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Depression: Kongress soll Betroffenen helfen

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Depression: Kongress soll Betroffenen helfen
 


Jeder zweite Deutsche ist nach Expertenangaben mindestens einmal im Leben intensiver mit dem Thema Depression konfrontiert, entweder als Betroffener oder als Angehöriger. «Depression kann jeden treffen, unabhängig von sozialem Status oder Bildung», sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl, der Nachrichtenagentur dpa. Um Betroffenen zu helfen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, veranstaltet die Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Bündnis gegen Depression und der Deutschen Depressionsliga am kommenden Sonntag in Leipzig den 2. Deutschen Patientenkongress Depression. Erwartet werden etwa 1500 Teilnehmer.

 

«Wir wollen den Betroffenen und ihren Angehörigen Stimme und Gesicht geben», sagte Hegerl. Er leitet an der Universität Leipzig die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. In Deutschland leiden der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zufolge etwa vier Millionen Menschen unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Oft werde von einer Zunahme der Fallzahlen gesprochen, epidemiologische Untersuchungen lieferten darauf aber keinen Hinweis, so Hegerl. Was ansteige, sei ihre Zahl in den Statistiken der Krankenkassen und Rentenversicherungsträger. «Das liegt daran, dass heute Depressionen besser diagnostiziert werden und sich immer mehr Menschen Hilfe suchen.» Früher seien Patienten häufiger wegen der körperlichen Beschwerden, die Depressionen oft begleiten, behandelt worden, zum Beispiel Tinnitus oder chronischen Rückenschmerzen. «Betroffene waren viel isolierter, ihre psychische Erkrankung wurde hinter Scheindiagnosen versteckt», sagte der Professor. «Heute ist Burnout als Ausweichdiagnose modern geworden.» Inzwischen sei der Umgang mit dem Thema Depression viel offener. Auch die Versorgung Erkrankter sei in den vergangenen Jahrzehnten besser geworden. Deutschland habe trotz der teils langen Wartezeiten im europäischen Vergleich ein vorbildliches Netz für die Versorgung psychisch Kranker.

 

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29.08.2013 l dpa

Foto: Fotolia/Kneschke

 

 

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