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Big Pharma: Fusionswelle von historischem Ausmaß

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Big Pharma: Fusionswelle von historischem Ausmaß
 


Das Jahr 2014 könnte die bislang größte Fusions- und Übernahmewelle in der Geschichte der Pharmabranche mit sich bringen. Wie die Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young mitteilt, wurden seit Jahresbeginn bereits Transaktionen im Gesamtwert von 84 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Demnach haben die sogenannten M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions) schon in den ersten vier Monaten dieses Jahres das Gesamtniveau von 2013 nahezu erreicht. Der Wert der Fusionen und Übernahmen lag im vergangenen Jahr nach Angaben der Analysten bei knapp 88 Milliarden US-Dollar (rund 64 Milliarden Euro). Unter Berücksichtigung der bereits angekündigten aber noch nicht vollzogenen Transaktionen, werde das Gesamtvolumen der M&A-Aktivitäten in der Pharmabranche dann im Gesamtjahr bei mindestens 265 Milliarden US-Dollar (rund 194 Milliarden Euro) liegen.
 
„Das gab es in dieser Höhe bislang noch nie, ein historischer Höchststand“, so ein Sprecher von Ernst & Young. Allein die vom Branchenriesen Pfizer anvisierte Übernahme des schwedisch-britischen Konkurrenten Astra-Zeneca wird als eine der teuersten Übernahmen in der britischen Wirtschaftsgeschichte gehandelt. Das letzte Angebot von Pfizer Anfang dieser Woche lag laut Nachrichtenagentur dpa bei rund 117 Milliarden Dollar (85,4 Milliarden Euro).
 
Grund für die Fusions- und Transaktionswelle ist der anhaltende Gewinnrückgang der großen Pharmakonzerne. Sinkende Produktpreise, Kostendruck und eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten sowie die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte setzen der Branche zu. Nach den Berechnungen der Wirtschaftsprüfer sank die operative Gewinnmarge der zehn größten börsennotierten Pharmaunternehmen im Jahresvergleich um einen Prozentpunkt von 25,5 Prozent auf 24, 5 Prozent. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent auf knapp 240 Milliarden. Euro. Bereits im Vorjahr waren die Umsätze um gut 3 Prozent gesunken, so die Berechnungen von Ernst & Young. Und auch die Gewinne sind demnach rückläufig: Der operative Gewinn (EBIT) der Konzerne sank um 5 Prozent auf knapp 85 Milliarden Euro.
 
Die Firmen, die im Ernst & Young Ranking der weltweit 20 größten Pharmakonzerne auf den Plätzen 11 bis 20 liegen, konnten ihren Umsatz dagegen um 6,6 Prozent steigern. Beim Gewinn legten sie um 2,9 Prozent zu, die Marge blieb laut Analysten mit 25,1 Prozent fast konstant. In diese Gruppe gehören auch die zwei größten deutschen Pharmaunternehmen, Bayer mit Sitz in Leverkusen und Merck aus Darmstadt. (et)
 
22.05.2014 l PZ
Foto: Fotolia/alphaspirit
 

 

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