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NEUE ARZNEISTOFFE

67 Ophthalmika


Verteporfin (C + D) (Visudyne® Infusion; Ciba Vision)

 

 

Verteporfin ist für die photodynamische Therapie der altersbezogenen Makuladegeneration (AMD) zugelassen und soll deren Progression aufhalten. Bei der AMD können Gefäßwucherungen zwischen Ader- und Netzhaut im Bereich der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens, Photorezeptoren und damit die Sehschärfe zerstören. Dieser Prozess führt in der Regel bis zur Erblindung.

 

Der Photosensibilisator Verteporfin besitzt ein Benzoporphyrin-Ringsystem und liegt in zwei gleich aktiven Regioisomeren vor. Er wird als Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung angeboten. Nach Auflösen in Wasser für Injektionszwecke und Glucose-Lösung wird er in die Armvene infundiert (6 mg/m² Körperoberfläche). Der liposomal verkapselte Stoff bindet im Plasma zu 90 Prozent an Lipidfraktionen (LDL) und reichert sich in schnell proliferierenden Zellen einschließlich des Endothels der neu gebildeten Gefäße im Auge an. Diese Aufnahme wird durch LDL-Rezeptoren vermittelt.

 

Durch punktgenaue Lichtaktivierung bei 689 +/- 3 nm über 83 Sekunden wird das in den Läsionen angesammelte Verteporfin angeregt, das seine Energie auf Sauerstoff überträgt. Der entstehende Singulett-Sauerstoff löst innerhalb seiner Diffusionsreichweite Zellschäden bis hin zum Zelltod aus. Dadurch können die Gefäßwucherungen, die die AMD charakterisieren, zerstört werden.

 

In zwei großen multizentrischen Studien (TAP-Studie) wurden 609 AMD-Patienten mit Verteporfin oder Placebo photodynamisch behandelt. Nach einem Jahr mit mehreren Behandlungen sprachen signifikant mehr Patienten auf die Verumtherapie als auf Placebo an. Bei 61 versus 46 Prozent blieb die Sehschärfe erhalten, bei 16 versus 7 Prozent verbesserte sie sich sogar leicht. Die günstigen Effekte waren auch nach zwei Jahren nachweisbar. Außerdem zeigten die Verumpatienten ein langsameres Läsionswachstum, weniger Leckagen und besseres Kontrastsehen. Die durchschnittliche Zahl der Behandlungen sank von 3,4 im ersten auf 2,1 im zweiten Jahr.

 

Die Therapie wird relativ gut vertragen. Bis 48 Stunden nach Infusion müssen die Patienten direktes Sonnenlicht und helles künstliches Licht meiden (Kleidung, Spezialschutzbrille). Die normale Innenraumbeleuchtung ist unproblematisch; gefährlich können aber hoch energetische Leuchten werden, wie sie zum Beispiel beim Zahnarzt oder in OP-Sälen verwendet werden. Wichtig: UV-Sonnenschutzmittel schützen nicht.


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