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Vitamin-K-Antagonisten: Gefährliche Hirnblutungen möglich

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Vitamin-K-Antagonisten: Gefährliche Hirnblutungen möglich
 


Etwa 800.000 Menschen in Deutschland nehmen Vitamin-K-Antagonisten ein. Ein Problem dieser Substanzklasse sind mögliche Hirnblutungen, so Professor Dr. Edelgard Lindhoff-Last vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main beim Fortbildungskongress Pharmacon in Davos. Etwa 2 bis 3 Prozent aller Hirnblutungen gingen auf das Konto von Vitamin-K-Antagonisten. Damit aber nicht genug: Hirnblutungen weisen laut Lindhoff-Last auch das höchste Sterberisiko bei Auftreten von Blutungen unter Vitamin-K-Antagonisten auf. Die Mortalitätsrate liege zwischen 50 und 60 Prozent.

Bisher habe man angenommen, dass durch die Gabe eines Prothrombin-Komplex-Konzentrats der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X (PPSB) Hirnblutungen in akuten Situationen aufgehalten werden können. Wie Lindhoff-Last informierte, hat eine kanadische Studie allerdings gezeigt, dass zwar der INR-Wert durch die PPSB-Gabe normalisiert werden konnte, das Hirnblutungsvolumen dadurch aber nicht abnimmt. Die Mortalitätsraten lägen dann immer noch sehr hoch.
 
Eine Registerstudie aus Deutschland hat der Medizinerin zufolge die hohen Mortalitätsraten intrakranialer Blutungen insbesondere bei geriatrischen Patienten unter Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten bestätigt.
 
Unter Therapie mit einem Wirkstoff der neuen oralen Antikoagulantien, etwa Dabigatran, Rivaroxaban oder Apixaban, treten laut Lindhoff-Last signifikant weniger Hirnblutungen auf. Wahrscheinliche Ursache dafür sei, dass diese Substanzen den Faktor VII nicht hemmen und dieser dann trotz Antikoagulation am Gewebefaktor im Gehirn binden kann. (ss)
 
Lesen Sie dazu auch
Wirkstoffprofile Apixaban (Eliquis® / 2011), Dabigatranetexilat (Pradaxa® / 2008), Rivaroxaban (Xarelto® / 2008) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe
 
05.02.2014 l PZ
Foto: Fotolia/pix4U
 

 

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