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Typ-2-Diabetes: Sport beeinflusst Genaktivität

MEDIZIN

 
Typ-2-Diabetes

Sport beeinflusst Genaktivität


Von Sven Siebenand, Barcelona / Sport kann die DNA-Expression über epigenetische Mechanismen beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern um Dr. Tina Rönn von der Universität im schwedischen Lund. Auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Barcelona stellte Rönn die Details vor.

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Demnach kann sportliche Betätigung Gene im menschlichem Fettgewebe, die mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes assoziiert sind, chemisch modifizieren – in die präventive Richtung. Die Forscher entnahmen 23 Männern mit einem mittleren Alter von 37 Jahren und einem Body-Mass-Index (BMI) von 28 kg/m2 vor und nach einem halbjährigen moderaten Trainingsprogramm mit drei 45-Minuten-Einheiten pro Woche eine Fettgewebsprobe. Diese untersuchten sie auf Unterschiede in der DNA-Methylierung. Das Ergebnis: Bei fast einem Drittel der Gene hatte sich die Methylierung nach den sechs Monaten verändert. In 90 Prozent der Fälle nahm die DNA-Methylierung zu, die Expression der Gene in messenger-RNA infolgedessen meist ab.




Regelmäßiges moderates Training senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes und Übergewicht – auch auf genetischer Ebene.

Foto: Fotolia/Robert Kneschke


Unter anderem fanden die Wissenschaftler 24 Stellen in der Nähe von 18 wahrscheinlich mit Übergewicht im Zusammenhang stehenden Genen, die vor und nach dem Sportprogramm eine deutlich veränderte Methylierung aufwiesen. Zwei dieser Gene, CPEB4 und SDCCAG8, wiesen nach den sechs Monaten sogar eine signifikant veränderte mRNA-Expression auf. Das bedeutet laut Rönn, dass sich die Aktivität dieser Gene durch Sport signifikant beeinflussen lässt.

 

Auch bei den Risikogenen für Typ-2-Diabetes wurden die Forscher fündig. An insgesamt 45 Stellen in 21 verschiedenen Genen konnten sie deutliche Veränderungen in der Methylierung der DNA nachweisen. Von besonderem Interesse ist, dass sich sechs dieser Stellen in der Nähe des Gens TCF7L2 befanden, dem am stärksten mit Typ-2-Diabetes assoziierten Gen. Wie bei den Genen, die mit Übergewicht in Verbindung stehen, fanden Rönn und Kollegen auch bei den Typ-2-Diabetes-Risiko­genen vier Gene mit einer veränderten mRNA-Expression infolge der verstärkten Methylierung.

 

Rönn fügte hinzu, dass auch Änderungen in der DNA-Methylierung bei Genen beobachtet wurden, die für den Fettstoffwechsel wichtig sind. »Dass Sport nutzbringend ist, wusste man bereits«, so die Wissenschaftlerin. Nun habe man aber einen neuen Mechanismus gefunden, der diesen Zusammenhang erklärt. Das Fettgewebe sei nach der sportlichen Betätigung in der Lage, Lipide besser aus dem Blut zu beseitigen. Diese Gene könnten, so Rönn, auch als Target für neue Arzneistoffe in Betracht kommen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 40/2013

 

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