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Wahlkampagne: Wir wollen ein Netzwerk aufbauen

POLITIK & WIRTSCHAFT

 
Wahlkampagne

Wir wollen ein Netzwerk aufbauen


Von Daniel Rücker / Gesundheitspolitik muss im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen. »Gesundheit wählen« heißt deshalb eine Initiative der Apotheker zur Bundestagswahl. Die soll auch über den Wahltag hinaus wirken, sagt ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold.

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PZ: Anfang Juli beginnt die Apotheker-Initiative »Gesundheit wählen«. Was haben Sie genau vor?

 

Arnold: Wir wollen mit allen Kandidaten aus den 299 Bundestags-Wahlkreisen in den Dialog über gesundheitspolitische Themen eintreten.

 

PZ: Wie wird dies geschehen?




»Wir sind dann erfolgreich, wenn es uns gelingt, einen Dialog über gesundheits­politische Probleme anzuregen.«

Foto: ABDA


Arnold: Kollegen aus den Wahlkreisen fragen per Brief die Positionen der Kandidaten zu acht gesundheitspolitischen Themen ab, die die Wähler besonders interessieren sollten, etwa die Herausforderungen für eine alternde Gesellschaft, die Rolle der Apotheken in dieser Gesellschaft oder eine faire Honorierung der Leistungen. Wir werden aber immer auf regionale und lokale Themen eingehen.

 

PZ: Wer ist für die regionalen und lokalen Fragen zuständig?

 

Arnold: Die regionalen Fragen werden wohl Kammern und Verbände erstellen. Lokale Themen können nur unmittelbar aus dem Wahlkreis kommen, sie sollten aber mit den Berufsorganisationen und dem Kampagnenbüro abgestimmt sein.

 

PZ: Was wollen Sie mit der Kampagne erreichen?

 

Arnold: Wir wollen eine gesundheitspolitische Diskussion anregen. In den Wahlprogrammen der Parteien steht wenig zur Gesundheitspolitik. Das ist für uns unbefriedigend. Auch für die Bürger ist Gesundheitspolitik wichtig. Deshalb wollen wir uns einmischen und Antworten der Politiker auf unsere Fragen initiieren.

 

Die Initiative soll aber nicht nur in der Zeit bis zur Bundestagswahl wirken. Wir wollen über die 299 Wahlkreis-Apotheker ein Netzwerk aufbauen, über das wir in den kommenden vier Jahren mit den Politikern im Gespräch bleiben. Die Entscheidungen der Politik werden zwar in Berlin getroffen. Entscheider sind aber die Abgeordneten in den Wahlkreisen und dort werden wir Apotheker in Zukunft sehr präsent sein.

 

PZ: Wie groß ist Ihre Sorge, dass die meisten Politiker von ihren Parteien erstellte standardisierte Antworten geben?

 

Arnold: Natürlich besteht diese Gefahr. Auf der anderen Seite wissen aber alle Politiker, dass ihre Antworten im Internet veröffentlicht werden. Wenn die Wähler merken, dass ihr Abgeordneter zur Gesundheitspolitik nur vorgefertigte Antworten gibt und nicht auf die Situation vor Ort eingeht, dann ist das nicht sehr positiv für ihn. Deshalb werden viele Abgeordnete erkennen, dass sie selbst Position beziehen müssen. Sie wollen ja gewählt werden.

 

PZ: Wie werden sie die Antworten der Kandidaten in die Öffentlichkeit kommunizieren?

 

Arnold: Wir werden sie auf eine Website stellen, die für jeden Internet-Nutzer zugänglich sein wird. Für Apotheker, für die Bürger und hoffentlich auch für Journalisten, die als Mulitplikatoren die Themen aufgreifen.

 

PZ: Wann wird die Website freigeschaltet?

 

Arnold: Die Politiker bekommen in den nächsten Tagen Post von den Wahlkreis-Apothekern. Bis wir ausreichend Antworten haben, wird es noch einmal etwas dauern. Die Website wird mit Start der Initiative freigeschaltet, zunächst wird man dort allgemeine Informationen finden, die Stellungnahmen aus den Wahlkreisen werden dann Tag für Tag dazukommen.




Im September werden die Sitze im Bundestag neu verteilt. Die Apotheker wollen dafür sorgen, dass die Gesundheits­politik im Wahlkampf eine größere Rolle spielt.

Foto: dpa



PZ: Die Kampagne wird von der ABDA und allen 34 Mitgliedsorganisationen getragen. War es schwer, alle Kammern und Verbände dafür zu gewinnen?

 

Arnold: Es gibt bei diesem Projekt eine ganz hervorragende Zusammenarbeit zwischen ABDA, Kammern und Verbänden sowie der Agentur, die uns unterstützt. Das belegt auch die 100-prozentige Abdeckung der Wahlkreise mit Apothekern. Wir haben ganz offensichtlich einen guten Weg gefunden, wie ABDA und Mitgliedsorganisationen zusammenarbeiten können. Ein besonderer Dank gilt natürlich den Kollegen, die sich in den Wahlkreisen engagieren werden. Ich hoffe, dass dies eine Blaupause für zukünftige Aktionen sein wird.

 

PZ: Was muss die Kampagne erreichen, damit Sie sagen, wir waren erfolgreich?

 

Arnold: Wir sind dann erfolgreich, wenn es uns gelingt, einen Dialog über gesundheitspolitische Probleme anzuregen und die Gesundheitspolitik zu einem Thema im Wahlkampf zu machen – überregional und in den einzelnen Wahlkreisen. Wir wollen aufzeigen, welche Politiker bereit sind, für die Gesundheitsversorgung der Menschen Verantwortung zu übernehmen. Einen großen Erfolg haben wir aber schon erzielt: Wir haben die Kampagne gemeinsam bundesweit an den Start gebracht. Das ist eine großartige Leistung. /


Die Initiative

Die Initiative »Gesundheit wählen« startet in diesen Tagen mit dem Launch der Internetsite www.gesundheit-waehlen.de. Danach stellen die 299 Wahlkreisapotheker den Kandidaten der fünf im Bundestag vertretenen Fraktionen (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke) acht Fragen. Vertreter anderer Parteien (etwa Piraten oder Freie Wähler) mit großer Bedeutung im Wahlkreis, werden ebenfalls befragt. Die Antworten werden auf der Website »Gesundheit wählen« veröffentlicht. Initiatoren der Kampagne sind die ABDA und die 34 Landesorganisa­tionen. Sie werden unterstützt von der Agentur Cyrano aus Münster.



Beitrag erschienen in Ausgabe 27/2013

 

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