Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

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Erster Weltkrieg: Mangelware Arzneimittel

TITEL

 
Erster Weltkrieg

Mangelware Arzneimittel


Von Axel Helmstädter und Sven Siebenand / Rohstoffmangel, Importverbote, Sparauflagen und Personalknappheit bedrohten die Arzneimittelversorgung der Menschen im Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann. Rationierung und Mangelverwaltung, teilweise aber auch Improvisationsgabe und Erfindungsreichtum halfen, die Lücken, so gut es ging, zu schließen.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein großer Teil der Arzneimittel für Patienten nach ärztlicher Verschreibung individuell in der Apotheke angefertigt, auch wenn der Siegeszug indus­trieller Fertigarzneimittel bereits eingesetzt hatte. Ihr Vordringen war unter anderem durch die Arzneiformen der Tablette und Parenteralia in Ampullenform beschleunigt worden. Tabletten mit synthetischen Wirkstoffen existierten seit den 1880er-Jahren und erlangten wie das 1899 eingeführte Aspirin® bald erheblichen Bekanntheitsgrad; sie deckten einige wichtige Indikationen, etwa die Schmerzbehandlung ab. Entsprechend wurden zunehmend ­Fertigpräparate auf Verschreibung abgegeben, beispielsweise die aus Großbritannien importierten »Tabloid«-­Präparate des Unternehmens Borroughs/Wellcome.

 




Prächtiges Ambiente: die Offizin der Engel-Apotheke in Darmstadt 1907 nach dem Umbau; rechts das Kontroll-Labor 1903

Foto: Merck Archiv


Wirtschaftliche Faktoren und die Tatsache, dass die englischen Tabloids mit Ausbruch des Krieges nicht mehr verfügbar waren, zwangen die Apo­the­ker, nicht Importrestriktionen unterliegende Prä­pa­rate abzugeben oder sich ihrer handwerkli­chen Kenntnisse zu besinnen und wieder vermehrt Arz­neimittel selbst herzustellen. Der pharma­zeu­ti­sche Hochschullehrer Alexander Tschirch (1856 bis 1939) fasste diese Bemühungen mit den Begriffen Kriegschemie und Kriegsbotanik zusam­men (1, 2). Flüssige und halbfeste Zube­rei­tun­­gen, die beispielsweise als Dermatika verordnet wurden, waren zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Som­mer 1914 ohnehin noch eine Domäne der Apotheker.

 

Ersatzdrogen der einheimischen Flora




Foto: Merck Archiv


Mit Beginn des Krieges war Deutschland von jeglicher Zufuhr ausländischer Drogen so gut wie abgeschnitten. Sammlung und Anbau im Inland hatte man im Glauben an den Fortschritt durch Reinsubstanzen und synthetische Wirkstoffe vernachlässigt (3). Offizielle Statistiken wiesen beispielsweise für Chinarinde, Aloe, Opium und Rhabarber einen Rückgang der Importe auf null aus.

 

Notgedrungen musste man sich zu Kriegszeiten darauf besinnen, den einheimischen Heilpflanzenschatz wieder konsequenter auszunutzen. Dies mahnte Tschirch im November 1915 vor der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft öffentlich an (2). Er bedauerte, dass man seiner früheren Empfehlung nicht gefolgt sei, Terpentin und Pinen, zum Beispiel für die Campher-Synthese, aus einheimischen Gewächsen, insbesondere aus Koniferen und deren Nadeln zu gewinnen. Tschirch schlug eine ganze Reihe von »Paralleldrogen« vor, wobei er besondere Probleme beim Ersatz des Rhabarbers, der Ipecacuanharinde und der Strychnossamen sah. Die meisten importierten Drogen hielt er im Rahmen einer »Kriegsbotanik« für ersetzbar (2, S. 345): »Wieviel ungehobene Schätze ruhen noch in Deutschlands Flora! Zu lange schon haben wir das Ausländische dem Heimischen vorgezogen!«.

 

Allerdings wehrte Tschirch sich gegen blindwütige Sammelak­tionen und empfahl zunächst eine konkrete Bedarfserhebung, gefolgt von einem koordinierten Vorgehen unter Beteiligung sachkundiger Apotheker. 1917 wurde schließlich die »Hortus-Gesellschaft zur Förderung des Sammelns und Anbaus von Arznei- und Gewürzpflanzen« gegründet, die solche Aufgaben übernahm (3). Zur Information der Sammler wurden Merkblätter erarbeitet, die Regeln vorgaben und die wichtigsten Heilpflanzen beschrieben. Sammeln sollten insbesondere Kriegsinvalide, Mitglieder von Frauenvereinen, Waldarbeiter, Eisenbahner und Schulkinder. Die Situa­tion fand ihre Parallele im Zweiten ­Weltkrieg, als das Sammeln wild wachsender Heilkräuter ebenfalls zur nationalen Aufgabe stilisiert wurde (4).




Pharm. Ztg. Nr. 67 (1917)


Einheimische Vegetabilien wurden auch dazu herangezogen, Produkte des täglichen Apothekenbedarfs zu ­ersetzen, die selbst keine Arzneimittel waren, zum Beispiel die nicht mehr verfügbaren Verbandmittel und Korke. In diesem Zusammenhang verwies Netolitzky auf den Buchenschwamm als »vergessenen Rohstoff der Heimat« (5). Dessen Fasern ließen sich zu Zündvorrichtungen, Dochten und Reinigungsschwämmen verarbeiten und dienten auch als Verbandstoffersatz für kleinere Verletzungen.

 

Ein Apotheker Sachoritz aus Plauen (Vogtland) stellte aus Baumschwämmen Korkersatz zum Verschließen von Arzneiflaschen, die sogenannten Alsa-Korke, her (6). Andere Korkersatzprodukte bestanden aus Zellulosefasern, Schilfarten, Sonnenblumenmark oder, wie der patentierte Holpa-Stopfen der Ruhrtaler Verbandstoff-Fabrik, aus besonders imprägnierten einheimischen Hölzern (7).

 

Alkaloide: Extraktion und Synthese

 

In vielen Fällen war auch die industrielle Produktion pflanzlicher Wirkstoffe in hohem Maße importabhängig, was mit Kriegsbeginn zwangsläufig zu ­Engpässen führen musste. Schon der Morphinentdecker Friedrich Wilhelm Sertürner (1783 bis 1841) hatte befürchtet, dass eine zu große Abhängigkeit von auswärtigen Rohstofflieferungen zu Versorgungsschwierigkeiten führe (8). Diese traten im Ersten Weltkrieg tatsächlich ein, wie am Beispiel der Firma Merck untersucht wurde (9).

 

Teilweise waren Produktionsausfälle nicht zu vermeiden, teilweise half eine vorausschauende Lagerhaltung über manchen Engpass hinweg. Im Fall der Alkaloide Atropin und Scopolamin zehrte Merck lange von großen Vorräten, bevor zwischen Oktober 1916 und Oktober 1917 die Produktion eingestellt werden musste, weil kein Rohstoff (Hyoscyamus muticus) aus Afrika mehr zu erhalten war (9, S. 99 f.). 1918 kam die Coniin-Produktion zum Erliegen und ein Mangel an Nachschub verhinderte in den Jahren 1916 bis 1918 die Cocain-Produktion. Als Lokalanästhetikum war das Alkaloid da allerdings schon nicht mehr essenziell, standen doch seit Anfang des 20. Jahrhunderts synthetisch gut zugängliche Stoffe zur Verfügung. Der erste davon – Procain – war 1898 von Alfred Einhorn (1856 bis 1917) synthetisiert worden (10).




Außenansicht eines Produktionsgebäudes für Alkaloide, 1912. Auf der Grünfläche vor dem Gebäude wachsen Schierling-Pflanzen, inmitten steht ein Arbeiter. Aus Schierling wurde unter anderem das Alkaloid Coniin gewonnen.

Foto: Merck Archiv


Auch die Knappheit von Extraktionsmitteln wie Benzol konnte Probleme verursachen. Benzol war von Carl Scriba (1854 bis 1929) anstelle von Ether als effek­tiveres Extraktionsmittel seit den 1890er-Jahren eingeführt worden, was technologisch als »Wendepunkt in der Alkaloidfabrikation« gesehen wird (9, S. 103). Unter Kriegsbedingungen erwies es sich indes als Nachteil.

 

Seit 1906/07 wurde auch das Alka­loid Arecolin aus der Betelnuss (Areca ­catechu) mittels Benzolextraktion gewonnen. Ein hoher Bedarf bestand zu Kriegszeiten in der Veterinärmedizin als nahezu einziges Präparat gegen Verstopfungskoliken bei Pferden sowie als Bandwurmmittel. Mercks Vorräte an Betel reichten nicht bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Die Produktion fiel 1918 aus und konnte erst ein Jahr später wieder aufgenommen werden. Diese Erfahrungen katalysierten ab 1919 Bestrebungen, Arecolin nach Hess (11) synthetisch herzustellen, was aber misslang. Eine strukturähnliche Verbindung war leichter zugänglich und wurde gegen Ende des Krieges unter der Bezeichnung Cesol in den Handel gebracht. Weitere Optimierungen führten später zum Neucesol, das ab 1923 die Vorgängersubstanzen vollständig ersetzte, da es sich als wirksamer erwiesen hatte.




Not macht erfinderisch: In diesen Anzeigen werden Ersatzpräparate angeboten, deren Qualität mit den Originalprodukten vergleichbar sein soll.

Pharm. Ztg. Nr. 86 (1918)



Synthesebemühungen der pharmazeutischen Industrie führten also, auch wenn durch Mangelwirtschaft ausgelöst, keineswegs immer zu minderwertigen Produkten. Dies galt auch für bei Merck unternommene Versuche zur Synthese von Ersatzpräparaten von Papaverin. Die Substanz war billig zugänglich, weil sie bei der Morphindarstellung aus Opium quasi abfiel; doch dann dämpfte eine schärfere Opiat­gesetzgebung die Morphinnachfrage merklich. Eine Papaverin-Synthese erschien wenig attraktiv, weil man einen Preisverfall nach der Markteinführung befürchtete. Man suchte daher nach alternativen, parallel zum gut bezahlten Papaverin vermarktbaren Derivaten, die man in Eupaverin und Neupaverin auch fand (9, S. 111; 12). Ein gängiges ­Arzneimittelverzeichnis führte 1933 als Indikation für Eupaverin: »Als Spasmo­­­­-ly­ticum anstelle von Papaverin (beziehungsweise m. größerer Wirksamkeit u. geringerer Giftigkeit als dieses)« (13).

 

Lobelin: Blockbuster erst nach dem Krieg

 

In diese Reihe von Beispielen reiht sich auch Lobelin ein. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurde das Alkaloid als wichtiges Mittel zur Behandlung des Bronchialasthmas und als Atemanaleptikum verwendet. Lobelia-inflata-Tinktur war schon lange vor dem Krieg ­bekannt. Man kannte aber die wirk­samkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe nicht und bevorzugte daher den Gesamtextrakt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs isolierte der Chemiker Heinrich Wieland (1877 bis 1957) Lobelin und weitere Nebenalkaloide aus der Pflanze. Eine Konstitutionsaufklärung gelang ihm zunächst nicht, weil ab 1916 der Nachschub an Drogenmaterial aus Nordamerika ausblieb. Die von Wieland zur Unabhängigkeit von Lobelia-Importen angestrebte Totalsynthese gelang erst 1929; ein technisch und wirtschaftlich sinnvolles Verfahren sogar erst ab 1937, immerhin noch rechtzeitig vor dem Zweiten Weltkrieg (14).


Ohropax: Bekannt aus dem Krieg



Foto: Ohropax


Ohropax-Ohrenstöpsel aus Wachs kamen bereits vor dem Ersten Weltkrieg auf den Markt, genauer gesagt 1908. Erfunden wurden sie von Apotheker Maximilian Negwer (1872 bis 1943). Dieser hatte 1907 in Berlin die »Fabrik pharmazeutischer und kosmetischer Spezialitäten Max Negwer« gegründet. Der Blockbuster im Sortiment war Ohropax. Auf der Firmenwebsite heißt es heute: »Max Negwer sorgte mit Ohropax dafür, dass die Soldaten im Ersten Weltkrieg ›gegen die Schallwirkung des Kanonendonners‹ geschützt sind. Ohropax wurde darauf hin zum Massenartikel.

 

«Im Gespräch mit der PZ berichtet Michael Negwer, heutiger Geschäftsführer und Enkel des Firmengründers: »Mein Großvater Maximilian Negwer wurde durch glückliche Fügungen im Ersten Weltkrieg nicht zum Militärdienst eingezogen. Als Apotheker gab es für ihn keinen Bedarf, da das Militär bereits ausreichend mit Oberapothekern versorgt war.« Maximilian Negwer konnte sich daher während der Kriegszeit weiterhin um seine Berliner Fabrik kümmern. Vermutlich im Jahr 1916 sei es ihm gelungen, so Michael Negwer, Ohropax-Geräuschschützer als Drei-Paar-Runddose (Armeepackung) an die Heeresverwaltung in Berlin zu liefern. Von einer Erstlieferung über 15 000 Dosen werde berichtet. Vermutlich habe es auch Folgeaufträge gegeben.

 

Michael Negwer weiter: »Es wurde in unserer Firmengeschichte immer wieder betont, dass erst durch diese massenhafte Militärbelieferung das noch junge Produkt Ohropax breiten Bevölkerungsschichten bekannt wurde und sich der Markenname festigte. An anderer Stelle heißt es jedoch auch, dass aufgrund von Rohstoffknappheit gegen Ende des Ersten Weltkriegs das Produkt minderwertig wurde und sich schlechter verkaufte, sodass sogar das Militär den Bezug einstellte. Dabei ging es vermutlich um den damals verwendeten Rohstoff Bienenwachs, der durch Rindertalg ersetzt wurde. Dies führte zu Geruchsbeeinträchtigung und Ranzigwerden.«


Wenn auch nicht durch Totalsynthese hergestellt, brachte das Unternehmen C.H. Boehringer bereits 1921 das aus der Pflanze isolierte Alkaloid als Hydrochlorid in steriler Lösung auf den Markt. Wielands Bruder, der Pharmakologe Hermann Wieland (1885 bis 1929), konnte wenig später zeigen, dass das Produkt eine sichere atemstimulierende Wirkung hatte, ohne Erbrechen ­auszulösen. Lobelin erwies sich bald als Blockbuster, da Boehringer einige Jahre Alleinanbieter war und auch therapeutische Vorteile gegenüber dem ebenfalls häufig eingesetzten Atemanaleptikum, dem Campher, bestanden.

 

Mangelware Campher

 

Campher als fernöstlicher Naturstoff war nach Versiegen der Importströme im Krieg ebenfalls Mangelware geworden. Die Atmung und Kreislauf stimulierende Wirkung des Monoterpens wurde schon lange vor 1914 im Krieg genutzt. So war Campher bereits im 19. Jahrhundert wichtiger Bestandteil des Medizinkastens für den Fronteinsatz, wo er der Kreislaufstabilisierung Verwundeter diente.

 

Rechtsdrehender Campher wird aus dem Holz des Kampferbaums (Cinnamomum camphora) gewonnen. Der Baum wächst in Ostasien, vor allem Japan und Taiwan, der früher Formosa genannten Insel. Etwa 90 Prozent des Weltkonsums von jährlich drei bis vier Millionen Kilogramm stammten zu Zeiten des Ersten Weltkriegs von dort (15). Mit Ausbruch des Krieges wurde die Einfuhr von natürlichem Campher aus Asien stark gedrosselt.




Viele pharmazeutische Rohstoffe wurden auch in den Feldapotheken gebraucht. Hier die Apotheke des Hauptverbandplatzes Devix/Somme

Foto aus (34)


Ein gewisser Ausweg aus diesem ­Dilemma war synthetisch hergestellter Campher. Die industrielle Anwendung patentierter Synthesen hatte bereits 1903 begonnen (16). Allerdings schrieb das Deutsche Arzneibuch für die therapeutische Anwendung ausschließlich das natürliche Produkt vor; zu Kriegsbeginn fehlten noch klinische Erfahrungen mit dem optisch inaktiven ­synthetischen Produkt. Auch die wissenschaftliche Deputation für das ­Medizinalwesen hielt es für bedenklich, synthetischen Campher innerlich und subkutan anzuwenden. Bei den Zubereitungen des Deutschen Arzneibuchs, die zur äußerlichen Anwendung bestimmt waren, zum Beispiel Spiritus camphoratus, wurde aber empfohlen, natürlichen Campher durch den synthetischen zu ersetzen.

 

Andere Experten waren früh der Meinung, dass Japan-Campher durch synthetische Präparate vollkommen ersetzt werden könne. Allerdings wurde gleichzeitig bezweifelt, dass die Indus­trie in der Lage sein würde, genügend synthetischen Campher zu produzieren. Dieser wurde nämlich ausgehend von α-Pinen hergestellt, das jedoch im Lauf des Krieges ebenfalls knapp wurde, da es aus amerikanischem oder französischem Terpentinöl gewonnen wurde.

 

Bald konnte der Campher-Bedarf auch durch Synthese nicht mehr gedeckt werden, und es musste eine Verkehrsbeschränkung erlassen werden. Japan-Campher durfte nicht mehr für äußerliche Zwecke verwendet werden und wurde von einer Kriegsgesellschaft bewirtschaftet.

 

Da auch das synthetische Produkt knapp wurde, kamen Ersatzpräparate auf den Markt, um das Monoterpen wenigstens in Topika zu ersetzen. So führte zunächst die Firma Deppe & Söhne in Hamburg Terpacid, ein synthetisches Fenchon ein, ein Isomeres von Campher (17, S. 100). Als auch dieses nicht mehr lieferbar war, brachte die Hageda Handelsgesellschaft Deutscher Apotheker in Berlin unter dem Namen Kamferol einen von der Firma Heine & Co. in Leipzig hergestellten Campher-Ersatz in den Handel. Es handelte sich um eine Mischung von Eucalyptol und Methylsalicylat. Nach dem Krieg gerieten diese Präparate schnell wieder in die Vergessenheit.

 

Fortschritt statt nur Ersatz

 

Ganz anders war dies bei dem Antipso­riatikum Cignolin. Seine Entwicklung ist ein gutes Beispiel für einen synthetisch leicht zugänglichen Ersatzstoff, der zudem therapeutische Vorteile aufwies.




Pharm. Ztg. Nr. 3 (1918)


Vor dem Ersten Weltkrieg war Chrysarobin, das aus der südamerikanischen Fabacee Andira araroba gewonnen wurde, das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der Schuppenflechte. Nach Beginn des Krieges kam es zu Importschwierigkeiten der Rohstoffe aus Brasilien. Der Dermatologe Eugen Galewsky (1864 bis 1935) ergriff daraufhin die Initiative und suchte nach einem eventuell sogar besser handhabbaren Substitut. Gesagt, getan: Bereits Ende 1916 erhielten die Farbenfabriken Bayer und Co. das Patent für das Verfahren zur Herstellung von 1,8-Dioxyanthranol (18). Vom Chrysarobin unterscheidet es sich lediglich durch das Fehlen einer Methylgruppe.

 

Mit Cignolin war eine Substanz ­gefunden, die viel stärker wirkte als Chrysarobin und gleichzeitig die Haut weniger reizte und verfärbte. Damit konnte man fortan auch Gesichts- und Kopfpsoriasis behandeln. Schnell wurden auch andere Einsatzgebiete ins Spiel gebracht, etwa seborrhoisches Ekzem oder Pilzerkrankungen. Bereits in den ersten Kriegsjahren konnte ­Cignolin das Chrysarobin ersetzen.

 

Der Dermatologe Paul Gerson Unna mutmaßte schon sehr früh nach der Entwicklung von Cignolin, dass dieser Wirkstoff dem natürlichen Produkt den Rang ablaufen würde (19, S. 166). Und er sollte recht behalten. Chrysarobin ist heute obsolet. Cignolin beziehungsweise 1,8-Dithranol bereichert den dermatologischen Arzneistoffschatz dagegen bis heute als potentes Antisporiatikum oder in Kombination mit Salicylsäure gegen Warzen (Warzen­salbe, NRF 11.31).

 

Glycerin für Sprengstoff und Arznei



Die kriegsbedingte Mangelsituation betraf auch das Glycerin. In Friedenszeiten hatte die Fettspaltung ausreichend Glycerin für die pharmazeutische Praxis geliefert. Der Krieg nahm zum einen das Grundmaterial, die Fette, zum anderen wurde Glycerin als Ausgangsstoff für Explosivstoffe und zur Heizung der Feldküchen benötigt. So wurde die Substanz knapp und eine Kriegsgesellschaft hatte die Bewirtschaftung übernommen. Es stand zu befürchten, dass Apotheken im Lauf des Krieges immer geringere Zuteilungen erhalten würden. Tatsächlich durfte gegen Kriegsende das den Apotheken freigegebene Glycerin nur noch gegen ärztliches Rezept abgegeben werden.

 

Bei den Ersatzmitteln ist für die Praxis des Apothekers zu unterscheiden zwischen Stoffen, die Glycerin in Rezepturen substituieren sollten, und den Glycerin-Ersatzmitteln des Handels. Ein Beispiel für die erste Gruppe ist brauner Melasse-Sirup (Sirupus communis). Die von der Industrie entwickelten Ersatzmittel lassen sich in fünf Gruppen einteilen: Schleim- oder Leimlösungen, Zuckerlösungen, ölhaltige Ersatzmittel, Salzlösungen und Mischungen der verschiedenen Gruppen (20).

 

Nicht alle Produkte überzeugten die Apotheker, einige davon waren zumindest während des Krieges akzeptiert. Dazu zählte auch PerkaGlycerin, eine konzentrierte wässrige Lösung von Kaliumlactat (21). Es eignete sich zum Beispiel für die Herstellung von Salben, Pillen und Anreibungen mit Talk und Zinkoxid. Nicht geeignet war es für Mischungen mit Substanzen wie Ichthyol und Tannin.

 

Von der Apotheke in die Automobilindustrie

 

Als weiteres Ersatzmittel kam Tego-Glykol auf den Markt. Es handelte sich um Ethylenglykol, das nach einem neuen Verfahren sehr günstig hergestellt werden konnte (22, S. 58). Die nahe ­chemische Verwandtschaft zu Glycerin ließ auf ähnliche Eigenschaften hoffen. Diese Erwartungen bestätigten sich. Es konnte auch mit Ichthyol und Tannin gemischt werden und war hierin dem PerkaGlycerin überlegen. Da auch die Heeresverwaltung an Tego-Glykol Interesse hatte, stand es den Apothekern nur in kleinen Mengen zur Verfügung. Nach dem Krieg hat Glykol in der Pharmazie zwar keine große Bedeutung ­gewonnen, seit dem Aufstieg der Automobilindustrie wird es aber bis heute als Frostschutzmittel eingesetzt.




Cinchona-Plantagen lieferten den begehrten Rohstoff für die Chinin-Gewinnung. Hier eine Plantage auf West-Sumatra, um 1880

Foto: picture-alliance/akg-images


Als Glycerinersatz diente auch Mollphorus, eine flüssige Raffinade aus Rohr- und Invertzucker (23, S. 425). Allerdings wurde diskutiert, ob es ­angebracht sei, Nahrungsmittel für pharmazeutische Zwecke zu verwenden. Diese Frage stellte sich noch stärker nach Einführung des sogenannten Protol-Verfahrens zur Glycerinproduktion aus alkoholischer Gärung. Durch Natriumsulfitzusatz konnte der gewöhnlich geringe Anteil des Gärungsnebenproduktes Glycerin bis auf etwa 20 Prozent gesteigert werden (24). In den Jahren 1917 und 1918 wurden etwa 1000 Tonnen Glycerin auf diese Weise hergestellt. Jedem Deutschen entgingen dadurch etwa 6 kg Zucker pro Jahr. Der tatsächliche Verbrauchsrückgang von 25 kg/Jahr vor dem Krieg auf 17 kg/Jahr 1917 war somit überwiegend dem Gärungsglycerin geschuldet (25, S. 213).

 

Neue Salbengrundlagen

 

Der massive Mangel an Fetten, die ­zudem vorrangig als Nahrungsmittel verwendet wurden, führte zu einem eklatanten Mangel an Salbengrundlagen, zumal auch Vaseline nicht in ausreichender Menge eingeführt werden konnte. Infolge der Kriegsnotlage kam zudem qualitativ schlechte Ware auf dem Markt. So beobachtete man 1917 eigentümliche Hauterkrankungen, die auf Verwendung minderwertiger Salbengrundlagen und deren Herstellung »unter Außerbetrachtlassung der elementarsten Regeln der Salbentechnik« zurückgeführt wurde (26, S. 312).

 

Apotheker griffen in den ersten Kriegsjahren zunächst auf andere Salbengrundlagen wie Eucerin, Resorbin und Mitin zurück. Die Hageda begegnete dem Mangel durch Einführung ­einer neuen Salbengrundlage, die ein geeigneter Ersatz für Vaselin, Schweinefett und Wollfett sein sollte: Unguentum neutrale. Eine wirkliche Neuheit war die Grundlage nicht. Sie lehnte sich vielmehr an die Arzneibuchvorschrift zu Unguentum Paraffini an. Statt des nicht mehr erhältlichen Paraffins wurden Bestandteile verwendet, die noch in ausreichender Menge zur Verfügung standen, nämlich Ceresin und Vaselinöl. Die Apotheker lobten die außerordentlich gute Handhabung von Unguentum neutrale als Salbengrundlage und die gute Absorptionsfähigkeit, zum Beispiel für Wasser.

 

Einige Monate nach Unguentum neutrale kam die neue Salbengrundlage Laneps in Verkehr. Es handelte sich im Wesentlichen um ein Kondensa­tionsprodukt aus hochmolekularen Kohlenwasserstoffen, das durch einen geringen Zusatz fester Stoffe in Salben­form überführt worden war. Laneps wurde als nahezu geruchlos, hochviskös und mit großer Wasseraufnahmefähigkeit beschrieben (27). Auch diese Salbengrundlage fand bei den Apothekern Anklang.

 

Als Lanolin-Ersatz wurden unter anderem schon länger bekannte cholesterinhaltige Salbengrundlagen wie Eucerin, sogenannte Seifensalben wie Mollin und ferner Fetron, eine Mischung aus Stearinsäureanilid und ­Vaselin, propagiert (28).




Pharm. Ztg. Nr. 37 (1918)



Krieg als Katalysator der Forschung

 

Zu Zeiten des Ersten Weltkriegs war Malaria noch immer, wenigstens im Süden Europas, auf dem Balkan und in Nordafrika, endemisch. Für die deutsche Armee wurde eine Inzidenz zwischen 132:1000 auf dem Balkan und 183:1000 in der Türkei geschätzt (29, S. 251). Fast alle kriegführenden Armeen beklagten einen Chininmangel.

 

Chinin wurde damals überwiegend über die Niederlande eingeführt, die sich Großbritannien gegenüber zur Einhaltung der Blockadepolitik Deutschland gegenüber verpflichtet hatten. ­Einem Erfahrungsbericht zufolge fand das deutsche Heer während seines Feldzuges nach Deutsch-Ostafrika noch ausreichende Mengen Chinin vor, sodass man sich zunächst keine Sorgen machte.

 

Als aber die Vorräte schneller schmolzen als erwartet, begann der in Daressalam stationierte Gouvernementapotheker Rudolf Schulze mit Versuchen zur Isolierung von Chinin aus lokalen Cinchona-Beständen. Bereits im Februar 1915 sah er sich veranlasst, 1200 kg Succirubra-Rinde zur längerfristigen Sicherstellung des Chininbedarfs der Truppe zu extrahieren. Schulze beschrieb das notgedrungen, zum Beispiel wegen Mangels an Extrak­tionsmitteln, Säuren, Laugen oder Brennmaterial mehrfach modifizierte Verfahren im Detail (30) und lieferte damit Beispiele für pharmazeutische Improvisationsgabe und organisatorisches Geschick unter schwierigen Bedingungen. So waren mehrfach Rindenvorräte, Lösungsmittellager und Geräte vor dem heranrückenden Feind in Sicherheit zu bringen, der es auf die deutsche Chininproduktion abgesehen hatte. Einmal annektierte Schulze eine verlassene Eisenbahnstation, baute den Druckbehälter einer Vakuumbremse zum Extraktionsbehälter um und betrieb die Anlage mit dem Motor einer ausrangierten Lokomotive. Letztendlich gelang es, den kriegsbedingten Chininmangel in Deutsch-Ostafrika, zum Schluss mangels Chemikalien mit einfachen China-Dekokten, gerade so zu überbrücken.

 

Die Erfahrungen des Krieges stimulierten ab 1919 eine intensive Suche nach synthetischen Antimalariamitteln. In der Malariaforschung tat sich zunächst die Firma Bayer hervor; ein erster, noch bescheidener Erfolg war das im Dezember 1925 entwickelte Plasmochin (31, S. 862). Den endgültigen Durchbruch erzielte Bayer 1934 mit der Synthese von Chloroquin, das unter dem Handelsnamen »Resochin« noch heute bekannt ist.

 

Fazit

 

Die Arzneimittelversorgung während des Ersten Weltkriegs war wie viele andere Bereiche der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens von einem spürbaren Gütermangel betroffen. Vor allem die Abhängigkeit von Importdrogen und der Mangel an Fetten machten sich schmerzlich bemerkbar. Glaubt man zeitgenössischen Bewertungen, konnte die Arzneimittelversorgung aber einigermaßen aufrechterhalten werden: »Die große Not, wie sie sich zum Beispiel auf dem Gebiet der Nahrungsmittel zeigte, blieb uns erspart [...]. Sodann half uns über viele Schwierigkeiten die chemische Wissenschaft hinweg. Erst im Kriege lernten wir so recht die Leistungen der synthetischen Chemie kennen« (32, S. 264).

 

Ähnlich argumentierte Hermann Thoms 1929: »Die Arzneiversorgung Deutschlands ist weder während des Krieges noch in der Nachkriegszeit in eine gefahrdrohende Stockung geraten, und dies ist in erster Linie den ­hervorragenden Leistungen der hochentwickelten chemischen Industrie zu danken.« Vorteile der Kriegswirtschaft sah er in einer Erziehung der Bevölkerung zur Sparsamkeit sowie darin, dass »zahlreiche Probleme auftauchten, die eine gründliche wissenschaftliche Bearbeitung fanden [...] und für eine zweckmäßige Arzneiversorgung des Volkes wichtige Unterlagen schufen« (33, S. 158 f.).

 

Aus heutiger Sicht ist in diesem ­Zusammenhang die Malariaforschung besonders hervorzuheben. Erfindungen aus Kriegszeiten wie Ohropax oder Cignolin sind weitere Beispiele. Manche Entwicklungen, wie neuartige Salbengrundlagen und Campher-Ersatzstoffe, wurden nach Besserung der Verhältnisse aufgegeben oder nur in späteren Notzeiten, namentlich dem Zweiten Weltkrieg, wieder aktiviert. /



Anmerkungen und Literatur
(Ausführliches Literaturverzeichnis bei den Verfassern )

  1. Tschirch, A.: Kriegschemie. Pharm. Post 49 (1916) 1-6, 17-19.
  2. Tschirch, A.: Kriegsbotanik. Ber. Dt. Pharm. Ges. 26 (1916) 326-352.
  3. Aue, von der, U.: Die deutsche Hortus-Ge­sellschaft (1917-1943). Neuzeitlicher Heilpflanzenanbau und Förderung der Phyto­thrapie in Deutschland. Diss. Berlin 1983.
  4. Schlick, C.: Apotheken im totalitären Staat. Apothekenalltag in Deutschland von 1937 bis 1945. Stuttgart 2008, S. 340-364.
  5. Netolitzky, F.: Der Buchenschwamm, ein vergessener Rohstoff der Heimat. Pharm. Post 51 (1918) 609-610, 613-614.
  6. N.N., Alsa-Korke. Der Tropenpflanzer 12 (1918) 278.
  7. N.N.: Ersatzmittel für Korkstopfen. Viertelj.-Schr. Prakt. Pharm. 14 (1917) 64-65, 142-143; Freund, H.: Unsere Ersatzstopfen in der Kriegszeit. Pharm. Ztg. 63 (1918) 556-557, 563-564.
  8. zit. n. Krömeke, F.: Friedrich Wilh[elm] Sertürner, der Entdecker des Morphiums. Lebensbild und Neudruck der Original-Morphiumarbeiten. Jena 1925, S. 59 f.
  9. Dimitriu, H.: Die wissenschaftliche Entwicklung der Alkaloid-Chemie am Beispiel der Firma Merck in den Jahren 1886-1929. Diss. Univ. Heidelberg 1993.
  10. Müller-Jahncke, W.-D., Friedrich, C., Meyer, U.: Arzneimittelgeschichte, 2. Aufl., Stuttgart 2005, S. 150 f. Hier handelte es sich um deutsche Entwicklungen, die infolge zusammengebrochener Handelsbeziehungen, umgekehrt in Großbritannien schmerzlich vermisst und in hektischen Bemühungen nachgearbeitet werden mussten. Vgl. hierzu Hartcup, G.: The War of Invention. Scientific Developments, 1914­18, London 1988, S. 167f.
  11. Heß, K., Leibbrandt, F.: Synthese von N-Methyl-tetrahydropyridincarbonsäuren I. Eine neue Bildungsweise des Arecaidins und des Arecolins. Zur Aufklärung der Konstitutionen des Guvacins und des Arecacins. Ber. Dt. Chem. Ges. 51 (1918) 806-820.
  12. Marschall, L.: Im Schatten der chemischen Synthese. Industrielle Biotechnologie in Deutschland (1900-1970). Frankfurt/New York 2000, S. 171 bezeichnet analog »chemische Imitation« und »Variation« als neue erfolgreiche Suchstrategien in der Arzneimittelforschung.
  13. GEHEs Codex der pharmazeutischen u. organotherapeutischen Spezialpräparate. 6. Aufl. Dresden 1933, S. 367.
  14. Vaupel, E.: Heinrich Wieland und die Firma C.H. Boehringer Sohn in Ingelheim/Rhein: Eine Kooperation, die allen Beteiligten nützte. In: Wieland, S., Hertkorn, A.-B., Dunkel, F.: Heinrich Wieland. Naturforscher, Nobelpreisträger und Willstätters Uhr. Weinheim 2008, S. 115-144; sowie Vaupel, E.: Nützliche Netzwerke und »kriegswichtige« Forschungsprojekte. In: Kraus, E. (Hrsg.): Die Universität München im Dritten Reich. Aufsätze Teil II. München 2008, S. 331-380.
  15. Joachimoglu, G.: Über natürlichen und synthetischen Kampfer. Ber. Dt. Pharm. Ges. 25 (1915) 427-455.
  16. Remane, H.: Zur Herausbildung der technischen Campher-Synthese. Arbeitsbl. Wissenschaftsgesch. [Halle] 7 (1983) 31-39.
  17. Sabalitschka, Th.: Chemische Kriegsarbeit. Pharm. Ztg. 64 (1919) 99-101.
  18. Galewsky, E.: Cignolin, ein synthetisches deutsches Chrysarobin, und Laneps, eine neue Salbengrundlage. Dt. Med. Wschr. 43 (1917) 238-239. Scholz, A.; Kadner, H.: 75 Jahre Cignolin. Hautarzt 42 (1991) 775-778.
  19. Unna, P. G.: Kriegsaphorismen eines Dermatologen. Berlin 1917.
  20. Lüttgen, C.: Glycerin-Ersatzmittel und Austauschstoffe. Berlin 1941.
  21. Neuberg, C., Reinfurth, E.: Alkalien als Glycerin-Ersatz. (Per- und Perka-Glycerin). Ber. Dt. Pharm. Ges. 53 (1920) 1783-1791.
  22. Heller, H.: Glyzerin und sein Ersatz. Prome­theus 31 (1919) 57-59.
  23. Deite, C., Kellner, J. Das Glyzerin. Gewinnung, Veredelung, Untersuchung und Verwendung sowie die Glyzerinersatzmittel. Berlin 1923.
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  26. Unna, E.: Salbengrundlagen. Ber. Dt. Pharm. Ges. 29 (1919) 309-315.
  27. Heßler, J.: Pharmakologische und klinische Untersuchungen über »Laneps« (einer neuen Salbengrundlage). Diss. München 1917, sowie Rapp, R.: Laneps, eine neue Salbengrundlage. Pharm. Ztg. 61 (1916) 744.
  28. N. N.: Über Lanolinersatzmittel. Pharm. Ztg. 61 (1916) 66.
  29. Fantini, B.: Malaria and the First World War. In: Eckart, W. U., Gradmann, C. (Hrsg.): Die Medizin und der Erste Weltkrieg. Pfaffenweiler 1996, S. 241-272.
  30. Schulze, [R.]: Die Chiningewinnung in Mpapua-Kilossa während des Feldzuges in Deutsch-Ostafrika. Ber. Dt. Pharm. Ges. 29 (1919) 486-504.
  31. Greenwood, D.: Conflicts of interest: the ­genesis of synthetic antimalarial agents in peace and war. J. Antimicrob. Chemother. 36 (1995) 957-872.
  32. Herzog, J.: Die Arzneimittelversorgung am Ende des Krieges und die neuen Arzneimittel des Jahres 1918. Ber. Dt. Pharm. Ges. 29 (1919) 259-284.
  33. Thoms, H.: Arzneimittelversorgung. In: Bumm, F.: Deutschlands Gesundheitsverhältnisse unter dem Einfluß des Krieges, Bd. 2, Stuttgart 1929, S. 143-159. Für den Hinweis auf diese Quelle danken wir Apotheker ­Gerhard Jabs, Ahrensburg.
  34. Rosenthaler, L.: Kriegs-Erinnerungen eines Korpsstabs-Apothekers. Mittenwald 1929.


Die Autoren

Axel Helmstädter studierte Pharmazie in Freiburg und erhielt 1985 die Approbation als Apotheker. 1988 wurde er in Heidelberg bei Professor Dr. Wolf-Dieter Müller-Jahncke promoviert. 1993 trat er in den Govi-Verlag ein, wo er heute den Bereich Fachbuchlektorat, wissenschaftliche Zeitschriften und Elektronische Medien leitet. 2004 erfolgte die Habilitation im Fach Geschichte der Pharmazie an der Universität Marburg, 2013 die Ernennung zum apl. Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

 

helmstaedter(at)govi.de

 

Sven Siebenand studierte Pharmazie an der Martin-Luther-Universität in Halle. Die Approbation als Apotheker erfolgte 2001 nach dem Praktischen Jahr in der pharmazeutischen Industrie und der öffentlichen Apotheke, wo er im Anschluss mehrere Jahre tätig war. Seit seinem Volontariat bei der Pharmazeutischen Zeitung arbeitet er als Redakteur bei der PZ, seit 2010 ist er stellvertretender Chefredakteur.

 

siebenand(at)govi.de


Für die Anregung zu dieser Arbeit und zahlreiche wertvolle Hinweise danken wir Professor Dr. Elisabeth Vaupel, München, sehr herzlich.



Beitrag erschienen in Ausgabe 26/2014

 

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