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Alkoholismus: Immunsuppressivum kann im Tierversuch Rückfälle verhindern

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Alkoholismus

Immunsuppressivum kann im Tierversuch Rückfälle verhindern


Von Kerstin A. Gräfe / Das Immunsuppressivum Rapamycin kann möglicherweise Alkoholiker vor einem Rückfall bewahren. Zumindest im Tierversuch konnte der Wirkstoff im Gehirn von Ratten diejenigen Schlüsselreize blockieren, die für einen erneuten Alkoholabusus verantwortlich sind. Dieses Ergebnis stellten US-amerikanische Forscher jetzt im Fachjournal »Nature Neuroscience« vor (doi: 10.1038/nn.3439).

 

Bei Alkoholikern erinnert sich nicht nur der Körper an den Rausch, sondern auch der Kopf. Allein der Gedanke an die Lieblingsbar oder der Geruch eines Drinks kann alle guten Vorsätze vergessen lassen. Daher ging das Team um Professor Dr. Patricia Janak vom kalifornischen Ernest Gallo Research Center in San Francisco der Frage nach, welche physiologischen Vorgänge den Schlüsselreizen im Gehirn zugrunde liegen, die letztlich einen Rückfall nach sich ziehen.




Viele greifen zum Glas, um Sorgen einfach mal zu vergessen. Doch der Übergang vom Genuss zum Missbrauch ist schleichend.

Foto: Fotolia/kmiragaya


Fündig wurden sie in der sogenannten Amygdala. Diese Hirnregion wird für die Verknüpfung von Gedächtnisinhalten mit Emotionen verantwortlich gemacht. Die Forscher stellten einen deutlichen Anstieg des Enzyms »mammalian target of rapamycine« (mTOR) fest. Daher lag es nahe, den mTOR-Inhibitor Rapamycin einzusetzen.

 

Zumindest im Tiermodell ging die Rechnung auf: Bei abhängig gemachten Ratten verhinderte der Wirkstoff, dass die Tiere durch den Geruch oder Geschmack von Alkohol rückfällig wurden. Die Forscher vermuten, dass Rapamycin in der Amygdala die Verknüpfung von Erinnerung und positiver Bewertung blockiert. Klinische Studien müssen nun zeigen, ob diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind.

 

In Deutschland ist der Wirkstoff seit 2001 unter dem Namen Sirolimus (Rapamune®) als Immunsuppressivum im Handel. Er ist zugelassen zur Prophylaxe einer Organabstoßung bei erwachsenen Pa­tienten nach Nierentransplantation. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 26/2013

 

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