Verharmlosung von Cannabis gewarnt. Zugleich...

Urteil: Importierte Blutegel noch keine Arzneimittel
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass zu Therapiezwecken aus dem Ausland importierte Blutegel noch keine Arzneimittel sind....

Falsche Krebsmittel: NRW verschärft Apothekenkontrollen
Im Skandal um gepantschte Krebsmittel aus einer Bottroper Schwerpunktapotheke hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef...

Thüringen: Mehr Pharmazie mit weniger Apotheken
Apotheker sind in Thüringen immer gefragter, gleichzeitig nimmt die Zahl der Apotheken in dem Bundesland insbesondere im ländlichen Raum...

Asthma und COPD: 3,6 Millionen Todesfälle weltweit
3,2 Millionen Menschen starben einer internationalen Analyse zufolge 2015 weltweit an den Folgen einer chronisch obstruktiven...

Magnesium: Wann und wie viel substituieren?
Die Verbraucherschutzzentrale Sachsen hat das Pharmaunternehmen Klosterfrau wegen zu hoher Dosierempfehlungen für ein Magnesium-Präparat...

Bei Diabetes und Darmkrebs am besten Metformin
Das Antidiabetikum Metformin kann das Gesamtüberleben von Diabetikern mit Dickdarmkrebs verlängern, hat aber keinen Einfluss auf das...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU