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Melanomrisiko: Potenzmittel unter Verdacht

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Melanomrisiko: Potenzmittel unter Verdacht
 


Der PDE-5-Hemmer Sildenafil könnte ein bisher nicht bekanntes Risikopotenzial bergen: die Entstehung von Melanomen zu fördern. Sildenafil ist zum Beispiel in dem zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassenen Viagra® enthalten oder auch in Revatio®, das zur Therapie der idiopathischen pulmonal-arteriellen Hypertonie eingesetzt wird. Auf das erhöhte Risiko deuten die Ergebnisse einer prospektiven Kohorten-Studie hin, die kürzlich im Fachmagazin «JAMA Internal Medicine» erschienen sind.

 

Die Ergebnisse seien zwar noch kein Beweis für einen Kausalzusammenhang, man müsse sie aber zum Anlass nehmen, dieses mögliche Risiko in weiteren Studien zu klären, so die Wissenschaftler um Professor Han von der Indiana-Universität in Indianapolis.

 

Die Forscher hatten Daten von fast 26.000 Männern ausgewertet, die an der Health Professionals Follow-up Study teilgenommen hatten. Während des Beobachtungszeitraums von 2000 bis 2010 wurden 142 Melanome, 580 Plattenepithelkarzinome und 3030 Basalzellkarzinome diagnostiziert. Männer, die bereits anfangs an Tumoren litten, waren aus der Studie ausgeschlossen worden.

 

Die Auswertung ergab für Männer, die den PDE-5-Hemmer erhalten hatten, eine Zunahme des Melanomrisikos von 84 Prozent (Hazard Ratio 1,84, CI 1,04 bis 3,22). Keine Risikoerhöhung wurde dagegen für die anderen Hauttumoren (Plattenepithel- und Basalzellkarzinome) festgestellt. Darüber hinaus gab es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der erektilen Funktion selbst und einem Melanom.

 

Ob auch bei anderen PDE5-Hemmern wie Tadalafil (Cialis®) oder Vardenafil (Levitra®) mit einem möglicherweise erhöhten Melanomrisiko zu rechnen ist, ist nicht bekannt, aber aufgrund des vergleichbaren Wirkmechanismus auch nicht auszuschließen. (rt)

 

doi:10.1001/jamainternmed.2014.594

 

Lesen Sie dazu auch

Wirkstoffprofil Sildenafil (Viagra® / 1998), Tadalafil (Cialis® / 2003) und Vardenafil (Levitra® / 2003) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe
 

11.04.2014 l PZ

Foto: Fotolia/jopix

 

 

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