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Johanniskraut: Schwanger trotz Hormonimplantat

PHARMAZIE

 
Johanniskraut

Schwanger trotz Hormonimplantat


Von Annette Mende / Wenn Frauen im gebärfähigen Alter Johanniskraut einnehmen, sollten sie sich zur Empfängnisverhütung nicht ausschließlich auf Hormonpräparate verlassen.

 

Denn durch die Induktion von Cytochrom-P-450-Enzymen können die Hormone schneller abgebaut werden und die kontrazeptive Wirkung verloren gehen. Das gilt nicht nur für die Pille, sondern auch für Etonorgestrel-freisetzende Implantate. Darauf weist aktuell die britische Arzneimittelaufsicht MHRA hin.

 

Im letzten Quartal des Jahres 2013 seien der Behörde zwei Verdachtsfälle auf eine Interaktion zwischen den Etonorgestrel-haltigen Präparaten Implanon® beziehungsweise Nexplanon® und Johanniskraut gemeldet worden. Die beiden Frauen, die mit den implantierbaren Hormon-Stäbchen verhüteten, waren ungewollt schwanger geworden, nachdem sie mit der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten begonnen hatten. Aus dem Zeitraum seit dem Jahr 2000 lägen der MHRA insgesamt 19 Fallberichte von vermuteten Interaktionen zwischen hormonellen Kontrazeptiva und Johanniskraut vor, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. In 15 Fällen kam es zu ungeplanten Schwangerschaften, vier Frauen berichteten von Zwischenblutungen.

 

Die betroffenen Frauen hatten mehrheitlich orale Kontrazeptiva eingenommen, in vier Fällen war ein Hormon-Implantat zum Einsatz gekommen. Die MHRA weist daher darauf hin, dass prinzipiell alle hormonellen Kontrazeptiva mit Johanniskraut interagieren können. Einzige Ausnahme stellten intrauterine Hormonspiralen dar, zu denen es bislang keine diesbezüglichen Daten gebe. / 



Beitrag erschienen in Ausgabe 13/2014

 

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