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Starke Überempfindlichkeit unter Akne-Präparaten

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Starke Überempfindlichkeit unter Akne-Präparaten
 


In einer aktuellen «Drug Safety Communication» warnt die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA vor seltenen, aber schwerwiegenden und potenziell lebensbedrohlichen Überempfindlichkeitsreaktionen oder schweren Reizungen unter bestimmten freiverkäuflichen Akne-Präparaten, die als Wirkstoffe Benzoylperoxid oder Salicylsäure enthalten und in verschiedensten Darreichungsformen (auch in Deutschland) angeboten werden, zum Beispiel als Gel, Lotion, Gesichtswasser oder Lösung.
 
Die schweren allergischen Reaktionen wie Atemnot, Ohnmachtsgefühl oder Schwellungen von Augen, Gesicht, Lippen oder Zunge können innerhalb von Minuten bis zu einem Tag oder länger nach Produktanwendung auftreten. Sie unterscheiden sich von lokalen Reizungen wie Rötung, Brennen, Trockenheit, Juckreiz, Peeling, oder leichter Schwellung, die im Bereich der Applikationsstelle auftreten können und die bereits bisher in der Packungsbeilage aufgeführt sind. Falls es nach Anwendung zu den beschriebenen schweren allergischen/anaphylaktischen Symptomen kommt, sollte die Anwendung sofort gestoppt und ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch bei Auftreten von Nesselsucht (Urtikaria) und Juckreiz (Pruritus).
 
Bisher ist nicht sicher, ob die schweren Überempfindlichkeitsreaktionen durch die Wirkstoffe selbst (Benzoylperoxid und Salicylsäure), die inaktiven Bestandteile oder durch eine Kombination beider Faktoren ausgelöst werden. Die FDA wird die Situation weiter beobachten und unter Umständen eine Neubewertung der Sicherheit dieser Akne-Produkte vornehmen. Mit den Herstellern soll über mögliche künftige Änderungen der Packungsbeilage, die auf das mögliche Risiko von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen hinweisen, beraten werden.

Den Patienten wird geraten, vor der erstmaligen Verwendung dieser Akne-Medikamente für drei Tage eine kleine Menge auf zwei kleine betroffene Hautstellen aufzutragen, um sicherzustellen, dass sich keine Überempfindlichkeitssymptome entwickeln. Wenn nach dieser Zeit keine Beschwerden aufgetreten sind, kann die Anwendung gemäß der Packungsbeilage begonnen werden. (rt)
 
Lesen Sie dazu auch
Nebenwirkungen an der Haut: Häufigkeit und Vielfalt gestiegen, PZ-Titelbeitrag 22/2014
 
Mehr zum Thema Dermopharmazie
 
27.06.2014 l PZ
Foto: Fotolia/evgenyatamanenko
 

 

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