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Schnittstellen: Fehler vermeiden

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Schnittstellen

Fehler vermeiden


Von Iris Hinneburg, Berlin / Immer noch passieren zu viele Medikationsfehler am Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Abhilfe sollen Checklisten für das Schnittstellenmanagement schaffen, die das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt hat.

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Besonders bei älteren Patienten, die eine Reihe von Arzneimitteln einnehmen, treten Medikationsfehler auf, wenn sie ins Krankenhaus aufgenommen oder wieder in die ambulante Versorgung entlassen werden. Darauf wies Professor Dr. Petra Thürmann, klinische Pharmakologin am Helios-Klinikum Wuppertal, auf einem Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie Mitte Juni in Berlin hin. »Bei 40 Prozent der Patienten kommt es zu Veränderungen in der Arzneimittel­therapie, die nicht intendiert waren«, sagte Thürmann.




Ist ein Fehler erst einmal passiert, pflanzt er sich häufig immer weiter fort. Checklisten sollen helfen, so etwas bei der Arzneimitteltherapie zu verhindern.

Foto: Fotolia/Stauke


Eine Hilfestellung für diese Übergänge bieten die Checklisten zum Schnittstellen­ma­na­ge­ment des ÄZQ. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Medikation: So sollte der ein­weisende Arzt für den Patienten einen Medi­ka­tionsplan mit Wirkstoffnamen, Dosie­rung und Einnahmeschema aufstellen, der auch die eingenommenen Mittel der Selbstmedi­kation umfasst. Für den Patienten ist die Information wichtig, ob er Medikamente vor dem Krankenhausaufenthalt absetzen muss, etwa orale Antikoagulanzien. Der aufneh­mende Arzt im Krankenhaus sollte die Medikation sorgfältig überprüfen und für eine eventuell notwendige Umstellung auch die Beratung durch die Krankenhausapotheke in Anspruch nehmen.

 

Eine ausführliche Dokumentation der weiterzuführenden Medikation mit explizitem Hinweis auf Veränderungen ist bei der Entlassung notwendig. Die Checklisten weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Kommunikation des Medikationsplanes an den weiterbehandelnden Arzt rechtzeitig vor der Entlassung des Patienten erfolgen sollte. Der entlassende Arzt sollte sich auch vergewissern, dass die nahtlose Versorgung mit Arzneimitteln gewährleistet ist. Dazu kann er für einen Zeitraum von maximal drei Tagen dem Patienten die betreffenden Medikamente mitgeben. / 


Die Checklisten zum Schnittstellenmanagement stehen auf der Web­site des ÄZQ unter www.aezq.de/aezq/schnittstellenmanagement allen Interessierten kostenlos zur Verfügung.



Beitrag erschienen in Ausgabe 27/2013

 

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