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COPD: Therapie früh starten

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COPD: Therapie früh starten
 


Eine früh einsetzende Therapie mit Broncho­dilatatoren beeinflusst den Verlauf einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) positiv. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die dauerhafte Gabe langwirksamer Bronchodilatatoren schon in leichteren Krankheitsstadien die Rate akuter Exazerbationen reduzieren könne, erklärte Professor Dr. Michael Pfeifer, Chefarzt der Pneumologie des Klinikums Donaustauf, beim diesjährigen Pharmacon in Meran.
 
Durch eine Kombination von Anticholinergika wie Tiotropium und den beiden neueren Substanzen Glycopyrronium und Aclidinium mit langwirksamen  Beta2-Agonisten (Formoterol, Salmeterol und Indacaterol) könne zudem eine bessere Wirkung erzielt werden als mit den Einzelsubstanzen, berichtete Pfeifer. «Die COPD-Therapie der Zukunft wird nur aus einem Inhalator bestehen, mit dem der Patient gleichzeitig zwei Substanzen inhalieren kann», so Pfeifer. 
 
Neben der Verbesserung des Atemflusses steige auch die Bedeutung der Entzündungshemmung in der COPD-Therapie. Inhalative Corticosteroide kommen – anders als bei der Therapie des Asthma bronchiale – nicht als Standardbehandlung zum Einsatz, sondern werden bei COPD-Patienten nur kurzzeitig bei akuten Exazerbationen angewendet. Der orale Phosphodiesterase(PDE-4)-Hemmer Roflumilast wirke ebenfalls antientzündlich. Der Wirkstoff reduziere die Exazerbationsrate signifikant. Nachteilig seien allerdings Nebenwirkungen wie Übelkeit und Gewichtsverlust, so Pfeifer.
 
Die Vielfalt verschiedener Inhalationssysteme auf dem Markt sei mittlerweile groß. Pfeifer warnte davor, verschiedene Inhaler leichtfertig auszutauschen. «Wichtig ist, dass der Patient den Inhalator beherrscht.» Sich dessen zu vergewissern, sei auch Aufgabe des Apothekers. (va)
 
 
27.05.2013 l PZ
Foto: Fotolia/Kaarsten
 

 

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