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Rezepturen: Plausibilität per Mausklick checken

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Rezepturen

Plausibilität per Mausklick checken


PZ / Immer mehr Kollegen optimieren Abläufe in der Rezeptur mithilfe von Software. Ende Dezember ging die Online- Plausibilitätsprüfung von pharma4u an den Start. Inzwischen hat sich jede zehnte deutsche Apotheke bei dem Portal angemeldet, 30 000 Rezepturen wurden bereits geprüft.

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Immerhin rund 8,2 Millionen Rezepturen haben die deutschen Apotheken 2012 hergestellt. Nicht mitgezählt sind Zubereitungen mit Zytostatika, zur parenteralen Ernährung sowie alle Rezepturen, die privat verordnet, ohne Rezept bestellt oder für Kliniken hergestellt wurden. Damit hat die rezepturmäßige Herstellung in Deutschland nach wie vor eine große Bedeutung und ist aus der Arzneimittelversorgung nicht wegzudenken.

 



Rezepturen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Pharmakotherapie, betont auch Dr. Andreas Kiefer. Der Präsident der Bundes­apo­the­ker­kammer und Vorsitzende der Kommission Deutscher Arzneimittel-Codex und Neues Rezeptur Formularium (DAC/NRF-Kommission) ist fest davon überzeugt, dass Rezepturarzneimittel therapeutische Lücken schließen. Die Qualität der in Apotheken hergestellten Rezepturen werde ständig weiter verbessert. Trotz des hohen Dokumentations- und Kommunikationsaufwands schienen die Vorgaben der neuen Apothekenbetriebsordnung hilfreich zu sein. »Wir gehen davon aus, dass ein Großteil dieser Rezepturen individuell verordnet wird und damit noch keiner standardisierten Vorschrift entspricht«, ergänzt Dr. Holger Reimann, Leiter des pharmazeutischen Laboratoriums des DAC/NRF. Umso wichtiger: Die Qualität der Rezepturen muss stimmen.

 

Rezepturhinweise online recherchieren

 

Seit der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung 2012 und der damit verbundenen Dokumentationspflicht bei der Rezepturherstellung hat sich einiges getan. Mehrere Fachverlage, Infostellen und Internetportale geben dem pharmazeutischen Personal zahlreiche Hilfestellungen zur Bewertung der Rezepturformel an die Hand. Zusätzlich erleichtern verschiedene Fachbücher und Dokumentationshilfen in Papier- und elektronischer Form die Arbeit in der Rezeptur.

 

Zeitgemäß präsentierte der Govi-Verlag auf der Expopharm 2013 in Düsseldorf seinen umfassenden Relaunch des Internetauftritts des DAC/NRF. Unter www.dac-nrf.de können Nutzer, die sich mit ihrem gültigen Abonnement online registriert haben, nun nicht nur Rezepturhinweise in einer ständig wachsenden Datenbank recherchieren, sondern auch das komplette Druckwerk elektronisch nutzen. Der Rezep­turenfinder rundet das Angebot ab. »Die automatisierte Online-Recherche hilft dem verantwortlichen Apotheker bei seiner Entscheidung zur Beurteilung einer Rezepturformel und erleichtert gleichzeitig die Dokumentation. Zudem liefert sie ein nachprüfbares Ergebnis«, urteilt Kiefer.

 

Dass Govi mit seinem »blauen Universum« als webbasiertem Angebot den Geschmack der Kunden getroffen hat, zeigen die ständig wachsenden Zahlen an Neuregistrierungen. Bis Ende Januar 2014 haben bereits mehr als 5300 User ihren Zugang bei www.dac-nrf.de freigeschaltet.

 

Plausibilität automatisch überprüfen




»Die Qualität der in Apotheken hergestellen Rezepturen wird ständig weiter verbessert.«
Dr. Andreas Kiefer, Vorsitzender der DAC/NRF-Kommission
Fotos: ABDA

Weitere Entlastung bietet der sogenannte Plausicheck des Online-Portals www.pharma4u.de. Dort könen Premium-User der Plattform, die ein Abonnement des DAC/NRF haben, online schnell und komfortabel ihre Rezepturen prüfen. Der Check läuft im Browser und damit auf jedem internetfähigen Rechner, Tablet oder Smartphone. Softwaredownloads und Installationen sind nicht nötig. Nach Eingabe der Bestandteile und Mengen prüft das System automatisch die Rezeptur auf alle wichtigen Parameter wie Unbedenklichkeit, obsolete Bestandteile, bekannte Inkompatibilitäten, Konzentrationen, geeignete Applikationsart, Stabilität, Wechselwirkungen, Konservierung und benennt die passenden Aufbrauchfristen. Das Protokoll lässt sich ausdrucken oder abspeichern.

 

»Unser Entwicklungsziel war ein einfach und intuitiv zu bedienendes Tool, das überall verfügbar ist und schnell Ergebnisse liefert«, fasst pharma4u- Geschaäftsführer Simon Häußler zusammen. Sein Geschäftsführer-Kollege Ulrich Brunner ergänzt: »Der Online-Plausicheck kann und soll das Denken sowie ein eigenverantwortliches apothekerliches Handeln bei der Bewertung und Korrektur der Rezeptur nicht ersetzen.« Pharmazeuten sind gefordert, anhand der vorgeschlagenen Lösungen selbstverantwortlich eine Lösung zu finden, die dem genauen Fall gerecht wird, und müssen eine eigene Entscheidung treffen. Hilfestellung dafür gibt es aber direkt auf der Seite. Im angegliederten Forum antworten Experten auf Fragen der User zu Rezepturproblemen. Zudem sind der pharm4u-Plausicheck und die Onlineservices des DAC/NRF miteinander verzahnt. Das System zeigt dem User im Check-Ergebnis die passenden NRF-Monographien und nützliche Links. Der Nutzer kann dann sofort auf die passenden Rezepturhinweise klicken.

 

Drei Monate kostenlos

 

Die Resonanz auf den Plausicheck ist groß: Seit 20. Dezember 2013 haben sich bereits mehr als 2000 User bei pharma4u neu angemeldet und über 30 000 Rezepturen online überprüft. Damit nutzt schon jetzt jede zehnte deutsche Apotheke den Onlinedienst. Dank der Koopera­tion von pharma4u mit Govi und DAC/NRF können Apotheken mit einem gültigen DAC/NRF-Abo den Online-Plausicheck sowie alle anderen pharma4u-Leistungen drei Monate kostenfrei testen. Das Abo endet automatisch und kann nach der Probezeit für eine Jahresgebühr von derzeit 60 Euro verlängert werden. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 09/2014

 

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