68 Osteoporosemittel

 Zoledronsäure (Zometa® Infusion; Novartis Phama)


Seit Anfang Mai 2001 ist mit Zoledronsäure ein weiteres Bisphosphonat zur Behandlung der tumorinduzierten Hypercalcämie auf dem Markt. Eine Durchstechflasche Zometa® enthält 4 mg pulverisierten Wirkstoff, der in sterilem Wasser gelöst und dann mit Kochsalz- oder Glucoselösung weiter verdünnt wird. Die Lösung sollte möglichst unverzüglich als fünfzehnminütige intravenöse Infusion verabreicht und unbedingt innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Wie auch die älteren Bisphosphonate ist Zoledronsäure ein Pyrophosphat-Analogon (-P-C-P-Struktur). Sie ähnelt strukturell der Pamidronsäure, hat aber anstelle der Aminoethyl-Seitenkette einen Imidazolring. Etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und Knochenmetastasen leiden an einer tumorinduzierten Hypercalcämie; sie ist eine der häufigsten metabolischen Komplikationen.
Als Standardbehandlung der tumorinduzierten Knochenerkrankung sind heute Bisphosphonate wie die Pamidronsäure etabliert. Sie hemmen die Knochenresorption durch Inhibierung der Osteoklasten-Aktivität und sollen Folgen wie Knochenbrüche und -schmerzen vermeiden oder lindern. Am Tier hemmte Zoledronsäure die Knochenresorption, ohne die Neubildung, Mineralisation oder die mechanischen Eigenschaften des Knochens zu stören. In mehreren Studien wurde die Wirksamkeit bei Patienten mit Prostata-, Brust- und Lungenkrebs sowie multiplem Myelom gezeigt.
In einer Vergleichsstudie erhielten 287 Patienten entweder 4 oder 8 mg Zoledronsäure als fünfminütige Infusion oder 90 mg Pamidronsäure über zwei Stunden. Unter Zoledronsäure erreichte die Hälfte der Patienten bereits nach vier Tagen normale Calciumwerte (unter Pamidronsäure nur ein Drittel); nach zehn Tagen hatten 86 bis 88 Prozent der Zoledronsäure-Patienten die Normwerte erreicht (versus 69,7 Prozent aus der Pamidronsäure-Gruppe). Der Effekt hielt unter Zoledronsäure deutlich länger an (Auftreten eines Rezidivs nach 32 bis 43 versus 18 Tagen).
Die Nebenwirkungsraten waren vergleichbar. Häufigste unerwünschte Wirkungen unter Zoledronsäure sind Fieber, grippeähnliche Symptome, Knochen- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Verwirrung und Magen-Darm-Beschwerden. Erste Daten deuten darauf hin, dass das neue Bisphosphonat nicht nur antiresorptiv wirkt, sondern auch das Tumorwachstum unterdrückt, indem es die Apoptose fördert und die Angiogenese hemmt. Ob dies klinisch genutzt werden kann, müssen weitere Studien zeigen. 
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