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Studie bestätigt: Wodka tötet russische Männer

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Studie bestätigt: Wodka tötet russische Männer
 


Jeder vierte russische Mann stirbt, bevor er das 55. Lebensjahr erreicht hat. Die wichtigsten Ursachen dafür sind das Rauchen, aber vor allem der exzessive Wodka-Konsum, wie eine Studie im Fachjournal «The Lancet» jetzt erneut belegt. «Die Todesraten in Russland waren in den vergangenen 30 Jahren starken Schwankungen unterworfen. Der wichtigste Trigger für diese Fluktuationen ist Wodka», sagt Koautor Professor Sir Richard Peto von der University of Oxford in einer Pressemitteilung des Journals. Diesen Zusammenhang hatte dasselbe Team bereits vor fünf Jahren in «The Lancet» anhand zweier retrospektiver Studien gezeigt. Er bestätigte sich eindrucksvoll in der jetzt vorgelegten, prospektiven Untersuchung.
 
Die Wissenschaftler um Professor David Zaridze vom russischen Krebsforschungszentrum in Moskau befragten männliche Bewohner der Städte Barnaul, Byisk und Tomsk nach ihren Trinkgewohnheiten und registrierten alle Todesfälle in der Kohorte während einer Zehnjahres-Periode. Da der Anteil an Rauchern sehr hoch war, beschränkten die Forscher ihre Auswertung auf jene 57.361 Teilnehmer, die rauchten. Die Berechnung ergab, dass 35- bis 54-Jährige mit einem Wodka-Konsum von 1,5 Litern oder mehr pro Woche ein 35-prozentiges Risiko hatten, in den kommenden 20 Jahren zu sterben. Gleichaltrige Männer, die weniger als einen halben Liter Wodka wöchentlich tranken, hatten demgegenüber nur ein 16-prozentiges Risiko. In der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen betrug der Unterschied 64 versus 50 Prozent.
 
In einem begleitenden Kommentar weist Jürgen Rehm von der Universität Toronto darauf hin, dass dieser Unterschied zumindest bei den älteren Studienteilnehmern höchstwahrscheinlich auch auf die gesundheitsschädigende Wirkung des Rauchens zurückzuführen ist. Dennoch sei der Zusammenhang zwischen konsumierter Wodkamenge und Mortalität in Russland eindeutig. Besonders schädlich sei das typische, episodenhafte Trinkverhalten.
 
In den vergangenen 60 Jahren hätten der Pro-Kopf-Konsum an Alkohol und die Mortalität von russischen Männern sich nahezu parallel entwickelt. Dies zeige, dass eine politische Einflussnahme durchaus auch in Russland erfolgversprechend sei. So sei unter Michail Gorbatschows restriktiver Alkoholpolitik der Konsum rapide gesunken und infolgedessen auch die Sterblichkeit. Solche Maßnahmen wären angesichts der derzeitigen Situation dringend geboten: In Russland haben männliche Neugeborene heute eine Lebenserwartung von nur 64 Jahren. Damit rangiert das Land auf einem der 50 niedrigsten Plätze weltweit. (am)
 
doi: 10.1016/S0140-6736(13)62247-3 (Studie)
doi: 10.1016/S0140-6736(14)60038-6 (Kommentar)
 
Mehr zum Thema in unserer Schwerpunkt-Ausgabe Alkohole, PZ 08/2012
 
31.01.2014 l PZ
Foto: Fotolia/Semenov
 

 

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